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"Haus auf Fels - Haus auf Sand: Alles oder Nichts"
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Die Seligpreisungen [5,3-12]; Vom Salz der Erde und vom Licht der Welt [5,13-16]; Vom Gesetz und von den Propheten [5,17-20]; Vom Töten und von der Versöhnung [5,21-26]; Vom Ehebruch [5,27-30]; Von der Ehescheidung [5,31-32]; Vom Schwören [5,33-37]; Von der Vergeltung [5,38-42]; Von der Liebe zu den Feinden [5,43-48]; Vom Almosen [6,1-4]; Vom Beten - Das Vaterunser [6,5-15]; Vom Fasten [6,16-18]; Von der falschen und der rechten Sorge [6,19-34]; Vom Richten [7,1-5]; Von der Entweihung des Heiligen [7,6]; Vom Vertrauen beim Beten [7,7-11]; Die Goldene Regel [7,12]; Von den zwei Wegen [7,13-14]; Von den falschen Propheten [7,15-23]; Vom Haus auf dem Felsen [7,24-27]; Die Wirkung der Bergpredigt [7,28-29]. Diese beiden letzten Abschnitte habe ich Ihnen und mir als Evangelium vorgetragen, auf Wunsch unseres Brautpaares. |
Es folgen dann Wunderberichte über die Taten Jesu, des Messias [8,1 - 9,34] und wieder eine lange Rede: Die Aussendungsrede Jesu an seine Jünger [9,35 - 11].
Ich habe Ihnen diese geraffte Übersicht zugemutet, weil ohne diese der Paukenschlag am Beginn unseres Abschnittes nicht zu verstehen wäre. "Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie..." Jesus setzt voraus, dass wir mit Ihm auf dem Berg waren, dass wir seine lange Belehrung gehört haben, dass wir jetzt den Berg hinab gehen und die Lehre in die Tat umsetzen. Es folgt die Parabel vom klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute.
Und schon ertönt der nächste Paukenschlag: "Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie..." Jesus setzt voraus, dass wir mit Ihm auf dem Berg waren, dass wir seine lange Belehrung gehört haben, dass wir jetzt den Berg hinab gehen und die Lehre nicht in die Tat umsetzen. Es folgt die Parabel vom unvernünftigen Mann, der sein Haus auf Sand baute.
"Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie..." und als Gegenüberstellung "Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie...". Was soll das bedeuten? Was soll das für unser Brautpaar bedeuten? Was soll das für unseren Täufling bedeuten? Soll es etwas für jeden von uns bedeuten?
"Als Jesus diese Rede beendet hatte, war die Menge sehr betroffen von seiner Lehre." Geht es Ihnen und mir nicht ähnlich? Schwingt da nicht etwas Bedrohliches mit in diesen Worten? Sind die Themen der Bergpredigt nicht doch eine Last, die zu schultern wir uns nicht zutrauen? Sind es überhaupt unsere Themen heute?
Jesus wirbt um uns, umwirbt uns und zeigt sich als großer Pädagoge. So stellt er an den Beginn die Seligpreisungen. "Selig, die ..." Neunmal wiederholt Jesus diese Formel "selig, die..." und nennt Haltungen, die einen Menschen selig machen:
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Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. | |
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Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. | |
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Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. | |
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Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. | |
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Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. | |
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Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. | |
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Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. | |
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Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. | |
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Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt." |
Die Seligpreisungen klingen wie Glückwünsche an unser Brautpaar, aber auch an jeden von uns, der das Wort Jesu hört und danach handelt. Jesus stellt uns seinen Vater als den barmherzigen Vater vor, den Schöpfer unserer Welt, der sah, dass alles gut war. Deshalb steht Jesus in der Tradition seiner jüdischen Mitmenschen. Er kennt die Propheten und Lehrer der jüdischen Bibel, unseres Alten Testamentes. Er steht in der Glaubenstradition seines Volkes, das den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs verehrt. Er weiß um den Gott des Letzten Gerichtes, der sagt: "Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein."
Im 25. Kapitel wird uns Matthäus Jesu Rede vom Weltgericht [25,31-46] berichten. Die Gerichtsrede beginnt so:
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"Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet." |
Diese Parabel benutzt die Bilder von Schafen und Böcken, in unserem Abschnitt ist es die Parabel vom klugen Mann und vom unvernünftigen Mann. Deshalb zielt unser heutiges Evangelium auch auf das Letzte Gericht. Jesus will uns deutlich machen: der Glaube ist eine ernsthafte Angelegenheit. Es geht um Leben und Tod, um Alles oder Nichts. Aber es geht auch um unseren Alltag.
Deshalb lehrt und handelt Jesus. Das zieht sich als Motiv durch das gesamte Matthäus-Evangelium: Lehre und Handeln Jesu. Glaube und Tun der Menschen. Der Alltag ist die Phase der Bewährung. In der kleinen Münze des Alltags gilt es, den Glauben zur Tat werden zu lassen. Für Conny und Jürgen in ihrer Familie mit Felix, in Ihren und meinen Beziehungen, in unserem Leben in dieser Welt.
Und die Menge, die Jünger, Conny und Jürgen, Felix, Sie und ich, wir alle sollen hören und handeln. Das ist der Auftrag Jesu an uns. Das ist der Auftrag Jesu, den er von seinem Vater erhalten hat. Seinen Willen zu tun. Deshalb lehrt er seine Jünger beten: "Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde." Wir werden dieses Gebet im Verlauf dieser Brautmesse gemeinsam sprechen vor dem Empfang der Heiligen Kommunion.
