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Denn
Gott sah, dass alles, was er geschaffen hatte, sehr gut war.
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Patron |
| der Jäger, Förster, Schützengilden, der Drechsler, Gießer, Kürschner, Fabrikanten mathematischer Geräte, Mathematiker, Metallarbeiter, Metzger, Optiker und Schellenmacher. |
Legende |
| will wissen, H. sei Patron der Jäger, weil er selbst der Jagdleidenschaft gefrönt habe. Er habe an einem Karfreitag auf der Jagd einen Hirsch gesehen, der zwischen den Enden seinen Geweihes ein lichtglänzendes Kreuz getragen habe. Das habe ihn zur Umkehr seines Lebens bewogen. | |
| Diese Legende findet sich bereits im 2. Jh. beim Hl. Eustachius und wird erst im 15. Jahrhundert auf H. übertragen. Ursprünglich war der 3. November sein Festtag [heute 20.9.]. | |
| Zur Legende weiter: "All ihr Tiere, preiset den Herrn! Sie will bildhaft zeigen: Christus, der Gekreuzigte, ist der Herr über alle Kreatur, Herr über den Menschen, der dem Tier nachjagt. Das wurde dem Heiden, der an viele Herren glaubte, zur Einsicht, die ihn auf die Knie warf. Als Patron der Jäger und Schützen hat H. bis an den Rand der Neuzeit viel zu bedeuten. Sie lernten von ihm, sich vor dem Gekreuzigten zu beugen, der sie auch aus der Welt der Tiere als König anruft." |
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Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,
was feiern wir, wenn wir uns zur Hubertus-Messe versammeln? Ein rührseliges Stück Erinnerung, musikalisch von klangvollen Hörnern umkleidet? Eine fromme Legende vom Jäger Hubertus, dem ein Hirsch erscheint, ein Kreuz zwischen den Enden des Geweihes? Ein folkloristisches Fest, damit die Heilig Kreuz Kirche wieder einmal brechend voll ist?
Wir haben diese Hubertusmesse begonnen im Zeichen unseres Heils: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Es ist das Zeichen des Neuen Bundes. Es ist der Bund, bei dem es um Tod und Leben geht.
Unser Auftrag bei diesem Bund ist im Evangelium von Markus klar und knapp formuliert: Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen. Und dieser Auftrag geht an Menschen, die ungläubig sind und in ihrem Herzen verstockt. Der Auftrag geht an Sie und mich, die wir heute zusammengekommen sind, gemeinsam an Seinem Tisch.
Der heilige Hubertus hat diesen Auftrag in seinem Leben ernst genommen. Als Bischof von Lüttich hat er zu den Menschen seiner Zeit das Evangelium getragen. Das war vor über 1200 Jahren. Er trägt deshalb den Titel "Apostel der Ardennen".
Wie kommt es aber dazu, so werden Sie sich fragen, dass Hubertus als der Patron der Jäger und Schützen verehrt wird. Erst über 500 Jahre später wird eine fromme Legende, die ursprünglich mit dem heiligen Eustachius, der im 2. Jahrhundert lebte, verbunden war, auf den Hubertus übertragen. Lassen Sie mich diese kurz zusammenfassen:
Eustachius soll an einem Karfreitag auf die Jagd gegangen sein. Er war zu diesem Zeitpunkt noch kein Christ. Bei der Jagd sieht er einen Hirschen, der zwischen den Enden seines Geweihes ein lichtglänzendes Kreuz getragen habe. Dieses Bild will zeichenhaft lehren: Christus, der Gekreuzigte, ist der Herr über alle Natur, Herr über den Menschen, der dem Tier nachjagt. Das wurde dem Heiden Eustachius, der an viele Herren glaubte, zur Einsicht, die ihn auf die Knie warf: er betet Christus an.
So lehren Eustachius und Hubertus die Jäger und Schützen, sich vor dem Gekreuzigten zu beugen, der sie auch aus der Welt der Tiere als König anruft.
