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benno.kuppler[at]jesuiten.org |
Der Sämann: verschwenderisch
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| Wo, wann und wie machen wir uns auf den Weg zu Jesus? | |
| Zählen wir uns zu den "Leuten", die namenlos und gesichtslos sind, oder sind wir Teil der Jünger, den Jesus sein Gleichnis deutet? | |
| Oder kennen Sie das auch: der Wechsel zwischen den Leuten: "Wer Ohren hat, der höre!" und den Jüngern: "Hört also, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet.". Mal bin ich da, mal bin ich dort. | |
| Nähe und Distanz zu Jesus ändern sich immer wieder im Zeitlauf des Lebens: Verhältnis zu Jesus als Lebensaufgabe. |
Das Bild dieser Gleichnisrede ist künstlich von der Deutung her konstruiert.
| "weggefressen", "verbrannt", "erstickt werden" sind Bilder aus dem geistlichen Leben, der asketischen Literatur. | |
| Wichtig die Weckformel: Wer Ohren hat, der höre! als Einladung zu Umkehr und Bekehrung. | |
| Wort bedeutet immer auch Gerede, Geschwätz, Unsinn und Gestammel, verletzende und tötende Worte, Schall und Rauch. |
Es geht um die theologischen Zwischentöne:
| Eigenart des menschlichen Missverstehens: | |
| der Mensch ist nicht einfach dumm, sondern abweisend. | |
| Sein Unverständnis lässt das mangelnde Einverständnis erkennen. | |
| Erst mit der Zustimmung wird das Rätselvolle auch verstanden. | |
| Anerkenntnis führt zur Erkenntnis. |
Identifikationen
| Same: Wort | |
| Boden: Hörer |
Wer Ohren hat, der höre!
| Hören als Tat, die Heil bringt | |
| Hören als Tor zu Freiheit, Frieden und Erlösung | |
| Hören als Grundhaltung |
Großherzigkeit beim Säen des Wortes ist Aufforderung an die Kirche Jesu Christi, aber auch an jeden von uns
| "Schrebergarten-Mentalität" ist gegen das Evangelium: nur im begrenzten Feld zu säen. | |
| Es ist aber zulässig, sich auch in der Seelsorge Teilgruppen von Menschen zuzuwenden: Frauen, Männern, Kindern, Berufstätige, Rentner, Familien und Homosexuellen, Ordensleuten und Priestern, Kranken und Alten .... | |
| Glaube braucht Öffentlichkeit |
Beispiel Gottes:
| Gott lässt wachsen - er tut das Entscheidende: säen. Dann lässt er wachsen. | |
| Gegen unser Empfinden: müssen immer was tun: gießen, hegen, pflegen, müssen etwas leisten. | |
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Was kann das Säen des Wortes Gottes für uns, was kann das Säen des Wortes Gottes für die Kirche ... bedeuten?
| Alle Menschen erhalten von ihrem Schöpfer ihre je eigenen besonderen Gnaden, er sät sein Wort, seine Gnade... | |
| Jeder Mensch verfügt über so viele wichtige Dinge, die uns als Geschöpfe gegeben worden sind: unser Geschlecht, unsere Orientierung, unsere Hautfarbe. Wir haben ja auch nicht unsere Eltern, unsere Nationalität, unsere besonderen Talente und Begrenzungen gewählt. Ein Charisma beruht nicht primär auf einer Wahl, sondern auf einer Begabung, die jemandem gegeben wurde, um sie mit anderen zu teilen, weil unsere Welt die Gegenwart dieser Begabung nötig hat... | |
| "Wer Ohren hat zu hören, der höre.", so heißt es im heutigen Evangelium... | |
| Als Mensch ganzheitlich zu leben und seine Erfüllung in Gott zu finden, war immer schon ein Herzstück des Christentums, seiner Anthropologie. Die Diskussion in der Christologie verdeutlicht das auch. Wir können nicht die volle Menschlichkeit Jesu annehmen und seine Sexualität ausklammern. Wir können die Formel "Jesus ist uns in Allem gleich außer der Sünde", die wir im Vierten Hochgebet sprechen, nicht gleichsetzen mit der Formel "er ist uns in Allem gleich ausgenommen unserer Sexualität."... |
... Es ist nicht länger möglich, Sexualität als etwas Privates zu behandeln. Denn die Kirche nimmt auch in aller Öffentlichkeit Stellung zu Themen wie Abtreibung, Familienplanung, sexuellen Missbrauch, Teenager-Schwangerschaften, die in unseren Zeitungen und im Fernsehen immer präsent sind, um dann sexuelles Verhalten ausschließlich unter individuellen Gesichtspunkten zu beurteilen. Sexuelle Themen sind heutzutage genauso verbreitet wie Rassismus und Wirtschaftsthemen. Kein Wunder, dass viele Menschen den Leib-Seele-Dualismus, der uns so lange gefangen gehalten hat, in Frage stellen. Eine Spiritualität, die das Heilige vom Profanen abtrennt, ist eine Spiritualität, die die Liturgie, die Eucharistie, von der Gerechtigkeit trennt und die Inkulturation sowohl von der Liturgie als auch von den sozialen Fragen. Eine solche Trennung funktioniert religiös gesprochen nicht und wir stellen fest, dass wir keine Spiritualität auf eine solche Kluft gründen können.
