spielraum 2006 - vernissage doroTzeller
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Dr. Benno Kuppler

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Auf dem Weg nach Innen: Mensch werde wesentlich

Vernissage der Interaktiven Rauminstallation
"Spielraum oder? Die Räumlichkeiten des menschlichen Lebens" von doroTzeller
in der BBK-Galerie des Kulturforums abraxas Augsburg am 17. September 2006

Eine Einführung in acht Schritten von Dr. Benno Kuppler SJ, München - Artikel als pdf

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1. Schritt

Gut Acht-zig Schritte von Außen nach Innen - in das "Herz" der Interaktiven Rauminstallation "Spielraum oder? Die Räumlichkeiten des menschlichen Lebens" von doroTzeller. Vorbei an Texten, Fotographien, Fahnen und Modulen. Eine erste Annäherung an das Werk von doroTzeller. Vielleicht ist angesichts der Weite des Außen-Raumes Ihr Blick auch nach Außen in die Umwelt gestreift. Vielleicht haben Sie den Antennenmasten draußen gesehen?! Und Ihre innere Antenne?!

Ich wünsche Ihnen, dass Sie jetzt Ihren notwendigen "Spielraum" spüren, jenes "Spiel", das es Ihnen erlaubt, Ihr Ziel gerichtet in den Blick zu nehmen. Denn das "Spiel" muss für mich stimmen, sonst falle ich aus der Bahn.

Was sehen Sie? Was nehmen Sie wahr? Was macht der Raum mit Ihnen? Was hatten Sie erwartet?

Achten Sie einmal darauf, wie die Räumlichkeiten dieser Interaktiven Rauminstallation "Spielraum oder? Die Räumlichkeiten des menschlichen Lebens" auf Sie wirken. Seien Sie anwesend in Ihrem Raum und diesem Raum!

Haben Sie noch den ersten Text vor Augen oder gar im Ohr, der Sie gleich an der Eingangstür zur BBK-Galerie begrüßte?

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DIE KUNST IST EINE HOHE DAME.
Sei also nicht ungezogen und warte, bis du angesprochen wirst.
Karl Heinrich Waggerl

Fühlen Sie sich [schon] angesprochen?!

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2. Schritt

Danke, dass Sie sich von der Veranstaltungsinfo des BBK-Berufsverband Bildender Künstler, Schwaben-Nord und Augsburg e.V., die ich im Internet gelesen habe, nicht abschrecken ließen, heute hierher zu kommen:

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"Der Realraum wird durch die künstlerische Ausgestaltung sowie durch eigene Projektionen, Erfahrungen und Spekulationen zu einem idealen und metaphysischen Raum. doroTzeller installiert Objekte so, dass sie das gesamte Spektrum an Raumauffassungen vorstellen, welche die Wissenschaft im Rahmen ihrer Raumanalysen erarbeitet hat."

Ein anspruchsvoller Text für eine anspruchsvolle Ausstellung.

Was erwarten Sie von einer "Interaktiven Rauminstallation"?

Das Wort "Rauminstallation" klingt technisch, geplant, konstruiert. Ist das "freie Kunst", "ars libera", Kreativität? Ist Kunst eigentlich nicht etwas leichtes, lockeres? Weil Sie und ich vielleicht beim Stichwort "Künstler" unreflektiert den "Bohemien", den Lebenskünstler, mitdenken, fällt es uns manchmal schwer, den Künstler, die Künstlerin als planend überlegt schaffenden Menschen zu denken.

Doch Stichworte wie Konstruktivismus, Minimalismus, Conceptual Art hat im Hinterkopf zu halten, wer sich der Arbeit von doroTzeller nähert. Die "Rauminstallation" von doroTzeller ist ein Artefact. Sie ist "ars", also Kunst, und "fact", Geschaffenes [facere; lateinisch machen, schaffen, tun]. doroTzeller ist geprägt von der Mathematik, von Zahlen und Körpern, vieles kreist um die "Vier", in dieser Ausstellung um die "Acht". 80 Tonscherben, 8 Texte, 8 Fotographien, 8 Filzplatten.

