Faktor Mensch. Wurzeln in einer multikultureller Gesellschaft
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Dr. Benno Kuppler

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Faktor Mensch. Wurzeln in einer multikulturellen Gesellschaft


"Faktor Mensch - UnternehmensKultur in internationalisierten Märkten"
VIII. Symposium des KuWi-Netzwerks International e.V.
Schirmherrschaft: Professor Dr. Dr.h.c. Walther Zimmerli
30. Mai bis 01. Juni 2003 - Universität Passau

Materialsammlung und Stichworte zum freien Vortrag von
P. Dr. Benno Kuppler SJ

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"Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt." 1 Petrus 3, 15 - Mein Lebensmotto.

Hanna Arendt beschrieb das Klima in Deutschland mit folgenden Worten:

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"Die intellektuelle Atmosphäre ist von vagen Gemeinplätzen durchdrungen, von Anschauungen, die sich lange vor den jetzigen Ereignissen, zu denen sie passen sollen, herausgebildet hatte; man fühlt sich erdrückt von einer um sich greifenden öffentlichen Dummheit, der man kein korrektes Urteil in den elementarsten Dingen zutrauen kann und die es beispielsweise möglich macht, dass in einer Zeitung die Klage angestimmt wird: 'Die ganze Welt hat uns wieder einmal sitzen gelassen.'"
H. Arendt, Besuch in Deutschland, in: Zur Zeit. Politische Essays, Berlin 1986 S.50

Karl Valentin [1882 - 1948] "Fremd ist der Fremde nur in der Fremde"

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"Fremde unter Fremden sind, wenn Fremde über eine Brücke fahren und unter der Brücke fährt ein Eisenbahnzug mit Fremden durch, so sind die durchfahrenden Fremden Fremde unter Fremden, was Sie wahrscheinlich so schnell garnicht begreifen werden."
aus "Die Fremden"

Menschenbild

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Anthropologie: philosophisch, theologisch; sozialphilosophische Grundsätze

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Personalität: Der Mensch ist mehr als Individuum; Personsein weist immer auch auf den anderen, das Du, hin; Individualnatur und Sozialnatur im Menschen gehören zusammen; Jeder Mensch ist Person: auch mein wirtschaftlicher oder politischer Gegner;

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Subsidiarität, Solidarität, Gemeinwohl/Nachhaltigkeit

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Einige Links
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Der Mensch: gesellschaftlich

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Der Mensch und sein Bild

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Christliche Ethik

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Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit.

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Das Gewissen

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Menschenrechte und Menschenwürde

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Person und Rolle

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Personalität

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Themen kirchlicher Sozialverkündigung

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"Was soll ich tun?"

Grundgesetz Art. 3.3

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Schutz unterschiedlicher kultureller Werte und ethnischer Abstammung; Art. 3.3 GG reicht völlig aus: Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.

Sprache, Riten, Rituale und Brauchtum

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Turm zu Babel [Eine ethische Trilogie LHI-Booklet]: Sprachprobleme: Von Türkendeutsch über Kanak Sprak zu Kanakisch; Fremdsprache; Herkunftssprache; Eine Familie, drei Sprachen; Alltagskultur - ein Mosaik. Elemente eines umfassenderen Kulturverständisses;

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Urbane Revitalisierung: statt Tante-Emma-Laden der Onkel-Mehmet-Laden;

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Ausländische Mitbürger lehren die Deutschen, "dass die öffentlichen Straßen und Plätze nicht nur Räume für den Autoverkehr, die Warenzirkulation und die Bürgerbeobachtung sind, Grünflächen auch als Stätten der Kommunikation und der Erholung genutzt werden können.";

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Küssen. "Früher haben sich nur die engsten Familienmitglieder in Deutschland küssen dürfen. Heute küssen sich sogar die Männer zur Begrüßung. Eine schöne Geste, die übernommen wurde."

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Naseputzen: "Im Iran putzt man sich entweder leise oder in einem anderen Raum die Nase. Nie aber könnte man sich, wie in Deutschland und schon gar nicht in einem Restaurant, laut schnäuzend die Nase putzen."

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"Ich habe fertig": Nachhaltig die deutsche Sprache geprägt hat Giovanni Trappatoni, früherer Trainer des FC Bayern München.

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Die verschmähte Geliebte "Türkei" gewinnt Grand Prix d‘Eurovision: Europa muß nächstes Jahr nach Asien gehen!

