Der Tod bringt die Dinge ins Lot
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Dr. Benno Kuppler

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„Der Tod bringt die Dinge ins Lot“
Verabschiedung und Auferstehungsgottesdienst
für eine Mutter, die mit 46 Jahren an Krebs gestorben ist.
Juli 2004

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Begrüßung in der Friedhofskapelle Gebet Predigt Meditation nach der Kommunion
 

Schlusssegen

Irische Segenswünsche

 
Lieder auf dem Friedhof
und in der Kirche
Meine engen Grenzen Ich steh vor dir
mit leeren Händen
Von guten Mächten
treu und still umgeben
 

Lieblingslieder

der Verstorbenen

 
Der Mond ist aufgegangen Lord help me please In einem kühlen Grunde Maria durch ein' Dornwald ging


Begrüßung in der Friedhofskapelle

Wir sind zusammengekommen, um Abschied zu nehmen von Frau NN, die von vielen liebevoll einfach nur NN genannt wurde. Ihr Tod nach langer und schwerer Krankheit erfüllt Euch, ihre Kinder, ihre Eltern und ihre Schwester, ihre engen Freunde, alle Angehörigen und viele von uns mit großem Schmerz. Das, was an NN sterblich ist, steht im Sarg in unserer Mitte. Das, was wesentlich ausmachte, lebt in Euren Herzen und an einem Ort, den ich als Christ „Himmel“ nenne.

Wir alle möchten zum Ausdruck bringen, dass wir an Eurer Trauer mittragen. Als Christen leben wir aus dem Glauben, dass der Tod nicht Ende, sondern Beginn eines neuen Lebens ist. Tod ist Auferstehung zum Leben. Deshalb trage ich als liturgische Farbe Weiß, das Zeichen der Freude über die Auferstehung. Aus dem österlichen Glauben schöpfen wir Trost und Zuversicht.

Wir wollen die Verabschiedung von NN mit einem Lied beginnen, das - so hoffe ich zuversichtlich - die widerstreitenden Gefühle in dieser Stunde aufgreift: meine engen Grenzen, meine kurze Sicht, meine ganze Ohnmacht, was mich beugt und lähmt, mein verlorenes Zutrauen, meine Ängstlichkeit, meine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit. Und wenn wir jeweils singen, Herr erbarme dich, so will das sagen: es gibt eine Kraft, es gibt etwas, was uns hält in dieser Stunde des Abschiedes.

Gebet:

Gott,
du hast zu dir genommen,
was uns gehörte.

Sei darum Halt und Trost
im Dunkel unserer Verzweiflung
und führe uns aus dem Tal der Tränen.

Bleibe uns nahe
in unserem großen Schmerz
und überlass‘ uns nicht dem Abgrund tiefer Trauer.

Die Einsamkeit ist grausam
Heile die Wunde der Trennung
und schenke uns die Nähe guter Menschen,
die einfach da sind,
die Fragen und Verbitterung zulassen.

Halte in uns die Erinnerung wach
an helle Tage,
an frohe Stunden
und an Kinderglück voll Lachen.

Bewahre uns den Glauben
an das Leben
hier auf dieser Erde und bei dir.

Gott,
lass‘ uns deine Liebe erfahren,
die unsere Tränen sieht
und leise fortwischt.
Stärke in uns die Hoffnung, dass wir uns wiedersehen,
geheilt und voller Freude.

Predigt in der Eucharistiefeier

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Texte: Psalm 121; Lukas 12, 22-32

Liebe Kinder, liebe Eltern und liebe Schwestern von NN,
liebe engen Freunde und Angehörige,
liebe Schwestern und Brüder im Glauben,

„Der Tod bringt die Dinge ins Lot.“ Laute und aufdringliche Fragen treten zurück in dieser Stunde des Abschieds von NN. Die wesentlichen Fragen bekommen ihr Gewicht. „Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was ist der Sinn meines Lebens?“ Immanuel Kant legt uns diese Fragen vor und jede und jeder hat aus der eigenen Weltanschauung, aus der eigenen Spiritualität, aus dem eigenen Glauben sich selbst die Antworten zu geben.