Und "interaktiv"? doroTzeller bemerkt dazu:

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"Das Interesse der Besucher seit 2002 am "Handanlegen" war offensichtlich und wird diesmal schon in der Einladung als "interaktiv" formuliert. Interaktiv bezeichnet hier nicht - eine Eventkultur - ein happening oder Ähnliches!!!!!!!!!!!!!!!!
In dieser RI geht es um Raumwahrnehmung und Raum- Erfahrung, es geht um die beiden Lebensprinzipien Ordnung und Chaos."

Die Rauminstallation ist konstruktive-konzeptuelle Kunst. Sie erlaubt dem Betrachter Ausblicke, Durchblicke und Einblicke, mehr noch: er darf eintreten in diese vielfältige Einheit. Nehmen Sie die Chance wahr, in das geordnete Chaos oder die chaotische Ordnung einzutreten und handanzulegen.

Vergessen Sie aber bitte den "Warnhinweis" auf gelbem Grund nicht:

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wer unter die Oberfläche dringt
tut es auf eigene Gefahr
wer dem Symbol nachgeht
tut es auf eigene Gefahr
Oscar Wilde

Die Interaktive Rauminstallation "Spielraum oder? Die Räumlichkeiten des menschlichen Lebens" von doroTzeller ist keine "Spaßlandschaft", wie Sie diese als perfekte Illusion in den Fotographien von Alex MacLean im GEO Magazin Nr. 09/06 betrachten können.

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"Mich fasziniert, wie aus einer einfachen geschlossenen Form durch Teilung, Drehung und Reihung komplizierte offene Systeme entstehen und weiterentwickelt werden können. Systeme, die nicht nur Raum einnehmen, sondern die unsere Raumwahrnehmung in Frage stellen: was ist innen, was außen, was ist Raum und wie erleben wir/ ich ihn? Darüber hinaus ist dieses keramische Wegstück mein derzeitiges Stück Keramikweg", schreibt doroTzeller.

Ihr strenges Kompositionsthema hat doroTzeller mit chirurgischer Präzision ins Werk gesetzt und diese mit dem puristischen Charakter der "Farbe" Weiß unterstrichen.

Mit der heutigen Ausstellung vollendet doroTzeller eine Trilogie: 2004 "open cube" in Mochenwangen und 2005 "golden cube" in München und 2006 jetzt in Augsburg. Dazu doroTzeller:

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"Diese 3. Rauminstallation mit Würfelschnitt-Modulen gründet auf einem humanistischen Raumkonzept und setzt folgende Themen fort:
Kubus als Symbol
Lebensraum am Beispiel Kubus
Ordnung und Chaos
Mit meinen RI mache ich ein bildnerisches Angebot zu diesem Themenkreis und lade den Besucher ein, seine Lebensräume zu erkunden."
 

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3. Schritt

Kunst als Pro-Vokation. Ethik und Ästhetik.

Sie sind als ganze Menschen eingeladen, sich die Rauminstallation von doroTzeller anzuschauen, sie zu betrachten, sie auf sich wirken zu lassen, sich ihr auszusetzen.

Gehen, schreiten Sie Ihren Weg und lassen Sie sich überraschen von den Begegnungen, die Sie mit sich selbst machen werden.

Bei Aristoteles lesen wir: "Weder der Abendstern noch der Morgenstern sind so wundervoll wie die Gerechtigkeit." Er hatte dieses kleine Loblied auf die Gerechtigkeit angestimmt, in das jeder rechtschaffene Mensch gern einstimmen wird. Ein gerechter Mensch gilt uns als der Höchstfall von Menschsein: ein wahrhaft menschlicher Mensch.

Aristoteles öffnet mir das Tor, das Ethische mit dem Ästhetischen zu verschränken, was der Philosoph Jean-Luc Nancy auch als Verschränkung der Philosophie mit dem Denken der Gemeinschaft begreift. Der Franzose lädt ein, über das Verhältnis von Kunst, Denken und Gemeinschaft, des Sinns im Gemeinsamen nachzudenken.

Vielleicht rührt die Rauminstallation Ihre Seele an - vielleicht wühlt diese sogar auf, treibt Sie zum Tun: Schönes und schönes tun - Ethik und Ästhetik als Lebenswerte.

Platon formulierte in seiner "Paideia", die sich mit Be- und Er-Ziehung beschäftigt, es gehe beim Sein um

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das kognitiv Eine: Wahre - verum

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das ethisch Eine: Gute - bonum

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das ästhetisch Eine: Schöne - pulchrum.

