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P. Benno Kuppler SJ - ein Porträt

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Kirche, Kunst und Glaube *
Santo Stefano Rotondo auf dem Caelius Rom **
Reliquiari della Pietra di Susanna Rossi

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Versione iItaliana

Santo Stefano Rotondo auf dem Caelius liegt nicht an den touristischen Rennstrecken Roms. Santo Stefano Rotondo war lange verschlossen. Santo Stefano Rotondo liegt nicht einfach offen vor jedem Auge. Santo Stefano Rotondo ist mit einem Blick nicht zu erfassen.

Wer Santo Stefano Rotondo betreten will, muss bewusst dorthin gehen, in der gleichnamigen Straße, zwischen San Giovanni nel Laterano und Santa Maria in Domnica. Durch ein großes Tor neben einer mittelalterlichen Mauer tritt der Besucher in einen Hof. Kieselsteine hemmen den eilenden Schritt, es knirscht unter den Sohlen. Ein Portikus, einige Stufen tiefer als der Hof, nötigt jeden, "hinabzusteigen", seine vertraute Position zu verlassen, sich geistlich zu öffnen, offen zu werden für die Begegnung mit dieser Kirche: Santo Stefano Rotondo.

Mancher setzt sich erst einmal auf die kleine Brüstung, holt Luft, genießt den schattigen Platz, lässt einen leichten Hauch von Wind über seinen Rücken streichen.

Vielleicht folgt noch ein Blick in einen der Rom-Führer: Santo Stefano Rotondo, gebaut unter Papst Simplicius, aus dem fünften Jahrhundert, Zentralbau mit drei Rundgängen, Mithräum, Märtyrer-Fresken von Pomarancio ... und ... und ... und je nach Qualität des Führers gibt es nicht nur "Daten", die sich leicht verflüchtigen.

Einige haben kunsthistorisches und archäologisches Interesse: kennen die Diskussionen um die Ausgrabungen des Mithräums in den siebziger Jahren, wissen um Entwürfe, Santo Stefano Rotondo "wiederherzustellen", zu rekonstruieren mit seinen drei Umgängen, verfolgen die laufenden archäologischen Studien zur Baugeschichte und die Restaurierungsarbeiten, z.B. des Fußbodens in der Kapelle der heiligen Primus und Felizianus.

Das große, alte Portal zieht den Blick auf sich. Eine niedrige Schwelle will überschritten werden. Der Antrone umfängt den Besucher. Vielleicht macht es neugierig, was die "Löcher" im Fußboden und die abgeschlagenen Verputzstücke an den Wänden wohl bedeuten. Ein Gitter aus Rohren zeugt davon, dass Santo Stefano Rotondo noch nicht "fertig" ist: das Marmorportal von Rossellino tritt deshalb in den Hintergrund. So wird der eigentliche Hintergrund zum bestimmenden Vordergrund: die Weite des Zentralbaus mit seinen zweiundzwanzig Säulen und das Spiel von Schatten und Licht ziehen die Aufmerksamkeit des Besuchers an.

"Das ist Santo Stefano Rotondo!"

Schreitend über einen knarrenden Holzfußboden, umschreitend das Rund zwischen den Säulen und der heutigen Außenwand, bedeckt mit Fresken, wird der Besucher zum Betrachter. Zunächst ist es das Rund der Kirche, der Kreis, der keinen Anfang und kein Ende kennt, der anziehend wirkt.

Der betrachtende Besucher wird hineingezogen in etwas, das sich der vordergründigen Beschreibung entzieht. Er wird den Tambour entdecken, der seinen Blick nach oben ins Weite lenkt. Er wird seinen Blick senken müssen, wenn er die Fresken an der Brüstung des Altarraums sehen will. Er wird seinen Blick abwenden von den Wandfresken, die naturalistisch-grausam das Martyrium früher Christen beschreiben.

Was ist das für ein Raum? Welcher Raum ist das? Was macht dieser Raum mit mir?

Sicherlich wird mancher Besucher den Raum der Kirche bald wieder verlassen. Er ist einem baugeschichtlich bedeutenden Denkmal begegnet. Ein großartiges Zeugnis frühchristlicher Baukunst hat er gesehen. Ein Punkt, wenn auch ein wichtiger, eines umfangreichen Kulturprogramms ist erledigt.