„Auch wenn uns der Tod äußerlich trennt, so sagt uns der Glaube, ... dass wir über den Tod hinaus verbunden sind, tiefer, weil in Gott und durch Gott verbunden. Du bist ja nicht ein Schatten geworden, bist nicht in Nichts aufgelöst. Du lebst, das ist unser fester Glaube. Du bist uns vorausgegangen, wohin uns alle einmal der Tod führen wird, hoffentlich alle zu einem glücklichen Ziel. Darin, ja auch darin sollen wir solidarisch sein, dass wir uns gegenseitig helfen, das ewige Ziel unserer irdischen Wanderschaft nicht zu verfehlen.“ So predigte Kardinal Christoph Schönborn vor wenigen Tagen beim Requiem für Thomas Klestil im Wiener Stephansdom.

„Fürchte dich nicht vor dem Tod, weil er dir auferlegt ist. Denk daran: Vorfahren und Nachkommen trifft es wie dich“, so sagt uns ein Weiser aus dem alten Israel, Ben Sira oder Jesus Sirach, wie er auch heißt [Sir 41,3].

Und selbst wenn der Tod, wie jetzt der Tod Eurer Mutter, uns mitten im Leben ereilt, sind wir hilflos, fühlen uns ohnmächtig und überfordert, sich mit dem „Tod auseinander zusetzen, würde mich jetzt in den Wahnsinn treiben“.

Ja, er trifft uns alle, der Tod. Er ist allen gewiss, und doch blenden wir diese Gewissheit aus unserem Alltag meist aus. Der Tod gehört zu den größten Tabus in unserer tabulosen Zeit. Doch wenn der Tod in unser Leben tritt, dann bringt er alle wesentlichen Fragen mit sich, für die wir meist im Wirbel unseres Alltags nicht Zeit haben. Grundfragen des Menschen in Erinnerung rufen anlässlich des Todes von NN heißt für mich, uns und unser Leben in den Blick nehmen.

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„Woher komme ich?“

Wir können NN nicht mehr fragen, wie sie diese Frage für sich beantwortet hat. Ihr, die Kinder, ihre Eltern, ihre Schwester und auch ihre Freunde, Ihr kennt aber Mosaiksteinchen einer Antwort, die Ihr zum Teil in den Tagen seit ihrem Tod zusammengetragen und ausgetauscht habt: im Sprechen über s Leben und Tod, bei der Suche nach Texten und Liedern für die Verabschiedung auf dem Friedhof und die Auferstehungsfeier jetzt in der Kirche: die Eucharistie, die Danksagung. Und Ihr habt mich an Euren Gedanken teilhaben lassen. Dafür danke ich Euch von Herzen.

„Um ein Bild, das wir aufstellen können, kümmere ich mich.“, hat ihre Tochter geschrieben. „ Ich will aber nicht besonders gern das Bild aus dem Sterbebildchen nehmen, weil es mir zu stilisiert ist und zu wenig ihre Lebensfreude ausdrückt. Ich bin dafür, dass wir eines auswählen, auf dem Sie vielleicht nicht perfekt aussieht, das aber einfach ‚Mama‘ ist.“ Für Euch und ist NN die „Mama“, für die Eltern ist sie die Tochter und für NN ist sie die Schwester.

"Behaltet mich nicht als Versager im Gedächtnis" waren unter ihren letzten klar ausgesprochenen Worten. Es steht uns nicht zu, zu richten. Jesus hat es uns nachdrücklich gesagt: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet“ [Mt 7,1]. Dieses Wort Jesu mögen wir nie vergessen.

Mit Betroffenheit sehen wir, wie groß heute die Sehnsucht nach dem Gelingen von Beziehungen, die Sehnsucht
nach Geborgenheit in Ehe und Familie ist, und wie schwer dieses Gelingen geworden ist. Und der Schritt aus der Kirche bedeutet nicht zwingend den Abschied von Religiosität. „Es fällt auch der Kirche nicht leicht, den Weg zwischen dem unbedingt notwendigen Schutz für Ehe und Familie einerseits und der ebenso notwendigen Barmherzigkeit mit dem menschlichen Scheitern und Neubeginnen anderseits zu finden.“ [Kardinal Christoph Schönborn]

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„Wohin gehe ich?“

„Wohin gehe ich?“ Wo ist NN jetzt? Wo sind die Toten? In der Friedhofskapelle war ihr toter Leib. Aber wo ist sie? Wir können es uns nicht vorstellen, besser vielleicht: jede und jeder von uns hat seine Vorstellung.

Als Christ glaube ich, dass NN Daheim bist, zu Hause bei Gott. Und ich glaube, dass es kein größeres Glück gibt. Jesus vergleicht den Tod mit dem Weizenkorn, das in die Erde fällt und stirbt, es stirbt um reiche Frucht zu bringen, ein lohnendes Ziel.

