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"open cube" - eine Rauminstallation von Dorothee Zeller
in der
"Alten Kirche" Mochenwangen
vom 19.03.2004 - 04.04.2004
Vernissage am 19. März 2004 um 19.30 Uhr -
Flyer zur Ausstellung als
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 | Bilder anklicken |
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Text: P. Benno Kuppler SJ |
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cube -
cubus - Kubus - Würfel ... Wer hat den cube wohl zum ersten Mal gebraucht,
ihn vielleicht aus einer kleinen gerollten Lehmkugel zum Kubus gepresst und
seine Seiten markiert? Mehr als 100 000 Jahre Geschichte menschlichen
Denkens: Der Mensch hatte etwas geschaffen, wofür er in der Natur kein
Vorbild fand. Der cube als "Platonischer Körper" bildet eine eigene, von den
andern Körpern gesonderte Gruppe, er ist rundum von gleichen Flächen
begrenzt. Sein nächster Verwandter ist die Kugel. |
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In der
Begegnung mit der Rauminstallation "open cube" erleben wir eine ungewohnte
Denkweise. Platons Kosmologie, der Logos, der Geist, im Sinnlichen wurzelnd,
weitet unsere Wahrnehmung auf die "Ordnung des Schönen" hin. Ein
ästhetischer Raum eröffnet sich in der Alten Kirche Mochenwangen dem
Betrachter.
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Dorothee Zellers cube ist ein offener, geöffneter Körper. "Ich ziehe klare
Linien", sagt sie, wenn sie ihre exakten Würfelschnitte analog zum "goldenen
Schnitt", der "sectio aurea", ansetzt. Die räumlichen Schnitte nennt man
auch "cubiratio" [L. Rosenbusch].
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"open
cube" ist konstruktive- konzeptuelle Kunst. Sie erlaubt Aus- und Durchblicke
und Einblicke, mehr noch: Zutritt zu einer vielfältigen Einheit. Der
Betrachter ist eingeladen, sich zu "investieren", sich "anzukleiden" mit
dieser ungewohnten Offenheit und Vielfalt.
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Sie
sind eingeladen, herumzugehen, anzuschauen, Erfahrungen zu sammeln. Der
Betrachter macht seine Beobachtungen und ein Experiment mit sich. Er wird
diese seine Erfahrungen befragen, nach [Hinter-]Gründen suchen und das
Erlebte in "seine" Zusammenhänge stellen. Raum und Zeit durchschreitend,
entwickelt sich der Prozess seiner Theorie, seiner Anschauung der
Rauminstallation "open cube": "theorein", eine Sache wachsam und aufmerksam
anschauen, nannten das die Griechen. |
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Jene
Symbolik, die um die "Vier" kreist, kann der Betrachter entdecken: das
Quadrat, den Würfel, den rechte Winkel und das Kreuz, welches aus einem
Würfel und seinen Quadraten entfaltet ist. Die "Vier" als Erdsymbol
manifestiert unsere konkrete Wirklichkeit. Das "Feuerdreieck" und das
"Wasserdreieck" ergänzen die Elemente. Und der offene Raum der Alten Kirche
Mochenwangen, mit ihrer sakralen Vergangenheit und den Spuren ihrer
vielfältigen Nutzung, bietet die Luft zum Atmen. Das Kreuz symbolisiert das
Gebundensein im Stoff, das Annehmen der Beschwernis, der Last und Aufgabe
des irdischen Lebens. |
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Der
cube in seiner Einheit in Vielfalt kann in der Begegnung dieser
Rauminstallation zum Symbol für den Menschen werden: Der Mensch,
verschlossen in sich, ist fähig, ein sich öffnender, ein offener Mensch zu
werden. Klare [Grenz-]Linien erlauben die Öffnung auf den anderen
Menschen, auf die Umwelt, auf das Fremde hin. "open cube", die
Rauminstallation von Dorothee Zeller und der offene Raum der Alten Kirche
Mochenwangen sind Angebote an den Menschen, für sich Räume, Innenräume,
Außenräume, Spielräume zu entdecken. In sich selbst: wird die Einheit in
Vielfalt sichtbar wie bei einem "open cube". |
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Zur Technik der Würfelschnitte von Dorothee Zeller
Jeder cube wird ohne Form aus sechs quadratischen
schamottierten Tonplatten zusammengefügt. Um den Würfel auf die Spitze zu
stellen wird ein Eck ausgeschnitten und mit der Spitze nach innen montiert.
Ein Teil des Inneren wird zum Äußeren und umgekehrt Der cube steht jetzt auf
einem Dreispitz, die Erdverbundenheit, die Horizontale wird aufgehoben und
durch eine optische Vertikale ersetzt. Nun erscheint er größer und leichter,
obwohl er jetzt vom Volumen her kleiner ist.
Der geschlossene Korpus wird entlang der Diagonalen derart
aufgeschnitten, dass sich drei Teile ergeben. Zwei davon stellen
gleichartige Dreiecksformen das, das mittlere Teil bildet eine Sechseckform.
Die Schnittstellen sind gezielte gerade Linien, die jedes Mal
gleichschenklige Dreiecke ergeben. So finden sich im cube nicht nur
Quadrate, sondern auch Dreiecke und das Sechseck. Jeder Würfel wird auf die
gleiche Weise geschnitten und montiert, nichts an Fläche geht "verloren“,
durch die Flächen der Schnittstellen geschieht vielmehr ein Zugewinn.
Alle Teile sind im Elektro-Ofen unglasiert bei ca.
1220 ° C oxidierend
gebrannt.
Text: Dorothee Zeller, Vogt, www.dorotheezeller.de |

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