Ästhetik als Wahrnehmung des Schönen hat nicht nur etwas mit der äußeren Form oder mit Mode zu tun. Das Wahrnehmen des Schönen gründet in dem Wahrnehmen des inneren Wesens der Dinge.

Hilde Domin formuliert dies in ihrem Gedicht "Die Heiligen" so:

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"Wir essen Brot. Aber wir leben vom Glanz."

Andreas Luckner, Universität Stuttgart, fragt seine Studenten:

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Was haben Kunst und Literatur, Gegenstände philosophischer Ästhetik, mit Normen unserer Lebenspraxis, dem Gegenstand der Ethik also, zu tun? Ist ästhetische Urteilsfähigkeit vielleicht sogar eine notwendige Voraussetzung für ein gutes und gelingendes Leben, das auch moralischen Ansprüchen zu genügen hat?
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Quelle: www.uni-stuttgart.de/philo/index.php?id=435

Leitende Fragen der Ethik sind: Was heißt es, sich im Leben und Handeln zu orientieren? Welchen Normen und Normarten unterstellen wir uns dabei? Was sind moralische Konflikte und ethische Probleme? Können solche Konflikte und Probleme 'gelöst' werden? Was hat das alles mit mir zu tun?

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"Unvorstellbar, dass es einmal eine Zeit gab, in der man die Kunst für das Höchste im Leben gehalten hat, höher als alle Geschäfte, höher als alle Wissenschaft! Groß und bedeutend und unübersehbar platziert im Zentrum der menschlichen Existenz." So schreibt Iris Radisch in "Die Zeit".
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Quelle: zeus.zeit.de/text/2005/02/L-Schiller-Briefe

Es geht um Friedrich Schiller und seine Briefe "Über die ästhetische Erziehung".

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"Wie nah ist uns Schillers verzweifeltes Gejaule über die unrühmlichen seelischen Folgen der technischen Revolution. Von der ‘Zerrüttung’ des inneren Menschen, seinem ‘kalten Herzen’, seinem ‘Geschäftsgeist’, der ‘Zerstückelung’ des menschlichen Wesens geht seine klagende Rede."
 

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4. Schritt

doroTzeller hat in Ihrer Entwicklung der letzen Jahre neben die handwerklichen "Scherben" aus Keramik das "Wort" in Form von Zitaten gesetzt.

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"Ist es das Offene, das Mögliche, auch das Immensurable?
Meine Würfel sind nicht "nur vermessen", sie sind als Erfahrungsgegenstände offen:
zwar ist jeder nach dem selben Muster geschnitten, dennoch ist jeder einzelne ein Individuum, die Einzelteile sind nicht austauschbar. Eine eher emotionale Handwerklichkeit spiegelt sich in den Oberflächen des Materials Ton, Spuren des Machens sind ablesbar. Spielerische Offenheit steht neben systematischer Analyse.
Es ist die relative Harmlosigkeit der Form, die einen freien Blick eröffnet für neue Sehweisen und Raum gibt für Interpretationen der jeweils eigenen Gedanken- und Empfindungswelten, seien es rationale, irrationale, spirituelle, emotionale oder sowohl-als-auch."

Zugleich warnt sie den Betrachter:

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"Einen Zugang zu dieser Ausstellung zu bekommen ist nicht leicht und vielleicht auch mühsam, Ungeduld und Eile sind nicht geboten um einen Zugang zu finden. Warten im Sinne von in sich hineinhorchen, verweilen, ist angebracht ."

Und doch gilt es, spielerisch einen Orientierungsraum zu eröffnen, einen Orientierungsrahmen anzubieten:

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Dachte heute über Kunst nach
Sie ist Spiel.
Und solange es sich um das Spiel arbeitender
normaler Menschen handelt
ist es gutes Spiel
Lew Nikolajewitsch Tolstoi

Lesen Sie dazu das Themenheft "Komm, spielen" von "brand eins" Heft 8, August 2006!

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5. Schritt

Meine Deutung: Eine Einladung, das eigene Leben in seiner Einheit und Vielfalt zu leben.