An der Stelle könnte ich dann meine Predigt abschließen mit einem feierlichen Amen, so sei es.
Vielleicht wäre das manchem sogar recht. Eine kurze Predigt. Basta, das genügt.
Andere werden sich aber fragen, was ist heute der Inhalt des Evangeliums, das wir zu verkünden haben in der Welt. Der Auftrag, der jeden von uns in unterschiedlicher Weise, aber im gleichen Wortlaut trifft, heißt doch:
Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!
In Jesus Christus hat Gott seinen Bund erneuert, den ewigen Bund zwischen dem Schöpfer und seiner Schöpfung neu besiegelt. Christus ist der Erstgeborene der neuen Schöpfung. Das ist das Thema des Evangeliums. Denn Gott sah, dass alles, was er geschaffen hatte, sehr gut war.
Welch heilige Einfalt, wird mancher jetzt denken. Da hören wir den Waldschadensbericht der Bundesregierung, der erzählt uns etwas ganz anderes. Da gibt es Untergangsszenarien von Umweltschützern, die uns klar machen mit exakten Berechnungen, dass unser Planet am Sterben ist. Da gibt es ein Ozonloch über der Arktis, das so groß ist wie die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Liste ließe sich beliebig verlängern.
Das Bild unseres Planeten und seiner Zukunft kann nicht schwarz genug gemalt werden. Viele malen es auch gerne schwarz, gerade weil wenn sie in ihrem Herzen grün fühlen.
Und dennoch setze ich dagegen: Denn Gott sah, dass alles, was er geschaffen hatte, sehr gut war. Denn das war der Anfang der Schöpfung. Und das ist die Verheißung aus der ich lebe: Gott steht zu seiner Schöpfung, weil sie sein Bild widerspiegelt.
Zugegeben: für viele Menschen heute ist das Bild Gottes im Dunkeln, ist das Bild Gottes verzerrt, weil die Schöpfung verzerrt und verdunkelt ist. Aber ist das Gottes Schuld? Er sah, dass alles sehr gut war. Das ist der Beginn des Buches Genesis.
Dann kommt die Geschichte Gottes mit Noah.
Haben Sie genau zugehört bei unserer Lesung:
Gott erregt sich über die Schlechtigkeit des Menschen. Gott ist es nicht gleichgültig, was der Mensch aus der Schöpfung, die sehr gut war, so einfach alles macht. Der Mensch hat die Schöpfung als Mandat erhalten, damit er sie hege und pflege, kultiviere und ehre. Aber die Schlechtigkeit des Menschen, geboren aus der Freiheit, sein Nein gegen Gott zu setzen, vernichtet jene Schöpfung, die sehr gut war.
Gott erregt sich über den Menschen, jeden einzelnen und alle. Aber er ist kein blinder Wüterich. Er schlägt nicht einfach um sich und gegen alle und alles. Es reut ihn, dass er den Menschen geschaffen und von ihm gesagt hatte, dass er sehr gut war.
Gott sieht aber auch den Gerechten: Noah, den exemplarischen Menschen, von dem es im Buch Genesis heißt; Er tat alles genau so, wie ihm Gott aufgetragen hatte.
Und gleichsam als neuer Schöpfungsbericht wird uns in der Noah-Geschichte erzählt: er nimmt von allen Geschöpfen, Tieren, allem Vieh, den Vögeln jeweils ein Pärchen, Männchen und Weibchen mit in die Arche. Und auch seine Frau und die drei Söhne mit ihren Frauen. Das Leben kann also weitergehen.
Tod und Leben, das legt uns Gott zur Entscheidung vor, wenn es um seinen Bund geht.
Die Flut ist das Symbol des Todes, der Vernichtung. Die Arche das Symbol des Lebens, der Fülle des Lebens.
Gott ist es, der die Tür der Arche verschließt. Er sorgt für den Menschen gerade auch in einer Zeit, in der Tod und Vernichtung angesagt sind. Nicht der Noah kann sich retten, indem er die Tür der Arche schließt, nein: Gott sorgt für den Menschen und die Geschöpfe, denn er sah, dass alles sehr gut war.
