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Zum ersten Gleichnis:Ein Mann wirft Samen auf den Acker: ... kein Wort über die Vorbereitung des Feldes ... Dann schläft und wacht er Nacht und Tag: ... keine Tätigkeit, er verbringt den Tag abwartend ... Nacht/Tag ist orientalisch: in unserer Liturgie noch mit VESPER erhalten. Währenddessen sprießt die Saat, ohne dass er es sich erklären kann: ... die Eigendynamik des Wachstums bleibt ein Geheimnis, selbst bis hin zur vollen Frucht ... Wenn aber die Frucht gereift ist, "sendet er sogleich die Sichel, denn die Ernte ist da": ... Ernte ist Zeit des Gerichtes DEUTUNG:Gott streut das Wort seiner Herrschaft in die Gemeinde, er überlässt das Wort und seine Ausbreitung sich selbst und wartet die "Frucht" ab zum Endgericht. Über eine besondere Aktivität der Gemeinde wird nichts berichtet. Zum zweiten Gleichnis:Gottesherrschaft wie ein Senfkorn: es ist das kleinste aller Ackersamen: ... das Wort der Gottesherrschaft ist unscheinbar im Vergleich mit den Worten der Weltenherrscher ... Aber wenn es gesät ist, geht es auf: ... das Wort der Gottesherrschaft wird gehört, es zeitigt Folgen, es ist nicht in den Wind gesprochen ... ... es wird größer als alle Gartenpflanzen .. So dass "die Vögel des Himmels in seinem Schatten wohnen können": ... das Wort der Gottesherrschaft breitet sich aus, es ist nicht auf ein Volk begrenzt, es lädt alle ein "in seinem Schatten zu wohnen" ... DEUTUNG:Gott streut das Wort seiner Herrschaft in die Gemeinde, aber es bleibt nicht auf eine einzige Gemeinde begrenzt: alle sind eingeladen zu dieser Gottesherrschaft; das Wort der Gottesherrschaft geht alle an. FRAGE AN UNSERE GEMEINDE IN MARIA DELL´ANIMA:Was bedeutet dieses Wort der Gottesherrschaft für uns? Hinweisen auf den redaktionellen Zusatz des Verfassers:
Das Wort der Gottesherrschaft, die schon angebrochen ist in Jesus, dem Christus, ist offensichtlich das Zentrum des Glaubensbekenntnisses der Gemeinde: Dein Reich komme. Das Wort der Gottesherrschaft ist offensichtlich vielen zugesprochen worden, aber es wurde nicht sofort von allen begriffen. Dennoch aber wurde gesprochen: Dein Reich komme. Die Jünger wurden von Jesus selbst in das Verständnis der Gottesherrschaft eingeführt, und die Jünger haben das Wort der Gottesherrschaft uns weitergesprochen: Dein Reich komme. Und was fangen wir mit diesem Wort der Gottesherrschaft heute an?
EBERHARD JÜNGEL, ein evangelischer Theologe sagt deshalb: "für die BASILEA [=die Gottesherrschaft] kann der Mensch nichts tun. Gerade dadurch aber gewährt ihm die Gottesherrschaft Zeit ... zum Hören." Wir verstehen die Bilderrede Jesu von der Gottesherrschaft nur recht, wenn wir sie von ihrem Ende her betrachten:
WIR beten: WIR beten: UND DANN WIRD DEUTLICH:
Aber unsere Gemeinde darf sich nicht selbst genügen, wenn sie christliche Gemeinde sein will. Denn mit dem Beten des Vater unser, mit der Bitte um das Kommen der Gottesherrschaft, übernehmen wir die Verpflichtung, unseren Schuldnern zu vergeben: und die finden wir jenseits und diesseits der Türen der Kirche. POSITIV AUSGEDRÜCKT:Der Glauben an das Kommen der Fülle der Gottesherrschaft ist der Motor für unseren Einsatz um eine gerechtere und friedvollere Welt. Und da haben wir noch eine Menge Arbeit und dürfen Gott danken, dass er selbst sich um das Wachsen der Gottesherrschaft kümmert. Denn die Welt braucht unsere ganze Kraft. Das Zweite Vatikanische Konzil drückt es so aus:
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