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Männerdominanz: Unsere Vorstellung vom Orient, von Arabern und vom Islam wird zweifellos zu einem sehr wesentlichen Teil von dem Bild mitgeprägt, das man sich hierzulande von der Stellung der Frau in jenen Gesellschaften macht. Man denkt einerseits an Scheichs mit Harem, die Hüften der Bauchtänzerinnen drehen sich und Erinnerungen an die erotischen Geschichten aus 1001 Nacht werden wach. Andererseits denkt man an verhüllte Frauen, die keinerlei Rechte haben. Kurz: Erotik und Sinnlichkeit einerseits und andererseits "unmenschliche Unterdrückung" - das sind die beiden Grundkategorien, mit denen wir die Situation der arabischen Frau zu erfassen gewohnt sind...

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Dinge, die zwar aus dem Ausland kamen und Eingang in unseren Alltag, unsere Kultur fanden: das römische Recht, der Kaffee, die Kartoffel, Balsamöl, der Mini und der Ringelpulli, der Pfirsich, das Olivenöl, Halloween, die Toblerone oder kulinarische Fremdwörter aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wie Spaghetti, Pizza Bolognese, Espresso, Whopper und Big Mac, Mascarpone, Mozzarella oder Ketchup. Ketchup? Das war ursprünglich ein malaiisches Wort für Fischsauce. Heute ist es eins von 48.000 Fremdwörtern in der deutschen Sprache - wobei Begriffe der Internet-Sprache ["Denglisch"] und andere neue Anglizismen wie "Back-Shop" nicht einmal mit eingerechnet sind.

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Kollektive Kultur oder kulturelle Freiheit

Theologisch-philosophische Stichworte

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Gretchenfrage: Abneigungen gegen Menschen anderen Glaubens... Die Frage "Empfinden Sie die Anwesenheit von Menschen anderer Religion als störend?" bejahte jeder sechste Deutsche.

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Umfrage zeigte auch, dass nur sehr wenige der Gretchenfrage "Wie hältst du's mit der [fremden] Religion" gleichgültig gegenüberstehen. Die Ergebnisse verwundern kaum. Gerade die Wahrnehmung der Muslime und des Islam in der deutschen Öffentlichkeit ist geprägt durch tief verwurzelte Vorurteile.

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"Fundamentalismus": Gegensatz zwischen Säkularismus und Integrismus

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Aufklärung; Mission: Problem Evangelikale; Fundamentalismus; Christen verschiedener Richtungen; Muslime verschiedener Richtungen; andere Religionen

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Beispiel: die lange vorherrschenden Hemmungen der protestantischer Gläubigen, in eine katholische Kirche zu gehen, oder der Katholiken in einen jüdischen Tempel. Man denkt, dabei könnte man unangenehm auffallen, weil man die Rituale nicht kennt und dann vielleicht gegen Regeln verstößt. Solche Peinlichkeiten will man vermeiden...

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Das Dialog-Erfordernis

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Johann Wolfgang Goethe
"Wer sich selbst und andere kennt, wird erkennen, Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen."

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Es ist generell viel einfacher, mit Muslimen über Glaubensfragen zu sprechen als mit deutschen Zeitgenossen, die ihre Religion meist als Privatangelegenheit betrachten...

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Verhältnis zwischen Judentum - Christentum - Islam als Modell einer multikulturellen Gesellschaft

Die Ringparabel in Lessings "Nathan der Weise"

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Lessing nicht selbst entwickelt, sondern von "Decamerone" von Giovanni Boccaccio übernommen; Decamerone, zu deutsch das "Zehntagewerk", entstand um 1350 als eine Sammlung von 100 Novellen; Boccaccios Botschaft laute:

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Alle drei Religionen sind kostbar und letztlich ist es nicht möglich festzustellen, welche die kostbarste, die "wahre" Religion sei. Lessing geht über die Vorlage hinaus. Lessings Intention zielt darauf hin, dass die drei monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Islam im Grunde eins sind und jeder danach streben sollte unabhängig von Religionen ein guter Mensch und für andere da zu sein.

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"Sind Christ und Jude eher Christ und Jude, als Mensch?" fragt der Muslim.