In immer neuen Bildern und Gleichnissen spricht Jesus zu uns, er variiert das Thema in seinem Leben und durch sein Leben, mit aller Konsequenz, bis zur letzten Konsequenz: Seinem Tod am Kreuz. Und Ostern ist das Fest der Bestätigung, dass Jesus den Willen seines Vaters erfüllt hat. Gott lässt seinen eingeboren Sohn auferstehen zu einem neuen Leben.
Deshalb kommt Jesus am Ende der Bergpredigt ohne Umschweife zum Thema: "Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann." Es ist verbindliche Zusage an jeden von uns, dass unser Glaube und unser Handeln in Übereinstimmung zu bringen sind. Deshalb heilt Jesus Menschen von ihren Gebrechen, von seelischen und körperlichen Leiden. Er will uns zu standhaften Menschen machen, wenn wir dies auch wollen. Der Glaube an Jesus kann durch einen Wolkenbruch, durch die Wassermassen, und durch Stürme nicht erschüttert werden, wenn wir ihn auf festem Grund gesichert haben, auch wenn diese Gewalten uns Angst machen.
Wie können wir diese Grund-Sicherung erreichen?
Wenn wir selbst Verantwortung für unser Leben übernehmen. Wenn wir uns an Werten orientieren. Wenn wir in unserem Leben Sinn entdecken. Wenn wir Menschen haben, denen wir vertrauen, und wenn wir Menschen sind, denen andere vertrauen. Mit seinen Parabeln vom klugen Mann und vom unvernünftigen Mann appelliert Jesus an unsere Vernunft. Jesus knüpft an die Weisheitsliteratur der jüdischen Bibel an. Jesus wirbt um uns. Er tut dies glaub-würdig, weil er seine Lehre durch sein eigenes Handeln bis in den Tod be-glaubigt.
Und da wären wir bei Conny und Jürgen angekommen, bei ihrer Entscheidung, ihr Handeln vor Gott und den Menschen zu be-glaubigen, wenn sie sich gleich das Sakrament der Ehe spenden.
"Für uns ist die Ehe das Haus, das wir durch unsere Hochzeit ‚neu errichten‘. Es ist etwas Neues oder anderes, was nicht vergleichbar ist mit einer Beziehung ohne Trauschein. Es ist eben wie beim Hausbau... Man ist sich bewusst, dass man das erste Mal etwas gemeinsam aufbaut, was Bestand haben soll und für was man gemeinsam Verantwortung übernimmt. | |
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Der Fels, auf dem das Haus stehen soll, ist für uns nicht allein die Liebe, sondern das Bewusstsein, dass noch vieles mehr dazu gehört, wie z.B. Freundschaft, Vertrauen, Glaube, Verantwortung, Gelassenheit, Vernunft, Mut und die Fähigkeit, auch dann miteinander umzugehen und gemeinsame Wege zu finden, wenn es mal ‚kriselt‘. Selbst wenn die Liebe irgendwann mal nicht mehr so stark ist wie am Anfang, darf das Fundament nicht ins Wanken geraten. | |
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Unserer Meinung nach, käme es sonst dem Bauen auf Sand gleich, wie in der Geschichte. Vielleicht kann man auch sagen, dass sich die Art der Liebe im Laufe einer Ehe verändert und dass dafür eben alle die Dinge notwendig sind, die schon oben stehen. | |
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Wir haben festgestellt, dass es gar nicht einfach ist, zu beschreiben, was diesen Fels genau ausmacht. Es ist so viel, was man auch nur schwer in Worte fassen kann." |
Soweit Conny und Jürgen, die sich und ihre Beziehung bildhaft in unserer Parabel gespiegelt sehen.
Hören wir noch einmal Jesus mit seinem Paukenschlag: "Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann." Da liegt die Herausforderung an Conny und Jürgen, der sie sich stellen wollen, wenn sie jetzt eine christliche Ehe schließen. Aber es ist zugleich die Herausforderung an jeden von uns, der sich Christ nennt: "Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann."
Wir sind eingeladen, Jesus zu hören, auch heute im Jahr Zweitausend. Wir dürfen wie die Menge sehr betroffen von seiner Lehre sein. Wir können, wenn wir wollen, nach seiner Lehre handeln. Dann sind wir der kluge Mann der Parabel und uns gilt dann die Zusage Jesu:
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"Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut." |
Liebe Conny, lieber Jürgen, ich wünsche Euch den Mut, immer wieder neu nach Euren Fundamenten zu schauen, sie zu pflegen und zu hegen. Und wenn Ihr Risse oder Brüche entdeckt, sichert Eure Fundamente neu, indem ihr auf Jesu Wort hört. Das Sprechen über Eure Fundamente und deren Pflege könnt Ihr dann auch Eurem Felix vermitteln, gemeinsam mit seinen Paten Claudia und Markus. Vielleicht entdeckt Ihr so neu, dass die Bergpredigt Jesu Frohbotschaft sein will, für Euch und jeden von uns. Euch gilt heute besonders die Zusage Jesu:
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"Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut." |
Und wenn das Gebälk Eurer Beziehung mal knirscht, denkt an Eure Hochzeitskirche: Vierzehnnothelfer warten auf Euren Hilferuf und Maria, die Mutter Jesu. Amen.
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©1998- 2012 Pater Dr. Benno Kuppler SJ |werte-wirtschaft-weiterbildung.de|WirtschaftsSeelsorger | UnternehmerBerater | EthikErzähler | münchen|file last updated 2012-01-01| we-wi-we Impressum| wirtschaftsethik | predigten| we-wi-we @ktuelles| Mein Kurzporträt pdf-file| Optimale Darstellung IE [download] |