Andere aber spüren, dass dieser Raum sie nicht mehr loslässt.

Diese sind gekommen, weil sie in der Kirche Santo Stefano Rotondo gemeinsam mit anderen, das Geheimnis ihres Glaubens feiern wollen. So etwa am 7. Mai 1994, als fünf Studenten des Pontificium Collegium Germanicum et Hungaricum die Diakonenweihe gespendet wurde. Aus der Mitte der christlichen Gemeinde wurden zwei Ungarn und drei Deutsche gerufen, sich öffentlich in den Dienst Gottes zu stellen. Als Diakone einen Dienst in der Kirche zu übernehmen, das ist ihre Antwort nach dem Sinn des Lebens. Die Kirche Santo Stefano Rotondo wird sie zeitlebens begleiten.

Da wird spürbar, was für ein Raum das ist: Santo Stefano Rotondo!

Santo Stefano Rotondo ist sakraler Raum. Santo Stefano Rotondo ist Kirche: aus historischen Steinen und aus lebendigem Stein.

Der Seher Johannes spricht in der Offenbarung vom "neuen Jerusalem", dem Zelt Gottes unter den Menschen, der Stadt des ewigen Friedens für alle Menschen. Santo Stefano Rotondo ist mit diesem "neuen Jerusalem" verglichen worden. Die Tore des "neuen Jerusalem" waren mit Edelsteinen geziert. Jesus Christus selbst will der Eckstein der Kirche sein.

Santo Stefano Rotondo lässt die innere Verbindung und Spannung spüren zwischen Steinen der Baugeschichte und dem lebendigen Stein, zwischen Liturgie und Denkmalpflege, zwischen der Kirche als Baudenkmal und der Kirche als Gemeinschaft der Heiligen.

Zwischen diese beiden Sichtweisen von Steinen schieben sich andere, wie sie überliefert sind in den heiligen Schriften der großen Weltreligionen, für die Christen vom Buch Genesis bis zur Offenbarung des Johannes, in Zeugnissen von Mystikern und in Werken von Künstlern.

Hildegard von Bingen [1098-1179] hat die Heilkraft von Steinen aus einer kosmologischen Sicht in ihrer Edelstein-Medizin beschrieben. Der menschliche Organismus hat eine dreifache Bedeutung: als Körper, als Sitz der Seele und als Teil des mystischen Leibes Christi, der Kirche. Diese kosmische Einheit spiegelt sich in der Beziehung zwischen Schöpfung, Geschöpf und Schöpfer. Die Heilkraft der Edelsteine zielt auf das Gleichgewicht zwischen Seele und Leib, auf die innere Harmonie des Menschen.

Inspiriert durch die Kirche Santo Stefano Rotondo und an der Edelstein-Medizin der Hildegard von Bingen hat die Malerin Susanna Rossi einen Zyklus von zwölf großflächigen Bildern gemalt, die unter dem Titel "Die Reliquiare des Steines" in der Kirche zu sehen sind. Diese Bilder, in unterschiedlichen Maltechniken, orientieren sich an Farben und am Symbolgehalt von Edelsteinen: Jaspis, Saphir, Chalzedon, Smaragd, Achat, Sardonyx-Rubin, Chrysolith, Beryll, Diamant-Topas, Chrysopras und Hyazinth.

Das alle Bilder verbindende Thema ist die "Menschwerdung" in seiner physischen und spirituellen Dimension, ist die Sehnsucht nach Identität, für die der Topas mit seinem warmen Gelbton als Symbol steht. Der Topas, ein Diamant, kann in vielfacher Weise geschliffen sein und spiegelt in seinen Facetten das Prinzip der Selbstfindung: die neidlose Bescheidung auf jenen Platz im Leben, den "ich" ausfüllen kann, aber nicht das Schielen auf jenen Platz, den "ich" ehrgeizig ausfüllen möchte.

Viele der Bilder von Susanna Rossi sind in Farbtönen zwischen Blau, Indigo, Violett und Rot gehalten, an Goya's Farben erinnernd, und beschreiben die Suche der Künstlerin nach spirituellen Quellen und Kräften.