Weg-Weiser: Nostra aetate 4. Die Erklärung über die nicht christlichen Religionen. Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils

Das Zweite Vatikanische Konzil, unter Johannes XXIII. und Paul VI., hat uns Katholiken, aber auch interessierten nichtkatholischen Menschen, viele wichtige Texten geschenkt, die ich als Erbe, als Tradition, als Aufgabe begreife - Texte, die von anderen als "Altlast" tradiert, und das heißt auch, verraten werden. Hätten wir doch mehr Zeit miteinander und füreinander, um uns Texte dieser Heilsgeschichte gegenseitig vorzulesen! Vieles gibt es darin, auch für mich selbst, immer wieder neu zu entdecken. Und noch mehr müßten diese Texte im Leben jedes Einzelnen und im Leben der Kirche Gestalt annehmen, inkarniert werden: "das Wort ist Fleisch geworden" bekennen wir als Christen. Exemplarisch will ich zwei Beispiele nennen:

Wege im Miteinander zwischen Christen und Juden

bullet"So anerkennt die Kirche Christi, dass nach dem Heilsgeheimnis Gottes die Anfänge ihres Glaubens und ihrer Erwählung sich schon bei den Patriarchen, bei Moses und den Propheten finden. Sie bekennt, dass alle Christgläubigen als Söhne Abrahams dem Glauben nach in der Berufung dieses Patriarchen eingeschlossen sind und dass in dem Auszug des erwählten Volkes aus dem Land der Knechtschaft das Heil der Kirche geheimnisvoll vorgebildet ist ... Im Bewusstsein des Erbes, das sie mit den Juden gemeinsam hat, beklagt die Kirche, die alle Verfolgungen gegen irgendwelche Menschen verwirft, nicht aus politischen Gründen, sondern auf Antrieb der religiösen Liebe des Evangeliums alle Hassausbrüche, Verfolgungen und Manifestationen des Antisemitismus, die sich zu irgendeiner Zeit und von irgend jemandem gegen die Juden gerichtet haben."
bulletNostra aetate 4

Herausfordernde Fragen an uns Christen in unserer deutschen Gesellschaft:

bulletWo bin ich schon einmal bewusst einem Juden begegnet?
bulletWas weiß ich über den jüdischen Glauben und den Kult?
bulletWie habe ich mich über das jüdische Verständnis von Familie, Gesellschaft und Staat informiert?
bulletWas weiß ich konkret über die hervorragenden Beiträge zur deutschen und europäischen Zivilisation deutscher Juden in Literatur, Kunst und Wissenschaft?
bulletWo und wie wehre ich mich gegen unberechtigte Verallgemeinerungen über "die Juden"?
bulletHat mein eigenes Reden über "die Juden" mehr als nur bierseliges Stammtisch-Niveau?
bulletIst der offene und latente Antisemitismus in unserer Gesellschaft nicht ein Zeichen mangelnder eigener Identität, auch und gerade von uns Christen?
bulletEs bleiben herausfordernde Fragen an uns Christen in unserer deutschen Gesellschaft, die sich als Konsequenz stellen:

Jesus von Nazareth ist Jude.

Wege im Miteinander zwischen Christen und Muslimen

bullet"Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslim, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat. Sie mühen sich, auch seinen verborgenen Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Gott unterworfen hat, auf den der islamische Glaube sich gerne beruft." Und dieser Abschnitt schließt mit der Aufforderungen, "sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen und gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit der Menschen."
bulletNostra aetate 3

Herausfordernde Fragen an uns Christen in unserer deutschen Gesellschaft:

bulletWo bin ich schon einmal bewusst einem Muslim begegnet?
bulletOder sehe ich nur "die Türken", "die Araber", "die Marokkaner"? Was weiß ich über den muslimischen Glauben und ihren Kult?
bulletWie habe ich mich über das muslimische Verständnis von Familie, Gesellschaft und Staat informiert?
bulletWas weiß ich konkretes über die hervorragenden Beiträge des Islam zur deutschen und europäischen Zivilisation?
bulletWer erinnert sich z.B., dass wir in "arabischen Ziffern" und nicht mehr in "römischen Ziffern" rechnen?
bulletWas wäre aus einem Thomas von Aquin geworden, wenn nicht arabische, und dies bedeutet muslimische, Gelehrte ihm und uns das philosophische Wissen der alten Griechen überliefert hätten?
bulletWo und wie wehre ich mich gegen unberechtigte Verallgemeinerungen über "die Türken" und andere muslimische Ausländer?
bulletHat mein eigenes Reden über "die Türken" mehr als nur bierseliges Stammtisch-Niveau?
bulletIst die offene und latente Ausländerfeindlichkeit in unserer Gesellschaft nicht ein Zeichen mangelnder eigener Identität, auch und gerade von uns Christen?

