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P. Benno Kuppler SJ - ein Porträt vorträge & workshops themen als pdf Meine Mailadresse benno.kuppler[at]jesuiten.org ersetzen Sie [at] mit dem Mailzeichen |
Selfness. Oder ein spirituelles Angebot„Selfness". Ein neues Trendwort taucht auf, das von Matthias Horx als Wort-Provisorium, als eine Art Arbeitsbegriff im Jahr 2002 erfunden wurde, um nach Trends zu suchen: welche Werte bestimmen den einzelnen Menschen und die Gesellschaft. Dauerhafte Selbstveränderung ist für die Menschen wichtig, lautet eine wichtige Erkenntnis von Horx. „Selfness" zielt auf dauerhafte Selbstveränderung, auf Selbstwerdung! Viele geistliche Lehrer, Frauen und Männer, haben in der Vergangenheit selbst geübt und andere gelehrt, sich selbst dauerhaft zu verändern, mehr Mensch zu werden. Ihre Wege des Übens werden auch in unseren Tagen von Menschen erfolgreich beschritten. „Ich bin, wozu ich mich entscheide. Selbstwerdung im Entscheiden", so beschreibt Willi Lambert SJ das Ziel der „Geistlichen Übungen" des Ignatius von Loyola, des Gründers des Jesuitenordens. Was es dazu braucht? Eine Auszeit zum Anhalten und Aufatmen. Wahrnehmen der Bewegungen und Strömungen in mir. Das eigene Leben und seine Arbeit ins Gebet nehmen. Und ein wenig Mut, einen geistlichen Prozess beginnen. In der Betriebsamkeit des Alltags will dieser Prozess nur schwer gelingen. Ein stiller, einladender Raum kann ein erstes Angebot sein. Sich auf den eigenen Weg zu machen, kann ein erster wesentlicher Schritt werden. Viele Schritte werden folgen. Das „Storymanagement" des IgnatiusViele Mut-Mach-Geschichten finden sich in der Bibel, die von der Größe und Einzigartigkeit des Menschen, aber auch seinen Grenzen erzählen. Beispielhaft zwei biblische Geschichten, sie erzählen als Zu-Mutung, das eigene Leben mit allen seinen Schattierungen zu betrachten: Neid und Eifersucht, Selbstüberschätzung und Großmannsucht. „Kain und Abel. Wenn Arbeitsbeziehungen tödlich wirken" oder „Mose und Jitro. Charismatische Führung braucht Strukturen". Und es gibt einen Weg in eine bessere Welt, mehr als eine Vision. Die biblischen Geschichten in den „Geistlichen Übungen", den Exerzitien des Ignatius laden ein, das eigene Leben zu bedenken und zu betrachten. Sie sind Spiegel der Erfahrungen konkreter Menschen. Das Meditation biblischer Geschichten hilft dem Übenden dabei, das Seine, das Eigene bei der Suche nach dem Sinn und der Orientierung seines Lebens zu finden. Diese Geschichten zielen auf die gesamte Lebensgestaltung: Leben und Arbeit. Ausgangspunkt und Leitvorstellung ist die „Suche nach dem guten Leben", die Frage nach einem erstrebenswerten Sinn, nach dem Ziel und den Werten des Lebens des Mensches und einer Organisation. Die „Unterscheidung der Geister", die Klärung der eigenen Motivationen für konkretes Tun und Lassen, hilft dabei, seine Lebensprozesse wahrhaftig zu betrachten. Sie sind gleichsam eine geistliche Einladung: „tell the story" im Licht des Glaubens und öffne dich dem heilenden Prozess der Versöhnung, auch mit dir selbst. Mach‘s wie Gott, werde Mensch! Grundfragen des MenschenWas kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? So formuliert Kant die Frage nach dem Menschen. Solche Fragen nach der Orientierung des eigenen Lebens stehen nicht als geplante Termine im Kalender, sie melden sich, wenn sie dran sind. Krisen und Sinnsuche rufen nach einem lebensgeschichtlichen Einstieg. Jeder Mensch hat seine eigene Lebensgeschichte: seine Eltern und die Ursprungsfamilie, seine Ahnen, seine Erfahrungen in und mit der Kirche oder ohne eine Kirche, seine kulturelle und weltanschauliche Prägung, Erfahrungen in Beruf, Familie und Partnerschaft, im Freundeskreis, in einem Club oder Verein. Selten aber machen Menschen die Erfahrung, dass diese individuelle Lebensgeschichte auch ihre ganz persönliche Glaubensgeschichte ist, Erfahrungen von Freude und Hoffnung, Trauer und Angst. Das Fundament„Wir alle brauchen jemanden, der uns keine Vorwürfe macht." So lese ich auf einer Spruchkarte und benutze diese Worte immer wieder in Seminaren. Die Zustimmung der Teilnehmer ist uneingeschränkt positiv. Allerdings mache ich dann auf den „Haken" aufmerksam. Der Text ist negativ formuliert: „keine Vorwürfe machen". Und doch deckt diese Formulierung eine positive Sehnsucht auf: Jeder Mensch will angenommen werden, so wie er ist, sucht nach Wertschätzung. Ignatius beschreibt diese Sehnsucht als „Prinzip und Fundament" am Beginn des geistlichen Prozesses