Da ist ein Same gesät, den die Kirche nur schwer wachsen lassen will... "Du sollst Gott lieben und den Nächsten, wie dich selbst." ...
"Die Lust an Gott uns seiner Sache". So hieß die 1982 von Ludwig Wiemer veröffentlichte Gnadenlehre. Es ging ein Entsetzen durch die akademische Theologie: "Lust" als theologische Disziplin? Nein, danke!
... Randgruppen nehmen heute ihre Rolle wahr, um die Frohe Botschaft der Erlösung, zu verkünden. Die Lateinamerikanischen Befreiungstheologen haben die familiären Beziehungen über den Reichtum, die politische Macht und den Paternalismus gestellt. Die Feministen haben ans Licht gebracht, wie der Sexismus das Wort Gottes verfälscht. Die jungen Kirchen im pazifischen Raum fordern den Gott der westlichen Kirchen heraus, der in kolonialen Gefühlen und Formen gegenwärtig ist. In diesen Bewegungen gibt es etwas Prophetisches...
Geistliche Begleitung, Seelsorge, auch eine Predigt, will ein Weg sein, um einem Christen zu helfen, zum österlichen Geheimnis vorzustoßen... Aber dieser Vorstoß ist ein öffentlicher Weg... Die Umwandlung in Christus ist nicht einfach unsere persönliche Angelegenheit. Sie verweist auf Fragen wie die Zerstörung unseres ökologischen Systems, die Zerstümmelung der Welt um uns herum. Das innere Leben kann nicht nur innerlich bleiben.
Und dieses österliche Geheimnis feiern wir, wenn wir am Sonntag in St. Stephan zur Eucharistiefeiern zusammenkommen. Und diese Eucharistiefeier schließt keinen aus, ist nicht exklusiv, sie ist communion und community...
Deshalb darf, ja muss das Wort Gottes so großherzig gesät werden, mit vollen Händen über das Land verteilt werden...
Und sicherlich kennen viele von Euch auch, was ich von mir selbst weiß: Mal bin ich mehr bei den Leuten, denen heute im Evangelium zugesprochen wird: "Wer Ohren hat, der höre!" Und dann finde ich mich unter den Jüngern, denen gesagt wird: "Hört also, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet.". Mal bin ich da, mal bin ich dort. Nähe und Distanz zu Jesus ändern sich immer wieder im Zeitlauf des Lebens: Unser Verhältnis zu Jesus ist eine Lebensaufgabe.
Es geht um die theologischen Zwischentöne beim heutigen Evangelium vom Sämann: Erst mit der Zustimmung wird das Rätselvolle auch verstanden: ... Seien wir also großherzig beim Säen und Empfangen.
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©1998- 2012 Pater Dr. Benno Kuppler SJ |werte-wirtschaft-weiterbildung.de|WirtschaftsSeelsorger | UnternehmerBerater | EthikErzähler | münchen|file last updated 2012-01-01| we-wi-we Impressum| wirtschaftsethik | predigten| we-wi-we @ktuelles| Mein Kurzporträt pdf-file| Optimale Darstellung IE [download] |