Jesus von Nazareth, der Jude, wird von den Muslimen als großer Prophet verehrt.

Der Beitrag der Christen zur Mitgestaltung der Gesellschaft ist heute in einer Zeit gefragt, die keine geschlossenen Milieus mehr kennt, die konfessionell und territorial abgegrenzt und damit überschaubar und leichter prägbar wären. Unser Staat versteht sich als pluralistisch und weltanschaulich neutral. Uns Christen eröffnet sich so ein Raum, den es gemeinsam mit Menschen anderen Glaubens und anderer Weltanschauungen zu gestalten gilt. Was haben wir Christen denn unserer Gesellschaft zu sagen? Und wenn wir etwas zu sagen haben, wie überzeugt sind wir von unserer "Message"? Spüren andere Gruppen in der Gesellschaft, dass wir mit unseren Worten und Taten "eigentlich" sagen, dass wir nichts zu sagen haben?

Deshalb muss ich an Texte erinnern wie "Nostra aetate", der Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen. Oder an die Erklärung über die Religionsfreiheit "Dignitatis humanae", die gleichsam das "Toleranzedikt" der katholischen Kirche im 20. Jahrhundert werden sollte und gerade von innerkirchlichen fundamentalistischen Gruppen als "moderner Sündenfall" der Kirche bekämpft wurde und wird. Oder an das Dekret über den Ökumenismus "Unitatis redintegratio" in einem Land, das durch die Reformation Martin Luthers geprägt wurde.

Deutschland zwischen christlichem Abendland und islamischen Traditionen

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"Ohne Angst und ohne Träumereien: Gemeinsam in Deutschland leben"

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Die 'Berliner Rede' von Bundespräsident Johannes Rau am 12. Mai 2000 im Haus der Kulturen der Welt

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zwei Haltungen überwinden...: Wir müssen Unsicherheit und Angst überwinden, die manchmal zu Fremdenfeindschaft, zu Hass und Gewalt führen. Wir müssen eine falsch verstandene Ausländerfreundlichkeit überwinden, die so tut, als gebe es überhaupt keine Probleme und Konflikte, wenn Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenleben...

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Die Begegnung mit Fremdem, mit Menschen und Dingen, die wir nicht kennen, ist voller Spannung. Sie ist bestimmt von gemischten Gefühlen: Von Neugier und Abwehr, von Willkommen und Abgrenzung, von Unverständnis und langsamem Vertrautwerden. Zuwanderung ist stets beides: Belastung und Bereicherung...

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Ganz nebenbei: Wir essen heute auch anders. Die Einwanderer haben ihre Rezepte mitgebracht, ihre Spezialitäten, ihre Gewürze und ihre Getränke. Pizza und Döner sind aus unseren Straßen nicht mehr wegzudenken. Olivenöl und Fladenbrot gehört für viele inzwischen zum täglichen Essen...

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Ängste ernst nehmen...

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"multikulturelle Gesellschaft": Ich sage dazu nur: Wir sind jedenfalls eine kulturell vielfältige Gesellschaft. Die unterschiedlichen Kulturen leben aber oft mehr nebeneinander als miteinander. Das geht dann gut, wenn Vielfalt nicht mit Beliebigkeit verwechselt wird und wenn wir uns darin einig sind, dass eine Gesellschaft keine Addition von Minderheiten ist. Wir brauchen eine gemeinsame Vorstellung davon, wie wir in Deutschland zusammen leben wollen...

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Wir brauchen klare Grundwerte, die unser Handeln gemeinsam binden...

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Freiheit, dem Glauben Ausdruck zu geben

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Unsere Gesellschaft ist immer noch stark von christlichen Traditionen geprägt, doch sie ist stärker säkularisiert, als viele wahrnehmen. Erleben inzwischen nicht manche, die selber ohne religiöse Prägung sind, im muslimischen Nachbarn zum ersten Mal einen Menschen, der seinen Glauben im Alltag lebt? Und müssen nicht umgekehrt gläubige Muslime besonders in unseren Großstädten oft den Eindruck haben, tatsächlich in einer Welt der "Ungläubigen" zu leben, gegen die sie sich nur durch besonders strenges Festhalten am Althergebrachten glauben schützen zu können?..