der Exerzitien. Die MethodeMit den Worten des Ignatius: Geistliche Übungen dienen dazu, „sich selbst zu überwinden und sein Leben zu ordnen, ohne sich durch irgendeine Neigung, die ungeordnet wäre, bestimmen zu lassen." Es sind „Übungen", die ein Mensch ausführt, um sein Leben klarer zu sehen, Erfolge und Versagen zu betrachten, Schuld anzuerkennen und Versöhnung anzunehmen und das Leben neu zu gestalten: mehr Mensch zu werden. "Wenn ich einen Tag nicht übe, merke ich es. Wenn ich zwei Tage nicht übe, merken es meine Freunde. Wenn ich drei Tage nicht übe, merkt es das Publikum." So beschreibt ein der Konzertpianist Vladimir Horowitz seine Erfahrungen mit dem Üben. Üben ist auch Voraussetzung eines Prozesses, der zu „Selfness", Selbstwerdung, Menschwerdung führen soll. Und eine kleine Nebenbedingung für den „Erfolg" des Übenden fordert Enthaltsamkeit: kein Handy, kein Internet, kein Organizer. Im Mittelpunkt steht die Begegnung des konkreten Ich‘s mit Gott, dem Schöpfer, und sich selbst. Humorvoll und tiefsinnig beschreibt Karl Valentin die Schwierigkeit dieser Selbstbegegnung: „Heute will ich mich besuchen, hoffentlich bin ich daheim!" Die „Exerzitienreise"Alle Erfahrungen von Geglücktem und Gescheitertem rufen - oft unbewusst - die Frage wach: Was gibt dem Menschen, seinen Beziehungen und seinem beruflichen Bemühungen die notwendige Orientierung und ihren Sinn? Eine Exerzitienreise ist eine Einladung „das zu entdecken, was Gott in das eigene Leben hineingelegt hat. Ignatius gibt in seinen geistlichen Übungen die dynamische Kraft seines eigenen geistlichen Weges weiter an andere. Die Exerzitien sind ein Wegweiser bei der Reflexion über die Bedeutung des eigenen Lebens, über unsere Beziehung zu Gott und den Menschen. Sie sind ein Prozessweg, der den Menschen zur Annahme des Geheimnisses Gottes und zur Entdeckung des eigenen Ichs führt. Das Ziel dieses Weges ist die Selbstwerdung und das Hineinwachsen in das Sein für andere zum Lobpreis und Dienst Gottes" [Kardinal-König-Haus, Wien]. Eine Einladung an SuchendeDie geistlichen Übungen des Ignatius sind eine Einladung an jeden suchenden Menschen, selbst hinter die eigene Fassade zu schauen: eigene Gefühle zu respektieren, seine Wünsche und Bedürfnisse zu entdecken, offene Wünsche und Gefühle auszudrücken, Schuld und Versöhnung anzunehmen. Das Ziel des Übens ist klar: eigene Maßstäbe ergründen, entwickeln und diese im Alltag umsetzen. Jeder geistliche Prozess spricht alle Intelligenzebenen des Menschen an: die kognitive, die emotionale und die spirituelle Intelligenz. Die spirituelle Intelligenz ermöglicht es, Entscheidungen und Handlungen wertorientiert vorzunehmen. Als Gabe hat sie jeder Mensch, viele auch als Sehnsucht, einige wagen sich auf einen geistlichen Weg. Geistliche Übungen umfassen alle Aspekte des Lebens. Es geht um den Wachstums- und Verwandlungsprozess des konkreten Menschen, um seine Selbstwerdung.Dazu muss der Mensch die Unfähigkeit ablegen, sich schwach und verletzbar zu zeigen, was in unserer Gesellschaft bedrohlich erscheint. Denn oft wird nach außen scheinbare Stärke gezeigt und zugleich nach innen gehungert nach aufrichtiger Anerkennung und ehrlicher Wertschätzung. Am Ende des Prozesses kann eine neue, nicht nur geistliche Ausrichtung des Lebens stehen: mehr Selbstwerdung, mehr Menschsein. Ein Angebot in Leipzig: Ein stiller, einladender Raum „Gott lässt sich suchen und finden in allen Dingen.", auch in der Betriebsamkeit des Alltags von Leipzig: in der Sternpassage, Hainstraße 12, ganz hinten rechts. Ein stiller, einladender Raum ist das erste konkrete Angebot. Wenn Sie sich auf den eigenen Weg machen, ist dies Ihr erster wesentlicher Schritt. Werktags 11.00-19.00 Uhr und samstags bis 16 Uhr sind Sie willkommen. Einfach mal hinsetzen und da sein, verschnaufen, nachdenken oder beten. Sie können hineingehen, sich hinsetzen, ohne sagen zu müssen, was Sie hier wollen, im Gegenteil: in diesem Raum sind Sie gebeten zu schweigen und Orientierung zu finden. Schenken Sie sich einen tiefen Atemzug Zeit im Alltag. Liebe Leserin, lieber Leser, Sie sind es sich selbst wert. Ihr Pater Benno Kuppler SJ im September 2006 Mein Angebot:
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©1998- 2010 Pater Benno Kuppler SJ |werte-wirtschaft-weiterbildung.de|coaching & spiritual consulting | münchen|file last updated 2010-05-29| we-wi-we Impressum| wirtschaftsethik | predigten| we-wi-we @ktuelles| Mein Kurzporträt pdf-file| Optimale Darstellung IE [download] |