Anerkennung und Kritik
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Dr. Benno Kuppler

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Anerkennung & Kritik.
Mitarbeiter/innen als interne "Kund/innen"
Teilnehmerblatt und das Referat als pdf-Datei zum Herunterladen

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1. Biographisches zum Thema 4. Anerkennung als Vitamin der Arbeit
2. Die Begriffe im Titel 5. Kritik als Wachstumshormon der Arbeit
3. Mitarbeiter/innen als interne "Kund/innen" 6. Als Letztes das Erste: der Mensch

1. Biographisches zum Thema

bullet"Meine nachstehenden Gedanken beschäftigen sich grundsätzlich mit der Frage, ob der Unternehmer nur die Fehlleistung tadeln [Kritik] sollte oder ob es nicht sinnvoll wäre, auch die Leistung mit Lob [Anerkennung] zu fördern... Viele Vorgesetzte stehen heute noch auf dem Standpunkt, dass Kritik hin und wieder notwendig, Lob dagegen überflüssig sei. Wenn nichts gesagt wird, dann sei eben nichts zu beanstanden. Mit Recht genügt den meisten Mitarbeitern, die selbständig handeln und kritisch mitdenken wollen, diese Einstellung nicht mehr. Sie wollen, auch ohne einen besonderen Anlass, wissen, wie sie und ihre Leistung beurteilt werden." [Lehrbericht 1970]
bulletHeute weiß ich, dass unser Thema eine ausgebildete "emotionale Kompetenz" [Claude Steiner] von Mitarbeiter/innen und Führungskräften erfordert. Die Grundregel emotionaler Kompetenz lautet: sei ehrlich! Sage nur das, was Du wirklich meinst. Aber respektiere, wenn ein anderer Deine Ansicht im Augenblick nicht hören will. [Claude Steiner, Emotionale Kompetenz, Taschenbuch - 255 S. [1999] DTV, München.; ISBN: 3423361573]

2. Die Begriffe im Titel

● Anerkennung = Lob: d.h. die Tätigkeit des Mitarbeiters dort zu würdigen, wo sie einmal den Erwartungen = Geschuldetem entspricht, und erst recht dort, wo sie über das Geschuldete hinaus geht. Erfüllung in der Arbeit recht verstanden heißt: Anerkennung des Wertes und der Größe der Person bei sich selbst und im anderen.

● Kritik = Tadel bei Fehlern, an sachlicher Ausführung der übertragenen Aufgaben oder an persönlichem Verhalten im dienstlichen Kontext.

● Gibt es auch Raum für Lob und Kritik der Vorgesetzten [und Kolleg/innen]?

€ Mitarbeiter/innen als lohnabhängige Arbeitnehmer, aber auch als Ehrenamtliche. Der Begriff "Mitarbeiter/innen" setzt voraus, dass es auch Vorgesetzte gibt. "Interne Kund/innen" ist Ausdruck aus dem Marketing. Gerade für soziale, karitative, kirchliche und weltanschauliche Einrichtungen ein wenig beachtetes Phänomen.

● Arbeitgeber von Unternehmen mit weltanschaulicher/ideologischer Ausrichtung neigen dazu, ihren Mitarbeiter/innen "Glaubensbekenntnisse" abzuverlangen. Die Arbeitsbeziehung wird zu einem ganzheitlichen Anspruch an den Menschen.

● 1. Grundsatz der Führungsethik von Rupert Lay.

3. Mitarbeiter/innen als interne "Kund/innen"

● Beim Marketing nach Hans Raffée [FS Dichtel, hg. Hans H. Bauer, Wege des Marketing. Festschrift zum 60. Geburtstag von Erwin Dichtel, Berlin 1995, S. 161-175] geht es nach heutigem Verständnis um eine ganzheitliche Führungskonzeption, sowohl für erwerbswirtschaftliche wie für nicht-erwerbswirtschaftliche Institutionen, die Planung und Gestaltung von Austauschbeziehungen mit Kunden, um ihnen Problemlösungen zu bieten, eine Denkhaltung: "Im Kopf und Herzen des Kunden denken und fühlen" und eine "Technologie" im Sinne eines Repertoires von Gestaltungsinstrumenten.