Andere Nationen in Deutschland

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Vietnam, Korea, Afrikanische Nationen, Lateinamerika

Themenstichworte rund um den Islam

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Die Taliban und die Frauenfrage - eine historisch strukturelle Perspektive

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Die vielen Gesichter des Islamismus

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Islamismus differenziert betrachten

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Araber im Schatten der türkischen Gemeinde

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Opfer und Täter

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Abbau von Feindbildern

Das Diversity-Konzept des Europarates

Eine Glosse Die Baumschule [AiD-Infos]

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"In unserer Baumschule lernen Sie, meine Damen und Herren, innerhalb von drei Monaten, was eine deutsche Eiche ausmacht: Standfestigkeit, Bodennähe und...". Die Kursleiterin blickte in die Runde. Die Arbeitslosen klappten eifrig ihre Notizblöcke auf und begannen hineinzukritzeln: "Eine deutsche Eiche..." .

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Die AB-Maßnahme war heiß begehrt - schließlich gab es im Jahr 2020 kaum reguläre Arbeitsplätze mehr. Nur wenige Privilegierte, vor allem Einheimische, hatten noch einen Vollzeitjob mit Kündigungsschutz und Rentenversicherung. Kommunen, Länder und Bund überlegten hin und her, wohin mit den vielen frustrierten Müßiggängern. Vor fünf Jahren hatte sich dann die Stadt Niederpöpelsdorf mit einer bahnbrechenden Initiative hervorgetan: Die Arbeitslosen wurden anstelle von Bäumen als Alleen aufgestellt. Das sparte die Kosten für das Gartenamt und war obendrein schmückend. Denn die heimische Flora war zu dieser Zeit auch knapp geworden. Die Initiative fand viele Nachahmer, sie wurde sogar im Ausland übernommen. Um in den Genuss einer solchen ABM zu kommen, mussten die Bewerber allerdings die entsprechende Qualifikation nachweisen. Die vielen Migranten, die in ihrer Heimat Pinie, sibirische Zeder oder Palme gelernt hatten, wurden, wenn sie in eine Allee und nicht im untertariflich bezahlten Botanischen Garten landen wollten, vom Arbeitsamt zu einem Umschulungskurs geschickt.

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"Schreiben Sie: Als erstes müssen Sie Ihre Nadeln abwerfen. Zweitens, sich Laub zulegen und in die Breite gehen. Im Sommer machen Sie Schatten. Aber passen Sie auf: nicht zuviel Schatten, sonst beklagen sich die umliegenden Geschäfte, dass man ihre Schaufenster nicht mehr sieht. Im Herbst werfen Sie Laub ab - aber nicht zuviel, muß ja entsorgt werden. Die Eicheln? In der Stadt gibt es bekanntlich keine Wildschweine, aber Eicheln müssen sie auch werfen - wegen der DIN-Norm. Kinder sammeln sie für das Basteln im Kindergarten, wissen Sie... Darum bekommen Sie vom Amt ein Eimerchen voll. Aber grau ist jede Theorie, und ewig grünt der güldene Baum... oder so ähnlich." Die Kursleiterin kicherte vergnügt: "Na ja, Goethe kennen Sie sicherlich nicht. So, und jetzt fangen wir mit der Praxis an. Die erste Übung lautet: drei Stunden unbeweglich an einer Stelle ausharren. Ach, das haben Sie als Pinie auch schon gelernt, Herr Cardoso? Hmmh, ich bin mir sicher, das wurde in Ihrem Land lascher gehandhabt. Sie durften sich dort bestimmt im Wind wiegen und mit den Blättern rascheln, wie? Und - mit Verlaub - pinkeln sind Sie in der Arbeitszeit bestimmt auch gegangen? Na, dachte ich es mir doch! Eine deutsche Eiche tut so was nicht".

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Autorin: Matilda Jordanova-Duda [nach einer Idee von Maurizio Libbi und anderen Teilnehmern der Zukunftswerkstatt]

Schlussbemerkung

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"‘Sir, der Grund ist offensichtlich. Wissen ist von zwei Arten: Entweder wir wissen selbst über einen Gegenstand, oder wir wissen, wo wir Information darüber finden können"

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"Knowledge is of two kinds. We know a subject ourselves, or we know where we can find information upon it"

Hinweise auf Quellen und Links zum Thema auf eigener Seite.

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