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Atme in mir Heiliger Geist. Die Ruach GottesGottesdienst für Lesben, Schwule und ihre Freundinnen und Freundeam Pfingstsonntag, dem 08. Juni 2003, in St. Stephan, München-Neuperlach Stichworte zur Predigt von P. Benno Kuppler SJ
Von Ostern bis Pfingsten
Atme in mir Heiliger GeistAtem: kurzatmig, langatmig, bleibt stocken, Luft holen ... Jesus nennt den Parakleten, Gottes Geist, Ruach. Die Ruach
Dreifaltigkeitsbild in der Jakobskirche, im bayrischen Urschalling
Zurück zum Wort "Ruach"
Otto Heigold: Bild "Ruach"Pfarrer Degkwitz erklärt die dem Tuch zu Grunde liegende Idee" "Er gibt der Jemandin, die wir nicht zu Gesicht bekommen, Gesicht, gibt ihr Gestalt und Farbe... Rot auf weißem Grund. Warm, satt und tief. Lässt Wärme spüren, die wir selbst in uns haben. Rot, das im Kreis fließt wie das Blut. Der Blutkreislauf ist der ursprünglichdauernde Weg des Lebens in uns. Wir sind Verwandte der Ruach. Sie wird in uns leiblich, wir sind Wärme von ihrer Wärme, Lebenskreislauf von ihrer Kreisbewegung... Sie greift weiter aus in den weißen Raum und in den Raum des Betrachtenden hinein.. Ruach kommt zu keinem Abschluss. Wie eine Utopie erscheint ihre Bewegung, wie der Wunsch nach einer Gemeinschaft, die einbezieht, in der Menschen aus verschiedenen Richtungen kommen, ihre Verschiedenheit bemerken und doch auch den einen Ursprung, dem sie alle entspringen..." Prophet Elias sehnt Erscheinung Gottes herbei
In der hebräischen Sprache hat sich der erfühlte, erlebte Sinn der Worte erhalten. Diese alten hebräischen Worte sind sehr lautmalerisch, ihr Klang spricht auch heute noch vernehmlich zu uns. Stimmung des Ruach: mit diesem "u", das aus der Tiefe aufsteigt, um sich dann in dem "ach" zu entladen. Ein Sturm, der sich erhebt und sich in die Welt entlädt. Stimmung des Dema-mah: auf der letzten Silbe betont, mit langem "a" gesprochen wird. Zweimal ist da das wellende, summende "m", das sich zweimal in das weite "a" öffnet. Das Bild eines säuselnden Windes, aus dem Gott zu Elias sprach. das Wort Ruach: der herrschaftliche, strafende Gott, der sich in Überschwemmungen, Stürmen und Feuersbrünsten zeigte das Wort Demamah: der Gott der Liebe und Vergebung Das Gottesbild der Menschen wandelt sich im Laufe der Zeit. Wovon reden wir überhaupt, wenn wir über den "Geist" sprechen?
Was können wir einbringen?
Woran ist heute ein Leben aus dem Geist zu erkennen?
Fünf Kriterien als Angebot zur Unterscheidung des Lebensgeistes
Die biblischen Worte "spiritus sanctus" wurden lange Zeit mit dem althochdeutschen Wort "atum" übersetzt, ein Begriff, in dem neben dem geistigen auch noch das körperliche Element des Atems mitschwang. Warum gelangte die Kirche später zu der eher blutleeren Übersetzung "Heiliger Geist"? Ein Blick in die MystikAus dem Sonnengesang des Heiligen Franziskus zum Element Luft:
Der Odem des Lebens heute, für Dich und mich ... Pfingsten war das Coming-Out der Jüngerinnen und Jünger als ChristInnen. Das Bekenntnis ihres Glaubens vor der Welt. Es war der erste mutige Schritt hinaus aus den abgeschlossen Räumen, durch die Mauern aus Furcht und Schrecken. Der Tod Jesu hat ihnen den Raum zum Atmen genommen, hat ihren Atem stocken lassen, ihnen fehlte die Luft zum Leben. Jesus hauchte Sie an: Der Odem des Leben führte sie hinaus auf den sehr irdischen Weg durch ihr Leben und durch die Geschichte der Kirche. Angeschubst durch die Ruach. Atmen wir miteinander tief durch, damit Sein Odem uns erfüllt. Nicht nur heute an Pfingsten. Amen.
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