Wohin gehe ich? Die Antwort lautet mit den Worten von Matthias Claudius im Lied „Der Mond ist aufgegangen“: „Laß uns in'n Himmel kommen, Du unser Herr und unser Gott!“ Und Eure Mutter hat dieses Lied geliebt.
„Was ist der Sinn meines Lebens?“

Was, wenn nicht der, „reiche Frucht zu bringen“? Das erfordert, wie Jesus sagt, „sein Leben zu verlieren“ [Joh 12,24-25]. Das ist die Antwort für mich als Christ.

NN hat ihr Leben voll eingesetzt, sie hat sich nicht geschont, sie war voller Lebensfreude. Ihre Weltanschauung war nicht immer die ihrer Ursprungsfamilie. Ihre Spiritualität hat sich von ihrer ursprünglichen Konfession gelöst. Und zugleich zeigen die Lieblingslieder eine suchende, tiefreligiöse Frau.

„Ich hab heute Abend noch mit einer Freundin von Mama gesprochen, die sagte, Mama hätte vom "Mond ist aufgegangen" die vierte und fünfte Strophe nicht besonders gemocht, weil die ihr wohl zu religiös waren. Ansonsten sind mir noch zwei Lieder eingefallen, die sie besonders gern hatte“, so schreibt ihre Tochter für die Vorbereitung der Verabschiedung ihrer Mutter und nennt die Lieder:

In einem kühlen Grunde“ von Joseph von Eichendorff und „Maria durch ein' Dornwald ging“, aus dem Eichsfeld des 16. Jahrhunderts.

Bei der Verabschiedung auf dem Friedhof haben wir bereits zwei andere Lieder gehört: „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius und „Lord help me please“, gesungen von der Gruppe „Vaya Con Dios“.

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Was ist der Sinn meines Lebens?“

Wenn Sie, liebe Angehörige, liebe Freunde, die Texte der Lieblingslieder von NN noch einmal in Ruhe meditieren, wird vor Ihrem geistlichen Auge ein Mensch erstehen, der sein Leben „in manibus tuis“, in den Händen des Herrn, wusste. Die Texte finden Sie beim Ausgang der Kirche. Einige Aspekte will ich benennen:

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Der Mensch:
„She's seen the hate On people's faces. She cries help me please. Lord help me please.“

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Ihr Leitstern:
„Maria durch ein' Dornwald ging. Kyrieleison! Maria durch ein' Dornwald ging, Der hatte in sieben Jahrn kein Laub getragen! Jesus und Maria. Was trug Maria unter ihrem Herzen? Kyrieleison! Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen, Das trug Maria unter ihrem Herzen! Jesus und Maria. Da hab'n die Dornen Rosen getragen. Kyrieleison! Als das Kindlein durch den Wald getragen, Da haben die Dornen Rosen getragen! Jesus und Maria.“

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Die Mutter:
„Her children she taught them How to be proud in the face Of adversity. She gave them the love, respect and understanding Showing them The way to be free. Lord help her please.“

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Enttäuschungen des Lebens:
„Sie hat mir Treu' versprochen, Gab mir ein' Ring dabei, Sie hat die Treu' gebrochen, Das Ringlein sprang entzwei.“

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Die Hoffnung:
„Wollst endlich sonder Grämen Aus dieser Welt uns nehmen Durch einen sanften Tod! Und wenn du uns genommen, Laß uns in'n Himmel kommen, Du unser Herr und unser Gott! ... Hör' ich das Mühlrad gehen, Ich weiß nicht, was ich will; Ich möcht' am liebsten sterben, Da wär's auf einmal still.“

Und wir, in dieser Stunde der Danksagung, der Feier des Todes und der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus, was ist unsere Antwort auf die Fragen: „Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was ist der Sinn meines Lebens?“

Wir singen und bekennen:

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Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht bringe ich vor dich. Wandle sie in Weite: Herr erbarme dich. Meine ganze Ohnmacht, was mich beugt und lähmt, bringe ich vor dich. Wandle sie in Stärke: Herr erbarme dich. Mein verlornes Zutraun, meine Ängstlichkeit bringe ich vor dich. Wandle sie in Wärme: Herr erbarme dich. Meine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit bringe ich vor dich. Wandle sie in Heimat: Herr erbarme dich.“

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Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr; fremd wie dein Name sind mir deine Wege. Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott; mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen? Bist du der Gott, der Zukunft mir verheißt? Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen. Sprich du das Wort, das tröstet und befreit und das mich führt in deinen großen Frieden. Schließ auf das Land, das keine Grenzen kennt, und lass mich unter deinen Kindern leben. Sei du mein täglich Brot, so wahr du lebst. Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete.“

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Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr. Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag. Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus deiner guten und geliebten Hand. Doch willst du uns noch einmal Freude schenken an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz, dann wolln wir des Vergangenen gedenken, und dann gehört dir unser Leben ganz. Lass warm und hell die Kerzen heute flammen, die du in unsre Dunkelheit gebracht, führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.“

Nehmen wir uns ernst mit diesen Liedern?