Noah kann nur das tun, was Gott ihm aufgetragen hatte. "Nur" das kann er tun. Aber das ist eine Menge. Denn er muss die Arche bauen, er muss die Geschöpfen zusammenbringen, dass künftiges Leben weitergeht. Und dann muss er warten und zusehen.
Es gibt Vernichtung! Es gibt Untergang! Es gibt Tod! Es gibt Verderben!
Das aktive Warten des Noah wird dann in Symbolen entfaltet: der Rabe wird ausgesandt. Er findet kein Nest und kehrt in den Schutz der Arche zurück. Die Taube kehrt zurück, weil sie auf dem Boden keinen Halt findet. Später wird sie dann den Olivenzweig bringen: ein Symbol des Friedens. Und Noah, der Mensch: er streckt dann seinen Kopf aus dem Verdeck der Arche. Er bleibt im Schutz der Arche und versucht von dort her, sich einen Überblick zu verschaffen.
Gott ist es dann, der sagt: Komm heraus! Gott befreit zum Leben: den Noah, seine Frau und alles Leben in der Arche.
Wie antwortet Noah auf diese Befreiung:
Er baut dem Herrn einen Altar und bringt Brandopfer dar. Und in einem menschlich eindrucksvollen Bild heißt es dann:
Der Herr roch den beruhigenden Duft und sprach bei sich!
Nicht zum Menschen sprach der Herr.
Zu sich selbst sprach der Herr: nie mehr will ich die Erde vernichten. So lange die Erde besteht, sollen nicht aufhören: Aussaat und Ernte, Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.
Denn Gott sah, dass alles, was er geschaffen hatte, sehr gut war.
Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!
Da sind wir wieder bei Hubertus und seiner Legende: Das Kreuz ist für Hubertus das Zeichen des Neuen und Ewigen Bundes. Er betet Christus an. Noah betet Gott an. Und wir: wen beten wir an? Was sind unsere Opfer für Gott den Schöpfer und Christus, der uns aussendet, allen Geschöpfen die Frohe Botschaft zu verkünden?
Ich lasse mich gerne der heiligen Einfalt bezichtigen! Ich meine aber, wenn wir nicht zuerst Gott als unseren Schöpfer ehren, ist alle Rede von Umweltschutz Götzendienst. Dann verwechseln wir Gott mit seiner Schöpfung und vergöttlichen das Geschöpf. Was wir tun müssen, das zeigt uns Noah: Er tat alles genau so, wie Gott ihm aufgetragen hatte.
Und dann können wir anfangen zu streiten um die besseren Wege, wie die Umwelt geschützt werden kann. Dann brauche ich keine Angst zu haben vor den Katastrophenszenarien der Wissenschaftler. Dann kann ich mich nicht ruhig in den Sessel zurücklehnen und denken: der Herrgott wird's schon richten.
Denn der Auftrag an uns Menschen, an jeden einzelnen und uns alle gilt auch heute: Hegt und pflegt die Erde. Seid meine Mitschöpfer. Seid kreativ, und das heißt schöpferisch: nutzt alle Technik, um die Schöpfung zu erhalten, für euch und eure Kinder.
Ich, der Herr, ich werde die Erde niemals zerstören.
Dann ist es gut, um einen heiligen Hubertus zu wissen, auch wenn vieles fromme Legende ist. Denn er ist nicht nur der Patron der Jäger und Schützen, der Förster, Metzger und Kürschner. Er ist auch der Patron der Mathematiker und Fabrikanten mathematischer Geräte, der Optiker und der Metallarbeiter.
Und wenn heute mehr die Schellenmacher ihn als ihren Patron feiern: ich denke, wir sollten hellhörig werden auf jene Alarmglocken, die uns aus den Wissenschaften läuten.
Denn es sollte ein Bündnis der Vernunft geben zwischen allen Menschen zur Rettung unserer Welt, weil Gott sah, dass alles, was er geschaffen hatte, sehr gut war. Amen.
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