● Zufriedenheit am Arbeitsplatz als Voraussetzung für eine effektive Arbeit. Zufriedenheit am Arbeitsplatz als Voraussetzung für einen effektiven Einsatz für die externen Kunden. Zufriedenheit am Arbeitsplatz als Voraussetzung für eine Akzeptanz des Unternehmens, der Einrichtung in der sozialen Umwelt. Zufriedenheit am Arbeitsplatz als Voraussetzung für eine Akzeptanz der Produkte im Wettbewerb mit anderen Anbietern gleicher oder ähnlicher Produkte

● Ganzheitliches Marketingkonzept integriert auch die Mitarbeiterinnen als "interne Kunden" basiert auf einer Organisationsphilosophie, sollte von einer Vision geprägt sein. Orientierungsdefizite von Kunden, Öffentlichkeit und Mitarbeitern als Folge der Diversifikation.

4. Anerkennung als Vitamin der Arbeit

bulletAnerkennung = Lob: d.h. die Tätigkeit des Mitarbeiters dort zu würdigen, wo sie einmal den Erwartungen = Geschuldetem entspricht, und erst recht dort, wo sie über das Geschuldete hinaus geht. "Entfremdung" christlich verstanden: fehlende Anerkennung des Wertes und der Größe der Person bei sich selbst und im anderen. Baukasten Erfolg versprechender Angebote. Mitarbeiterentwicklung. Mitarbeiterentwicklungsgespräche. Überblick über die Mitarbeiterentwicklung: z.B. Qualifikation, Fluktuation, Krankheitstage. Stärkung institutioneller und individueller Fähigkeiten als Grundlage für Neuausrichtung des Angebotkonzeptes. Identifikation mit dem Unternehmen. Loyalität.
bulletZur emotionalen Kompetenz von Führungskräften gehört es auch, die/den Mitarbeiter/in zu fragen, ob er jetzt ein Lob hören will. Denn ein Lob im falschen Moment oder an der falschen Stelle kann missverstanden werden.
bulletEinige Merkregeln aus Volkesmund: "Loben zieht nach oben!", "Nicht geschimpft, ist gelobt genug.", "Gelobt ist genug, wenn man es essen tut!"

Frage an die Teilnehmer:  

bulletWie oft wurden Sie in dieser Woche von einem Menschen in Ihrem beruflichen oder privaten Umfeld gelobt?
bulletWie oft haben Sie in dieser Woche einen anderen Menschen in Ihrem beruflichen oder privaten Umfeld gelobt?
bullet3., 4., 5., 7. Grundsatz der Führungsethik von Rupert Lay.

5. Kritik als Wachstumshormon der Arbeit

bulletKritik = Tadel an sachlicher Ausführung der übertragenen Aufgaben. "Entfremdung" christlich verstanden: fehlende Anerkennung des Wertes und der Größe der Person bei sich selbst und im anderen. Innere Kündigung. Dienst nach Vorschrift.
bulletDekalog, 5. Gebot: Du sollst nicht töten!