Sie kennzeichnen auch uns als Suchende, als Menschen, die ihre „Augen auf zu den Bergen“ heben und fragen: „Woher kommt mir Hilfe?“ Und unsere Antwort? Können wir ehrlich mit dem Psalmisten sprechen:

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„Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Er lässt deinen Fuß nicht wanken; er, der dich behütet, schläft nicht. Nein, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht. Der Herr ist dein Hüter, der Herr gibt dir Schatten; er steht dir zur Seite. Bei Tag wird dir die Sonne nicht schaden noch der Mond in der Nacht. Der Herr behüte dich vor allem Bösen, er behüte dein Leben. Der Herr behüte dich, wenn du fortgehst und wiederkommst, von nun an bis in Ewigkeit.“

Der Psalm 121 ist ein Wallfahrtslied, das bedeutet, wir wissen uns unterwegs und damit auch gefährdet. Wir sind noch nicht Daheim.

Und so gilt uns der Zuspruch Jesu:

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„Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt... Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? ... Euer Vater weiß, dass ihr das braucht. Euch jedoch muss es um sein Reich gehen; dann wird euch das andere dazugegeben. Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben.“ [Lukas 12,22-32]

Das Leben von NN ist durch ihren Tod verbindlich geworden. Es gibt keine Ergänzungen oder Retuschen mehr. Unser Glaube an den auferstandenen Herrn Jesus Christus schenkt uns die Gewissheit, dass der Tod auch das Leben von NN verbindlich macht, es vollendet, um dann teilzuhaben an jener Vollendung, die wir in menschlicher, gebrochener und begrenzter Sprache mit "ewiges Leben", mit "ewige Ruhe", mit "Paradies", mit "himmlischer Wohnung" nennen.

Woher nehmen wir diese Gewissheit? Ist das nicht alles ein durchsichtiger, billiger Trick von Frommen, um die Trauer und den Schmerz nicht zu groß werden zu lassen, um die große Unbekannte unseres Lebens zu benennen? Nein, ich beteilige mich nicht an einer solchen "religiösen Bilanzkosmetik".

Deshalb ist bei aller Trauer über den Tod von NN dieser Tag ein großes Glaubensereignis für mich als Christ: Wir feiern den Tag, an dem NN ihren irdischen Weg beendet hat, um der Wahrheit zu begegnen und in ihr das Leben zu haben.

Mit den Worten von Dietrich Bonhoeffer feiern wir

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die Erinnerung an ein volles, pralles Leben

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 wir feiern die Trennung, die der Tod Euch, den Kindern und den Angehörigen, und vielen
von uns zumutet, damit wir Mut für unser eigenes Leben haben,

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wir feiern in Dankbarkeit für alles, was NN in ihrem Leben geschenkt hat, und

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 wir feiern als kostbares Geschenk das vergangene Schöne ihres Lebens.

Und für unsere Verstorbene NN erbitten wir als Christen vom Auferstandenen Herrn Jesus Christus, dass NN das Leben in Fülle mit dem Vater und dem Geist habe!
Amen.

Meditation nach der Kommunion: Wenn ich gestorben bin

Wenn ich gestorben bin
hat sie gewünscht
feiert nicht mich
auch nicht den tod
feiert den
der ein gott von lebendigen ist
Wenn ich gestorben bin
hat sie gewünscht
zieht euch nicht dunkel an
das wäre nicht christlich
kleidet euch hell
singt heitere lobgesänge
Wenn ich gestorben bin
hat sie gewünscht
preiset das leben
das hart ist und schön
preiset DEN
der ein gott von lebendigen ist
Kurt Marti

Schlusssegen: Irische Segenswünsche

Möge die Straße uns zusammenführen und der Wind in Deinem Rücken sein;
sanft falle Regen auf Deine Felder, und warm auf Dein Gesicht der Sonnenschein.
Führe die Straße, die Du gehst immer nur zu Deinem Ziel bergab;
hab‘, wenn es kühl wird, warme Gedanken und den vollen Mond in dunkler Nacht.
Hab‘ unterm Kopf ein weiches Kissen, habe Kleidung und das täglich Brot;
sei über vierzig Jahre im Himmel,
bevor der Teufel merkt, Du bist schon tot.
Bis wir uns mal wieder sehen, hoffe ich, dass Gott Dich nicht verlässt;
er halte Dich in Seinen Händen, doch drücke Seine Faust Dich nie zu fest.
Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott Dich fest in Seiner Hand;
und bis wir uns wiedersehen, halte Gott Dich fest in Seiner Hand.