Gleichsam "zwischen Himmel und Erde" spannt sich der Bogen der Bilder und unsere eigene Lebenswirklichkeit. "Die sieben Schlafenden von Ephesus" laden den Betrachter ein, sich seines Ursprungs in Geborgenheit bewusst zu werden. "Die Unruhe" ist nicht nur ein Selbstporträt von Susanna Rossi, sondern ein Lebensgefühl jedes Menschen. "Der Krieg" als Zerstörung des anderen und der eigenen Person findet als Gegenüber die "Harmonie" im Selbstporträt. Weil Harmonie aber meist nur ein labiler Zustand ist, wird sie konfrontiert mit der "Melancholie", jenem inneren Gefühl von Traurigkeit, das ohnmächtig macht. "Der Rosengarten", dieses beeindruckende Bergmassiv der Dolomiten, lädt den Betrachter ein, über sich hinauszusteigen, sich nach oben auszurichten, sich selbst zu finden. So kann er eine Facette seiner "Identität" offenlegen, wie es die Künstlerin im Selbstporträt verwirklicht hat.

Seine wahre Identität findet der Mensch aber erst in der Auseinandersetzung mit dem Heiligen.

"Bethel" ist jener heilige Ort, an dem Jakob im Traum mit seinem und unserem Gott redet, an dem ihm und seinen Nachkommen Heil zugesagt wird, an dem die Leiter Himmel und Erde verbindet. Dort wird Jakob seinem Gott einen Altar aus Steinen errichten. Der Chrysopras, diesem Bild von Jakobs Traum zugeordnet, ist ein grünlicher Stein. Das Grün bedeutet in der Farbensymbolik der frühen Kirche und des Mittelalters die Gnade Gottes und zugleich ist das Grün Symbol für das nie verwelkende Verlangen des Menschen nach dem himmlischen Jerusalem.

So schließt sich der Kreis der Gemälde und öffnet sich zugleich wieder der Kreis der Kirche:

Santo Stefano Rotondo ist als Ort mystischer Erfahrungen das neue Jerusalem, das Zelt Gottes unter den Menschen. Santo Stefano Rotondo ist Einladung an den einzelnen Menschen, die Frage nach dem Sinn seines Lebens zuzulassen. Santo Stefano Rotondo ist der geistliche Raum, eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens zu finden und zu geben.

Die Archäologen suchen den Stein in der Baugeschichte: Steine können Aufschluss geben, wie der Kirchenbau einmal ursprünglich ausgesehen hat. Steine können Aufschluss geben, wie spätere Generationen das Gebäude verändert haben. Steine können die Geschichte der Kirche erklären.

Die Künstler suchen den Stein ins Bild zu setzen: Steine als Anstoß zum betrachtenden Nachdenken, Steine als Symbole für Verworfenes und Gefundenes, Steine als Elemente der Suche nach der eigenen Identität.

Die Christen suchen nach dem Eckstein der Kirche, nach Christus. In den Texten des Alten und Neuen Testaments werden Steine als Symbole für die Begegnung des Menschen mit dem Heiligen oder als Symbole für den Heiligen selbst verwendet. Die Christen werden als "lebendige Steine der Kirche" bezeichnet. Die Christen fügen sich ein in das Gesamt der Kirche, die Zeichen des Heils in der Welt ist.

Die Kirche muss immer wieder neu aus lebendigem Stein aufgebaut werden. Die Begegnung mit Santo Stefano Rotondo ist dazu eine Einladung. In diesem sakralen Raum ist der einzelne geschützt bei der Suche nach seinem wahren Ich, bei der Suche nach körperlicher und seelischer Heilung, bei der Suche nach seiner Heiligung.

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** Die Kirche Santo Stefano Rotondo auf dem Caelius gehörte seit 1579 zum Patrimonium des Pontificio Collegio Ungarico, das im Jahre 1580 mit dem Pontificio Collegio Germanico zum Pontificio Collegio Germanico ed Ungarico vereinigt wurde. Seit 1133 ist Santo Stefano Rotondo die Titelkirche eines Kardinalpriesters. Als im Jahre 1985 der Erzbischof von München und Freising, Friedrich Wetter, zum Kardinal kreiert wurde, erhielt er als seine römische Titelkirche die Kirche Santo Stefano Rotondo.
 

