"Mein Freund veranstaltet ein Fest"
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Dr. Benno Kuppler

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Mein Freund veranstaltet ein Fest

Lesung: Lk 13,22-30

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stellen sie sich bitte einmal folgende Geschichte vor:

bulletSie haben einen Menschen, den sie für einen Freund halten. Nun erfahren sie, dieser Freund veranstaltet ein Fest. Eine schriftliche Einladung zu dieser Feier haben sie nicht, wissen aber, dass zu diesem Fest jeder eingeladen ist. Also gehen sie von ihrer Wohnung weg, machen sich auf den Weg zum Haus ihres Freundes. Dort klingeln sie, der Freund öffnet die Tür, sie reichen die Hand zum Gruß und sagen: Hallo, ich freue mich, dass ich zu deinem Fest kommen konnte.

Und dann ereignet sich das Unvorhergesehene, das Unglaubliche: Ihr Freund antwortet ihnen, er kenne sie nicht. Sie, die sie so oft schon mit ihm zusammen waren, sind für den Hausherrn, der doch ihr Freund war, nun eine unbekannte Person.

Sie werden natürlich versuchen, ihn an gemeinsame Erlebnisse zu erinnern, dass sie hier und dort gemeinsam gefeiert haben, dass man sich dort getroffen habe. Der Hausherr aber weist sie drohend, sie beschimpfend vom Haus weg, verwehrt ihnen den Einlass.

Da aber die Tür aufsteht, können sie im Haus des Freundes Menschen erkennen, die auch zu ihrem Bekanntenkreis gehören. Sie bleiben verwundert, innerlich wütend, einige Schritte von der Tür stehen, immer noch glaubend, das Hausverbot sei ein Irrtum und müssen mit ansehen, dass Leute Einlass erhalten, die sie für die schlimmsten, für unmögliche Typen gehalten haben.

bulletSie haben in unserer Geschichte bereits unser heutiges Evangelium wieder entdeckt. Finden sie es nicht auch ungeheuerlich, was uns da erzählt wird?

Christus ist der Freund, der Hausherr. Er lädt alle Menschen zum Fest im Reich Gottes ein, jeden Einzelnen von uns. Und so machen wir uns dann auch auf den Weg zum Fest, denn warum sollten wir die Einladung zum Feiern nicht annehmen.

bulletDa erfahren wir die erste Hürde, das erste Hindernis:

In den Festsaal führen nicht große, einladende Flügeltüren, die bereits eine Ahnung von der Herrlichkeit des Reiches Gottes vermitteln, sondern eine einzige, zudem noch enge Tür führt in den Festsaal. Wir aber hatten uns innerlich auf eine Feier eingestellt und sollen uns jetzt mit großer Anstrengung durch die enge Tür zwängen, wo wir doch unser Festgewand angezogen haben. So stehen wir hilflos an der Tür.

Da erscheint dann der Gastgeben Jesus. Wir versuchen ihm zu erklären, er solle uns doch den Haupteingang zum Festsaal zeigen, wo wir leichter, bequemer, ohne Anstrengung hineinkommen können. Er aber, Jesus, sagt uns ganz deutlich: Wer nicht bereit ist, sich anzustrengen, sich zu bemühen, durch die enge Tür den Einlass in das Reich Gottes zu suchen, den kenne ich nicht, der kann nicht zu den Geladenen gehören.

Wir weisen dann auf unseren Taufschein hin: wir wissen uns auf den Namen Jesu getauft. Wir haben ihn oft gehört, in der Messe, in Predigten, in manchem Buch, sogar der Heiligen Schrift sind wir ihm begegnet. Und dann diese Verleumdung: Ich kenne dich nicht. Ich weiß nicht, woher du bist.

Das bringt uns ganz schön in Verlegenheit: Was sollen wir tun? Was hätten wir tun sollen?

bulletErinnern wir uns an den Beginn des Evangeliums:

"Jesus zog von Stadt zu Stadt und lehrte. So setzte er seine Reise nach Jerusalem fort". Und dann folgt die Frage nach denen, die gerettet werden sollen.

[Mit der Reise nach Jerusalem erhalten wir den Hinweis, was wir tun sollen. Denn Jerusalem ist das Ziel des irdischen Lebens Jesu: Leid und Auferstehung finden in Jerusalem statt.]

Der Lebensweg Jesu wird uns als Ziel, als Aufgabe unseres Bemühens vor Augen geführt, der Weg mit Freud und Leid.

Wenn wir nur am Rand des Weges stehen, ihm zuwinken, ihm zuhören, wenn er spricht, dann ist dies für Jesus zu wenig. Dann sagt er, woher bist du? Was Jesus von jedem Einzelnen von uns erwartet, ist das Mitgehen auf dem Weg. Eintreten in die Pilgerschaft Jesu, aktives Mitleben im Geiste Jesu.

Dann kennt Jesus uns, weil wir so Gefährten sind, weil wir uns innerhalb der Pilgergruppe begegnen, uns helfen auf dem Weg, Freude und Leid gemeinsam erleben und erleiden.

Liebe Christen, ich meine, wir dürfen uns selbst ermutigen, wenn wir dieses Evangelium heute gemeinsam bedenken: Denn Jesus fordert von uns nicht sinnlose Anstrengung, Leid um des Leides willens, sondern Jesus sagt uns: Unser Bemühen, unser Streben im Leben, Das Mühsame, das Leid erhalten ihren Sinn aus dem Ziel: der Teilnahme am Reich Gottes. Das gilt jedem Menschen, ob im Norden oder Süden, Osten oder Westen, ob Jude, Römer oder Christ: Jeder, der sich anstrengt, der sich bemüht, wird durch die enge Tür kommen.

Für jeden von uns schaut deshalb auch die Anstrengung anders aus. Viele von ihnen haben bereits ein Leben lang voller Anstrengungen, voller Mühe und Leid ertragen. Vielleicht haben diese Erfahrungen den einen oder anderen sogar in Resignation, in Gram geführt.

Ihnen sagt Jesus im heutigen Evangelium: [schau durch den Spalt der Tür!] Auch in deinem Leben gibt es Erfahrungen von Glück und Freude, Vergisst die Freude nicht. Erinnere dich der Freude, des Segen Gottes, den du in deinem Leben erfahren hast, auf dem Weg mit Jesus.

Andere erleben erst in diesem Haus Leid, weil sie sich einsam und verlassen vorkommen, weil sie doch nichts mehr leisten. Auch für diese Menschen gilt die Frohbotschaft: Suche deine Anstrengung, um durch die enge Tür des Reiches Gottes zu gelangen. Und das kann bedeuten, dass einer seine eigene Herzenstür wieder einmal öffnet, damit er Besuch empfangen kann, damit andere Menschen, die zu ihm wollen, nicht vor verschlossener Türe stehen. Die Anstrengung kann manche kleine Hilfe sein, die jemand seinen Zimmergenossen erweist. Denn die Leistungen, die wir erbringen, können nicht alle gleich sein, sondern müssen sich wandeln, je nach unserer Lebenslage.

Die heutige Frohbotschaft dürfen wir deshalb als Aufmunterung verstehen, nicht zu warten, dass sich uns große Türen öffnen, sondern immer wieder sich zu bemühen, auch kleine Türen zu benutzen, wenn sie sich uns öffnen. Schauen wir, wo wir unsere Türe finden, die eng und unscheinbar ist, aber uns Zugang zum Reich Gottes verschafft.

Jesus hat gesagt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Keiner kommt zum Vater außer durch mich." Leben wir aus dieser Zusage Jesu. Gehen wir gemeinsam den Weg Jesu.

Amen.

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