Lassen Sie mich erzählen, wie es passierte, sich ereignete, zutrug: es war das Fest der Menschwerdung 2003, Weihnachten. Ich begegnete erstmals doroTzeller und ihren Werken. Meine Schwester Anita hatte diese Begegnung vermittelt. Ich sah den ersten "open cube" und da hatte ich dieses "Bauchgefühl", das sei mein Thema: "Gebrochene Würfel", Würfel mit Bruchlinien. Und schon war ich auch auf dem Heideggerschen Holzweg. Denn der "cube" war nicht offengeworden, weil er gebrochen wurde, sondern weil er ganz gezielt, geplant, überlegt durch "Schnitte" von doroTzeller geöffnet wurde.

"Bruchlinien" waren aber damals mein Thema. In den Wochen vor dieser Begegnung mit dem "open cube" von doroTzeller hatte ich viele Begegnungen mit arbeitslosen Akademikern, mit deren gebrochenen Arbeitsbiographien. Von außen waren ihre Lebensentwürfe gebrochen geworden. Die Öffnungen waren erzwungen, gewaltsam herbei geführt, oft nicht gewünscht und meistens nicht selbst verschuldet. Deshalb sah ich in den Konstruktionen von doroTzeller zunächst und ausschließlich "Bruchlinien" des Lebens von Menschen.

Im Gespräch mit doroTzeller lernte ich ihre "Schnitte" schätzen. Diese Schnitte des open cube sind Schnitte, gesetzt in Freiheit und aus Freiheit. Sie schaffen Raum, öffnen auf Neues hin, erlauben Begegnung mit den Innenräumen, zeigen Innenansichten und nichts geht verloren.

"Jeder Würfel wird auf die gleiche Weise montiert - geschnitten - montiert - geschnitten, nichts an Fläche geht verloren, eher ein ‚Zugewinn‘ durch die Flächen der Schnittstellen." So doroTzeller.

Das habe ich 2004 gesagt. Ich kann es uneingeschränkt wiederholen.
Den Text zur Vernissage 2004 finden Sie hier.
 

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6. Schritt

Sie, als Besucherin und Besucher kommen ins Spiel! Als "homo ludens" [Johan Huizinga] können Sie sich am Spiel beteiligen. Das Ineinander von "sinnvoll, aber nicht notwendig" gehört für Hugo Rahner SJ zum inneren Wesen des Spiels, und die Welt ist voller Hinweise darauf. Der spielende Mensch ein "Spielzeug Gottes", wie Platon es beschreibt. Dazu passt die Darstellung des Gottes Zeus, der als Kind mit der Weltkugel in der Hand wie mit einem Ball spielt, so wie man später auch den Jesusknaben abgebildet hat.

Aus Spiel wird "heiliger Ernst" und wenn sich die Regeln erst richtig "eingespielt" haben, sind sie nicht mehr ohne weiteres zu ändern und beginnen ihrerseits Zwangscharakter anzunehmen. Denken Sie an die Bereiche "Politik", "Kirche", "Gesellschaft". Wir werden verschlossen, führen "Ein Leben in der Schachtel. [Una vita in scatola, Italien 1967]". Und dann kommen die Fragen, an Sie, an mich, angestoßen durch doroTzeller und von mir als rhetorische Frage formuliert:

Wie viele Schritte Sie benötigen, um von Ihrem Außen, Ihrer sozialen Rolle, Ihren Funktionen und Aufgaben, Ihrem Selbstbildnis und Ihrem Fremdbild, den Weg in Ihr Inneres, in Ihr "Allerheiligstes" zu gehen, dass weiß ich nicht. Mir steht es auch nicht zu, darüber zu spekulieren!

Auch doroTzeller will keine Antworten geben, stellt aber Fragen:

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Inwieweit erkenne ich in meinen Lebensräumen Spielraum?

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Wie viel Spielraum habe ich, nehme ich mir, lasse ich zu, gebe ich mir?

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Wie viel lasse ich meinem Gegenüber ?

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Ich bin überzeugt, das der Rezipient mancherlei Empfindungsräume, Irritationsräume, Zweifel, Ahnungen etc. in der Ausstellung erfährt. Er kann sich von der RI ansprechen lassen [ Z1] und sich gegebenenfalls zum handeln bewegen lassen. Auf eigene Gefahr!

Ich möchte Ihnen Karl Valentin auf diese Innen-Reise mitgeben:

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Heute will ich mich besuchen, hoffentlich bin ich daheim!

Und wenn es Ihnen geht wie jenem unbekannten Berliner, vielleicht war der Ausspruch auch von Karl Krause:

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Mensch, geh’ in dir! War ich schon! Ist auch nichts los!