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* Santo Stefano Rotondo auf dem Caelius. Kirche, Kunst und Glaube. in: Reliquiari della Pietra di Susanna Rossi, Arti Grafiche "La Moderna", Roma 1994, S. 31-17, [versione italiana: S. 23-29] [Katalog zur Ausstellung]

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Chiesa, arte e fede  *
Santo Stefano Rotondo sul Celio Roma ***

Santo Stefano Rotondo sul Celio non si trova sugli itinerari turistici di Roma. Santo Stefano Rotondo è rimasta chiusa per molto tempo. Santo Stefano Rotondo non è immeditamente visibile a chiunque vi passi vicino. Santo Stefano Rotondo: non è possibile comprenderla nel suo insieme in un unico sguardo

Chi voglia entrare nella chiesa di Santo Stefano Rotondo ci deve andare consapevolmente, nell'omonima strada tra San Giovanni in Laterano e Santa Maria in Domnica. Passando attraverso un grande cancello accanto ad un muro di epoca medievale, il visitatore entra in un cortile, in cui i brecciolini rallentano la velocitá dei passi scricchiolando sotto le scarpe. Un portico, pochi scalini, più bassi rispetto al cortile, costringono ognuno a "scendere verso il basso", a lasciare la propria posizione di sicurezza, ad aprirsi spiritualmente all'incontro con questa chiesa, Santo Stefano Rotondo.

Molti si siedono prima sul piccolo muretto, riprendono fiato, si godono il luogo ombroso facendo attraversare la propria schiena da un leggero alito di vento.

Forse danno ancora un ultimo sguardo alla guida turistica di Roma: Santo Stefano Rotondo è stato costruito sotto Papa Simplicio, nel V secolo ed è composto da una costruzione centrale con tre ordini di colonnati, un mitreo, affreschi del Pomarancio raffiguranti martiri e cosí via, a seconda della qualitá della guida, non esistono solamente "dati" che si disperdono facilmente.

Alcune persone hanno un interesse archeologico e storico-artistico, conoscono le discussioni relative agli scavi del mitreo negli anni settanta, conoscono i vari progetti di restauro per "restituire" a Santo Stefano Rotondo il suo aspetto originario, con i suoi tre porticati circolari, seguono gli studi archeologici in corso sulla storia della costruzione e dei lavori di restauro della chiesa, come ad esempio quelli relativi alla pavimentazione della cappella dei SS. Primo e Feliciano.

Il grande, antico portale attira l'attenzione: una bassa soglia vuole essere attraversata; l'androne circonda il visitatore. Forse incuriosisce il significato dei sondaggi nel pavimento e delle parti staccate di intonaco alle pareti. Un cancello di tubi dimostra che Santo Stefano Rotondo ancora non è "terminato": per questo motivo il portale di marmo del Rossellino viene messo in secondo piano e cosí quello che in realtá dovrebbe essere lo sfondo si trova ad essere posto in primo piano: l'ampiezza della costruzione centrale con le sue ventidue colonne ed il gioco di chiaroscuro attirano l'attenzione del visitatore.

"Questo è Santo Stefano Rotondo!"

Man mano che il visitatore cammina sul pavimento di legno scricchiolante seguendo la circolaritá dello spazio fra le colonne e l'attuale muro esterno ricoperto di affreschi, si trasforma in ammiratore, tanto che poi è la circolarità della chiesa, il cerchio, che non conosce nè inizio nè fine, a diventare oggetto di attenzione.

Il visitatore rapito di ammirazione viene coinvolto in un qualche cosa che va oltre la descrizione superficiale. Scoprirá il tamburo che guida il suo sguardo lontano verso l'alto. Dovrà abbassare lo sguardo se vuole vedere gli affreschi che decorano la balaustra dell'altare. Distoglierà il proprio sguardo dagli affreschi sulle mura, che, con un tipo di crudeltà naturalistica, descrivono il martirio dei primi cristiani.

Che tipo di spazio è questo. Quale ambiente è questo? Che cosa sta facendo quest'ambiente con me?