Kommentar in Gotteslob:

bullet"Das ist die Forderung, das eigene und fremde Leben zu achten. Geistiges und leibliches Leben sind Gaben, die uns Gott zur Pflege und Entfaltung anvertraut. Das schließt den Auftrag ein, für gesunde Lebensbedingungen zu sorgen und ein Klima der gegenseitigen Fürsorge zu schaffen, in dem jeder nicht nur sein Recht erhält, sondern auch jene Liebe und Anerkennung erfährt, ohne die er verkümmern müsste."
bullet"Engagierte Mitarbeiter entwickeln ihre überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit ganz wesentlich aus dem Spannungsfeld von Versuch und Irrtum. Fehler sind für sie Wegweiser zum Ziel. Wird dieser Spannungsbogen von misstrauischen Vorgesetzten laufend unterbrochen, zerbricht das Engagement." [Hartmut Volk, Die neun Kardinalfehler von Vorgesetzten, in: Psychologie Heute, Juni 1999, S. 10]
bulletZur emotionalen Kompetenz von Führungskräften gehört es auch, die/den Mitarbeiter/in zu fragen, ob er jetzt seine Kritik hören will. Denn eine Kritik im falschen Moment oder an der falschen Stelle kann missverstanden werden.

Frage an die Teilnehmer:  

bulletWie oft wurden Sie in dieser Woche von einem Menschen in Ihrem beruflichen oder privaten Umfeld kritisiert?
bulletWie oft haben Sie in dieser Woche einen anderen Menschen in Ihrem beruflichen oder privaten Umfeld kritisiert?
bullet3., 4., 5., 7. Grundsatz der Führungsethik von Rupert Lay.

6. Als Letztes das Erste: der Mensch

bulletGleichheit der Menschen unabhängig von Geschlecht, Rasse, Religion begründet a] aus den Menschenrechten, b] aus dem christlichen Glauben: Gottebenbildlichkeit des Menschen. Personalität als sozialethischer Grundsatz. unterschiedliche Fähigkeiten, Begabungen und Funktionen. Notwendigkeit zwischen Arbeitsrecht und moralischen Ansprüchen unterscheiden.
bulletHinweise auf meine eigene Praxis.
bulletNeun Kardinalfehler: 1. Die Sucht, alles selbst zu bestimmen. 2. Geheimniskrämerei. 3. Entscheidungsschwäche. 4. Unberechenbarkeit. 5. Sprunghafte Zielwechsel. 6. Taube Ohren. 7. Konfliktscheu. 8. Misstrauen. 9. Selbstbeweihräucherung. [Hartmut Volk, Die neun Kardinalfehler von Vorgesetzten, in: Psychologie Heute, Juni 1999, S. 10]
bullet"Übe Kritik nur gegenüber dem Betroffenen, nicht in Anwesenheit anderer, und versuche, auch den Betroffenen und sein Versagen zu verstehen, indem du ihm Gelegenheit gibst, sich zur Sache zu äußern." [Lehrbericht 1970]
bulletHeute weiß ich, dass unser Thema "Anerkennung & Kritik. Mitarbeiter/innen als interne ‚Kund/innen‘" eine ausgebildete "emotionale Kompetenz" von Mitarbeiter/innen und Führungskräften erfordert. Die Grundregel emotionaler Kompetenz lautet: sei ehrlich! Sage nur das, was Du wirklich meinst. Aber respektiere, wenn ein anderer Deine Ansicht im Augenblick nicht hören will. [Claude Steiner, Emotionale Kompetenz, Taschenbuch - 255 S. [1999] DTV, München.; ISBN: 3423361573]
bulletMein Menschenbild speist sich aus der christlichen Sozialethik. Gerne nehme ich aus den Humanwissenschaften Gedanken und Anregungen auf, die mit diesem Menschenbild kompatibel sind. Eigene Erfahrungen mit TZI und TA haben mich darin bestärkt.
bulletZwei Texte aus der Pastoralkonstitution "Die Kirche in der Welt von heute" des Zweiten Vatikanischen Konzils begleiten mich seit Jahren:
bullet"Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen Widerhall fände." [GS 1]
bullet"Auch im Wirtschaftsleben sind die Würde der menschlichen Person und ihre ungeschmälerte Berufung wie auch das Wohl der gesamten Gesellschaft zu achten und zu fördern, ist doch der Mensch Urheber, Mittelpunkt und Ziel aller Wirtschaft." [GS 63]

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