Lieblingslieder der Verstorbenen

Der Mond ist aufgegangen
bulletMatthias Claudius, 1778
Melodie: J. A. P. Schulz, 1790

1. Der Mond ist aufgegangen
Die gold'nen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar
Der Wald steht schwarz und schweiget
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar
2. Wie ist die Welt so stille
Und in der Dämmerung Hülle
So traulich und so hold
Gleich einer stillen Kammer
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt
3. Seht ihr den Mond dort stehen
Er ist nur halb zu sehen
Und ist doch rund und schön
So sind wohl manche Sachen
Die wir getrost verlachen
Weil unsere Augen sie nicht seh'n
6. Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch einen sanften Tod!
Und wenn du uns genommen,
Laß uns in'n Himmel kommen,
Du unser Herr und unser Gott!
7. So legt euch denn ihr Brüder
In Gottes Namen nieder
Kalt ist der Abendhauch
Verschon uns Gott die Strafen
Und laßt uns ruhig schlafen
Und unser'n kranken Nachbar auch

Lord help me please
bulletText: U. Balfe/D. Schoovaerts
Musik: F. Wuyts
Vaya Con Dios

This woman she knows
The story of heartbreak
Beneath the weight of day
She's seen the hate
On people's faces
Dark skin her only disgrace
She cries help me please
Lord help me please

Her children she taught them
How to be proud in the face
Of adversity
She gave them the love,
respect and understanding
Showing them
The way to be free
Lord help her please
Lord help her please
Lord, please

She stands tall
High as a mountain
Her heart as deep as the sea
She's known hardship and sorrow
That brought her down on her knees
Lord help her please
Lord help her please
Lord help her please
Lord please

In einem kühlen Grunde
bulletJoseph von Eichendorff, 1809/1810
Melodie: Friedrich Glück, 1793-1840

1. In einem kühlen Grunde,
Da geht ein Mühlenrad,
|: Mein Liebchen ist verschwunden,
Das dort gewohnet hat. :|

2. Sie hat mir Treu' versprochen,
Gab mir ein' Ring dabei,
|: Sie hat die Treu' gebrochen,
Das Ringlein sprang entzwei. :|

3. Ich möcht' als Spielmann reisen
Wohl in die Welt hinaus
|: Und singen meine Weisen
Und geh' von Haus zu Haus. :|

5. Hör' ich das Mühlrad gehen,
Ich weiß nicht, was ich will;
|: Ich möcht' am liebsten sterben,
Da wär's auf einmal still. :|

Maria durch ein' Dornwald ging
bulletWeise und Text aus dem Eichsfeld
Thüringisch - 16. Jahrhundert

1. Maria durch ein' Dornwald ging.
Kyrieleison!
Maria durch ein' Dornwald ging,
Der hatte in sieben Jahrn kein Laub getragen! Jesus und Maria.
2. Was trug Maria unter ihrem Herzen?
Kyrieleison!
Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen, Das trug Maria unter ihrem Herzen! Jesus und Maria.
3. Da hab'n die Dornen Rosen getragen. Kyrieleison!
Als das Kindlein durch den Wald getragen, Da haben die Dornen Rosen getragen! Jesus und Maria.
4. Wie soll dem Kind sein Name sein?
Kyrieleison!
Der Name, der soll Christus sein, Das war von Anfang der Name sein! Jesus und Maria.
5. Wer soll dem Kind sein Täufer sein? Kyrieleison!
Das soll der Sankt Johannes sein, Der soll dem Kind sein Täufer sein! Jesus und Maria.
6. Was kriegt das Kind zum Patengeld? Kyrieleison!
Den Himmel und die ganze Welt, Das kriegt das Kind zum Patengeld! Jesus und Maria.
7. Wer hat erlöst die Welt allein? Kyrieleison!
Das hat getan das Christkindlein, Das hat erlöst die Welt allein! Jesus und Maria.

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