Lassen Sie sich nicht sofort entmutigen. Die Rauminstallation macht mir deutlich, dass in jedem Menschen eine Vielfalt an "Modulen" steckt, die er selbst für sich entdecken kann.

Und wenn ich einen "Klotz am Bein" [doroTzeller "Klotz fürs Bein", Ton, poliert und Silberkettchen, 2001] mit mir herumschleppe, vielleicht kann ich diesen ja auch aufschneiden und seine Vielfalt entdecken und nicht nur unter seiner Last stöhnen.

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7. Schritt

Wenn Sie es gerne noch ein wenig abstrakter haben wollen: Mit theoretischem Anspruch formuliert, ist meine Einführung in die Interaktive Rauminstallation "Spielraum oder? Die Räumlichkeiten des menschlichen Lebens" von doroTzeller mit dem Titel "Auf dem Weg nach Innen: Mensch werde wesentlich" eine "narrative Theologie mit einer energetisch-ethischen Funktion". Diese Theologie sucht eine Bewegung in Gang zu bringen, zu ermahnen, aufzumuntern, zu trösten, für zusprechen, zu berufen, eine Entscheidung herauszufordern, neue Lebensmöglichkeiten zu schaffen, zu verwandeln, zu bezeugen und zu bekennen.

Deshalb lade ich Sie im Sinne einer narrativen Theologie zum Besuch der Rauminstallation ein, zu einer spirituellen Wanderung, zu einem meditativen Gehen. Dabei werden Sie auch eine "Zelle" von doroTzeller entdecken.

Für doroTzeller ist sie "Rückzugsraum, Meditationsraum , Kontemplationsraum, intimer Raum", Raum, zu sich zu kommen.

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“Im Zentrum gibt es eine kleine “Zelle”, einen kleinen, fast leeren Rückzugsraum, Schutzraum, Meditationsraum. Die Fahne mit der Beschriftung

ACHTORT
ACHTUNG
ACHTBAR
ACHTSAM
und darunter die 4 Satzzeichen ! ? : -

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[letzteres ist ein Gedankenstrich, wurde aber schon als "minus" bezeichnet], siehe Foto, die von innen zu lesen ist und vor der die jap. Schuhe stehen."

Viele andere eigene Gedanken hat die "Installateurin" und "Raumpflegerin" auf kleinen Zetteln in ihren "Räumlichkeiten" dem geneigten Betrachter vordergründig und tiefsinnig hinterlassen.

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8. Schritt

8 und : Die "Acht" wird in der Horizontalen zum Zeichen für "Unendlich".

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"Ton ist unendlich" doroTzeller.

Acht-sam durchschreiten wir den unendlichen Raum dieser Installation.

Ich danke doroTzeller für Ihre archaischen Zu-Mutungen, Ihre Auf-Gaben, Ihre An-Stöße mit einem Zitat von Sr. Nike Vennekens aus der "Dimension des Religiösen in der Kunst der Gegenwart":

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"Künstler leben zwischen Himmel und Erde. Sie sind nicht ganz von drüben und nicht ganz von hier. Sie müssen ihr Fach erlernen, meistern, beherrschen. Aber was mit ihnen passiert, das haben sie - meistens - nicht im Griff: wie Stromleitungen sind sie, wie Stromkabel, suchend, kämpfend mit sich und ihrer, unserer Zeit. In ihren Werken, in ihren Bildern spiegelt sich auch wider, was uns bewegt, und sie vermitteln jenen Hauch der Ewigkeit, nach dem wir alle suchen, auch wenn wir unsere Sehnsucht tief begraben haben: unendlich geliebt zu werden und unendlich zu lieben. Künstler vermitteln uns Kenntnis von uns selber, wie es um uns steht."

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Quelle: www.bildimpuls.de/html/texte.html

Und Sie, verehrte Besucherin, verehrter Besucher, lesen Sie sich in Stille noch einmal den Text von Anton Stankowski - zentral in der Rauminstallation aufgehängt - durch:

finden
vereinfachen
versachlichen
vermenschlichen
– das Letzte
ist das Schwerste

So will ich mein eigener "Raumpfleger" sein !

Danke, doroTzeller !

Und am Ende des äußeren Weges, den doroTzeller uns zu gehen auferlegt, kurz bevor wir das Innere erreichen, habe ich gelesen:
"es ist genug" !

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