Certamente molti visitatori lasceranno ben presto questo spazio: qui si sono trovati di fronte ad un monumento importante dal punto di vista della storia dell'architettura; un meraviglioso esempio di architettura paleocristiana; così è stata portata a termine un'altra tappa, seppure importante, di un vasto programma culturale.

Altri però sentono che questo ambiente non li lascia piú andare via.

Queste persone sono venute per celebrare nella chiesa di Santo Stefano Rotondo, insieme ad altri, il mistero della loro fede; così come si è verificato il 7 maggio 1994, quando cinque studenti del Pontificio Collegio Germanico ed Ungarico sono stati ordinati diaconi. Due ungheresi e tre tedeschi sono stati chiamati dalla comunità cristiana per porsi pubblicamente al servizio di Dio. "Prendere servizio nella Chiesa in quanto diaconi", questa è la loro risposta alla domanda quale sia il significato della vita. La chiesa di Santo Stefano Rotondo li accompagnerà per tutta la vita.

Ora si può intuire quale sia questo spazio: Santo Stefano Rotondo!

Santo Stefano Rotondo è un luogo sacro. Santo Stefano Rotondo è chiesa di pietre storiche e di pietra vivente.

Giovanni il Visionario nell' Apocalisse parla della "nuova Gerusalemme", la dimora di Dio fra gli uomini, la città della pace eterna per tutti gli uomini. Santo Stefano Rotondo è stata paragonata a questa "nuova Gerusalemme". Le porte della "nuova Gerusalemme" erano decorate con gemme preziose. Gesú Cristo stesso vuole essere la pietra angolare della Chiesa.

Santo Stefano Rotondo fa sentire il legame e la tensione interni tra le pietre della storia dell'architettura e la pietra vivente, tra la liturgia e la conservazione dei monumenti, tra la chiesa come monumento architettonico e la Chiesa come comunità dei santi.

Tra questi due angolazioni d'approccio alle pietre se ne inseriscono altre, quali ci sono state tramandate nelle Sacre Scritture, dalle grandi religioni del mondo; per quanto riguarda i cristiani, dal libro della Genesi fino all'Apocalisse di Giovanni, ma anche attraverso le testimonianze dei mistici e le opere degli artisti.

Hildegard von Bingen [1098-1179] ha descritto nella sua scienza medica basata sulle gemme preziose, le virtú terapeutiche delle pietre da un punto di vista cosmologico. L'organismo umano ha un triplice significato: è corpo, sede dell'anima e parte del corpo mistico di Cristo, della Chiesa. L'unitá cosmica si specchia nel rapporto tra creazione, creato e creatore. La forza terapeutica delle gemme preziose mira a stabilire un equilibrio tra anima e corpo, a formare l'armonia interna dell'uomo.

Ispirata dalla chiesa di Santo Stefano Rotondo ed alla scienza medica basata sulle gemme preziose di Hildegard von Bingen, la pittrice Susanna Rossi ha dipinto un ciclo di dodici grandi quadri, intitolati "I reliquiari della pietra" che si possono ammirare all'interno della chiesa. Questi quadri creati con tecniche pittoriche diverse, si orientano verso i colori ed i contenuti simbolici delle gemme preziose: diaspro, zaffiro, calcedonio, smeraldo, agata, rubino sardo, crisolito, berillo, topazio-diamante, crisopraso e giacinto.

Il tema che collega fra loro i quadri è l'"incarnazione" dell'uomo nella sua dimensione fisica e spirituale, il desiderio di trovare l'identitá, simboleggiata dal topazio con le sue calde tonalitá di giallo. Il topazio, un diamante, puó essere tagliato in molteplici modi e nelle sue sfaccettature esso rispecchia il principio del processo di identificazione: l'accontentarsi, senza provare invidia, di quel posto nella vita che "io" sono in grado di occupare, senza mirare a quel posto che "io" ambirei ad occupare.

Molti quadri di Susanna Rossi hanno tonalità di colore che oscillano tra il blu, l'indaco, il viola e il rosso, ricordano i colori di Goya e descrivono la ricerca dell'artista verso fonti e forze spirituali.

