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benno.kuppler[at]jesuiten.org |
"Übel
ist ein Freund,
der nur nach dem Tisch sieht;
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| Weisheit und Torheit | |
| Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit | |
| Frömmigkeit und Gottlosigkeit. | |
| Die Weisheit führt ins Glück, die Torheit ins Unglück. |
Wir leben als katholische Christen in einer vergleichbaren Zeit wie die Juden, für die das Buch Jesus Sirach geschrieben wurde. Unser Glauben und unsere religiöse Praxis sind angefochten in einer Umwelt, die die Frage nach dem Sinn des Lebens auf vielerlei unterschiedliche und scheinbar widersprüchliche Weise beantwortet.
Viele Propheten unserer Tage bieten uns Entwürfe des Lebens an. Vieles ist dabei plausibel, scheint uns zu befreien von irgendwelchen alten Traditionen, die uns unverständlich geworden sind. Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft, in der der Glauben der Kirche als Relikt vergangener Zeit belächelt wird. Wir als CV-er scheinen vielen Menschen lebende Mumien einer überkommenen Religion. Auch unsere Tage fordern unser Bekenntnis und unsere Stellungnahme heraus.
Da hilft der Rat des Buches Jesus Sirach weiter: Erforsche die Absicht derer, die sich dir als Gurus anbieten und anbiedern. Schau näher hin, wessen Geistes Kind sie sind. Lass dich nicht beeindrucken von ihrem äußeren Auftreten, von ihren Versprechen und Heilslehren. Klopfe sorgfältig den Putz ab, damit du die Fundamente erkennen kannst, auf die sie bauen.
Der nächste Rat des Buches Jesus Sirach lautet: Berate dich mit den Besonnenen. Bin ich als Bundesbruder ein Besonnener für jeden von Euch? Sind wir füreinander solche Besonnenen? Darf ich dem Rat eines Bundesbruders vertrauen?
Auch über unsere Aenania hinaus gilt das: Berate dich mit den Besonnenen. Bin ich ein besonnener Ratgeber in meiner Familie, gegenüber meiner Frau, meinen Kindern, meinen Eltern? Nehme ich den besonnenen Rat meiner Frau, meiner Freundin, meines Freundes, meiner Kinder an?
Als wichtige Empfehlung gibt uns das Buch Jesus Sirach mit auf den Weg: Achte auf den Rat deines Gewissens! Und wir werden gefragt: Wer ist dir treuer als dieses, dein Gewissen?
Höre ich mit den Ohren meines Herzens den Rat meines Gewissens? Wie gehe ich mit seinen Ratschlägen um? Was tue ich, um mein Gewissen wach und sensibel zu erhalten?
Ich formuliere nur Fragen, die jeden von uns einladen, zu einer persönlichen Reflexion. Ich lasse Euch teilhaben an meiner eigenen Gewissenerforschung:
Ich weiß von mir selbst, dass ich immer wieder dem Rat eines Gurus gefolgt bin. Ich weiß von mir selbst, dass ich häufiger den Rat eines Besonnenen ausgeschlagen habe. Ich weiß von mir selbst, dass ich nicht selten die Stimme des Gewissens mit Lärm und Geschäftigkeit zum Schweigen brachte.
Oft geschah dies zu einer Zeit, wo ich wenig zu Gott betete, wo ich meinte, die Arbeit für andere Menschen, die Anerkennung anderer Menschen sei wichtiger. Im Nachhinein spürte ich dann, dass Gott mir treu geblieben war, dass er meine Schritte korrigierte in die richtige Richtung.
Gut gewählt! So hatte ich zu Beginn meiner Predigt über die Auswahl der Lesung gesagt. Denn die Lesung führt uns in knappen Worten vor Augen, was wesentlich ist für unsere Gemeinschaft innerhalb der Aenania, für unsere Familien und für unsere christlichen Gemeinden:
Ein guter Freund sein. Ein besonnener Mensch sein. Den Rat seines Gewissens achten. "Bei alledem bete zu Gott."
Bitten wir miteinander und füreinander zu Gott, dass er auch in dieser Fastenzeit unsere Schritte in Treue lenke. Amen.
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©1998- 2012 Pater Dr. Benno Kuppler SJ |werte-wirtschaft-weiterbildung.de|WirtschaftsSeelsorger | UnternehmerBerater | EthikErzähler | münchen|file last updated 2012-01-01| we-wi-we Impressum| wirtschaftsethik | predigten| we-wi-we @ktuelles| Mein Kurzporträt pdf-file| Optimale Darstellung IE [download] |