In un certo qual modo l'arco dei quadri è teso fra "terra" e "cielo" come la realtá della vita umana. "I sette dormienti di Efeso" invitano chi li osserva, a prendere coscienza della propria origine da un luogo protetto. L' "Inquietudine" non è solamente un autoritratto di Susanna Rossi, ma è una sensazione comune a tutti gli uomini. "La guerra" in quanto distruzione dell'altro e di se stessi trova la propria complementarità nell'autoritratto "Armonia". Dato che l'armonia il più delle volte non è altro che uno stato labile, essa viene messa a confronto con la "Melancholia", quella sensazione interiore di tristezza che rende impotenti. "Rosengarten", questo impressionante massiccio montuoso delle Dolomiti, invita chi lo osserva ad oltrepassare i propri limiti, tendendo verso l'alto per ritrovare se stesso. Così potrà scoprire una sfaccettatura della propria "Identitá", proprio come ha fatto l'artista nel suo autoritratto.

Ma l'uomo trova la sua vera identità solo quando si scontra con il Sacro.

"Bethel" è quel luogo sacro in cui Giacobbe in sogno parla con il suo ed il nostro Dio, in cui a lui ed ai suoi discendenti viene promessa la salvezza, in cui la scala collega il cielo con la terra. Là Giacobbe innalzerà un altare di pietra al suo Dio. Il crisopraso che è stato assegnato come simbolo a questo quadro raffigurante il sogno di Giacobbe, è una pietra dalle tonalità verdi. Il verde nella simbologia dei colori dell'epoca paleocristiana e del Medioevo simboleggia la grazia di Dio ed allo stesso tempo il verde è simbolo della inesauribile tensione dell'uomo verso la Gerusalemme celeste.

In questo modo si chiude il cerchio dei dipinti e contemporaneamente si riapre il cerchio della chiesa.

Santo Stefano Rotondo in quanto spazio di esperienze mistiche è la nuova Gerusalemme, la dimora di Dio fra gli uomini. Santo Stefano Rotondo è un invito rivolto al singolo uomo affinchè si interroghi sul significato della propria vita. Santo Stefano Rontondo è il luogo spirituale che permette di trovare e di dare una risposta all'interrogativo, "quale sia il significato della vita".

Gli archeologi ricercano le pietre nella storia dell'architettura: queste possono testimoniare quale fosse originariamente la struttura architettonica della chiesa. Le pietre possono chiarire in quale modo le generazioni successive habbiano modificato la costruzione. Le pietre possono spiegare la storia della chiesa.

Gli artisti cercano di rapresentare le pietre nei loro quadri: pietre dello scandalo per riflessioni contemplative; pietre come simbolo di ciò che è stato rifiutato e di ciò che è stato trovato; pietre come elementi della ricerca della propria identità.

I cristiani ricercano la pietra angolare della Chiesa, il Cristo. Nei testi del Vecchio e del Nuovo Testamento vengono utilizzate le pietre quali simboli dell'incontro tra l'uomo ed il Sacro o come simboli del Santo stesso. I cristiani vengono definiti "pietre viventi della chiesa". I cristiani si inseriscono nell'iunità ecclesiastica. la quale deve essere segno della salvezza nel mondo.

La chiesa deve essere ricostruita sempre con pietra vivente. L'incontro con Santo Stefano Rotondo è un invito a fare ciò. In questo sacro luogo il singolo è protetto nella ricerca del Sè, nella ricerca della salvezza fisica e spirituale, nella ricerca della propria santificazione.

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*** A partire dal 1579 la chiesa di Santo Stefano Rotondo fece parte del patrimonio del Pontificio Collegio Ungarico, il quale, nell'anno 1580, unendosi al Pontificio Collegio Germanico divenne il Pontificio Collegio Germanico ed Ungarico. Dal 1133 la chiesa di Santo Stefano Rotondo è la chiesa titolare di un cardinale. Quando l'Arcivescovo di Monaco di Baviera e Frisinga, Friedrich Wetter, fu creato cardinale nel 1985, ricevette come chiesa titolare la chiesa di Santo Stefano Rotondo.
bulletVersione italiana della Dott.ssa Sandra Franchina

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