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Mein Freund veranstaltet ein Fest
Lesung:
Lk 13,22-30

stellen sie sich bitte einmal folgende Geschichte vor:
 | Sie haben einen Menschen, den sie für einen Freund halten. Nun erfahren sie,
dieser Freund veranstaltet ein Fest. Eine schriftliche Einladung zu dieser Feier
haben sie nicht, wissen aber, dass zu diesem Fest jeder eingeladen ist. Also
gehen sie von ihrer Wohnung weg, machen sich auf den Weg zum Haus ihres
Freundes. Dort klingeln sie, der Freund öffnet die Tür, sie reichen die Hand
zum Gruß und sagen: Hallo, ich freue mich, dass ich zu deinem Fest kommen
konnte. |
Und dann ereignet sich das Unvorhergesehene, das Unglaubliche: Ihr Freund
antwortet ihnen, er kenne sie nicht. Sie, die sie so oft schon mit ihm zusammen
waren, sind für den Hausherrn, der doch ihr Freund war, nun eine unbekannte
Person.
Sie werden natürlich versuchen, ihn an gemeinsame Erlebnisse zu erinnern, dass
sie hier und dort gemeinsam gefeiert haben, dass man sich dort getroffen habe.
Der Hausherr aber weist sie drohend, sie beschimpfend vom Haus weg, verwehrt
ihnen den Einlass.
Da aber die Tür aufsteht, können sie im Haus des Freundes Menschen
erkennen, die auch zu ihrem Bekanntenkreis gehören. Sie bleiben verwundert,
innerlich wütend, einige Schritte von der Tür stehen, immer noch glaubend, das
Hausverbot sei ein Irrtum und müssen mit ansehen, dass Leute Einlass erhalten,
die sie für die schlimmsten, für unmögliche Typen gehalten haben.
 | Sie haben in unserer Geschichte bereits unser heutiges Evangelium wieder
entdeckt. Finden sie es nicht auch ungeheuerlich, was uns da erzählt wird? |
Christus ist der Freund, der Hausherr. Er lädt alle Menschen zum Fest im
Reich Gottes ein, jeden Einzelnen von uns. Und so machen wir uns dann auch auf
den Weg zum Fest, denn warum sollten wir die Einladung zum Feiern nicht
annehmen.
 | Da erfahren wir die erste Hürde, das erste Hindernis: |
In den Festsaal führen nicht große, einladende Flügeltüren, die bereits
eine Ahnung von der Herrlichkeit des Reiches Gottes vermitteln, sondern eine
einzige, zudem noch enge Tür führt in den Festsaal. Wir aber hatten uns
innerlich auf eine Feier eingestellt und sollen uns jetzt mit großer
Anstrengung durch die enge Tür zwängen, wo wir doch unser Festgewand angezogen
haben. So stehen wir hilflos an der Tür.
Da erscheint dann der Gastgeben Jesus. Wir versuchen ihm zu erklären, er
solle uns doch den Haupteingang zum Festsaal zeigen, wo wir leichter, bequemer,
ohne Anstrengung hineinkommen können. Er aber, Jesus, sagt uns ganz deutlich:
Wer nicht bereit ist, sich anzustrengen, sich zu bemühen, durch die enge Tür
den Einlass in das Reich Gottes zu suchen, den kenne ich nicht, der kann nicht
zu den Geladenen gehören.
Wir weisen dann auf unseren Taufschein hin: wir wissen uns auf den Namen Jesu
getauft. Wir haben ihn oft gehört, in der Messe, in Predigten, in manchem Buch,
sogar der Heiligen Schrift sind wir ihm begegnet. Und dann diese Verleumdung:
Ich kenne dich nicht. Ich weiß nicht, woher du bist.
Das bringt uns ganz schön in Verlegenheit: Was sollen wir tun? Was hätten
wir tun sollen?
 | Erinnern wir uns an den Beginn des Evangeliums: |
"Jesus zog von Stadt zu Stadt und lehrte. So setzte er seine Reise nach
Jerusalem fort". Und dann folgt die Frage nach denen, die gerettet werden
sollen.
[Mit der Reise nach Jerusalem erhalten wir den Hinweis, was wir tun sollen.
Denn Jerusalem ist das Ziel des irdischen Lebens Jesu: Leid und Auferstehung
finden in Jerusalem statt.]
Der Lebensweg Jesu wird uns als Ziel, als Aufgabe unseres Bemühens vor Augen
geführt, der Weg mit Freud und Leid.
Wenn wir nur am Rand des Weges stehen, ihm zuwinken, ihm zuhören, wenn er
spricht, dann ist dies für Jesus zu wenig. Dann sagt er, woher bist du? Was
Jesus von jedem Einzelnen von uns erwartet, ist das Mitgehen auf dem Weg.
Eintreten in die Pilgerschaft Jesu, aktives Mitleben im Geiste Jesu.
Dann kennt Jesus uns, weil wir so Gefährten sind, weil wir uns innerhalb der
Pilgergruppe begegnen, uns helfen auf dem Weg, Freude und Leid gemeinsam erleben
und erleiden.
Liebe Christen, ich meine, wir dürfen uns selbst ermutigen, wenn wir dieses
Evangelium heute gemeinsam bedenken: Denn Jesus fordert von uns nicht sinnlose
Anstrengung, Leid um des Leides willens, sondern Jesus sagt uns: Unser Bemühen,
unser Streben im Leben, Das Mühsame, das Leid erhalten ihren Sinn aus dem Ziel:
der Teilnahme am Reich Gottes. Das gilt jedem Menschen, ob im Norden oder
Süden, Osten oder Westen, ob Jude, Römer oder Christ: Jeder, der sich
anstrengt, der sich bemüht, wird durch die enge Tür kommen.
Für jeden von uns schaut deshalb auch die Anstrengung anders aus. Viele von
ihnen haben bereits ein Leben lang voller Anstrengungen, voller Mühe und Leid
ertragen. Vielleicht haben diese Erfahrungen den einen oder anderen sogar in
Resignation, in Gram geführt.
Ihnen sagt Jesus im heutigen Evangelium: [schau durch den Spalt der Tür!]
Auch in deinem Leben gibt es Erfahrungen von Glück und Freude, Vergisst die
Freude nicht. Erinnere dich der Freude, des Segen Gottes, den du in deinem Leben
erfahren hast, auf dem Weg mit Jesus.
Andere erleben erst in diesem Haus Leid, weil sie sich einsam und verlassen
vorkommen, weil sie doch nichts mehr leisten. Auch für diese Menschen gilt die
Frohbotschaft: Suche deine Anstrengung, um durch die enge Tür des Reiches
Gottes zu gelangen. Und das kann bedeuten, dass einer seine eigene Herzenstür
wieder einmal öffnet, damit er Besuch empfangen kann, damit andere Menschen,
die zu ihm wollen, nicht vor verschlossener Türe stehen. Die Anstrengung kann
manche kleine Hilfe sein, die jemand seinen Zimmergenossen erweist. Denn die
Leistungen, die wir erbringen, können nicht alle gleich sein, sondern müssen
sich wandeln, je nach unserer Lebenslage.
Die heutige Frohbotschaft dürfen wir deshalb als Aufmunterung verstehen,
nicht zu warten, dass sich uns große Türen öffnen, sondern immer wieder sich
zu bemühen, auch kleine Türen zu benutzen, wenn sie sich uns öffnen. Schauen
wir, wo wir unsere Türe finden, die eng und unscheinbar ist, aber uns Zugang
zum Reich Gottes verschafft.
Jesus hat gesagt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Keiner
kommt zum Vater außer durch mich." Leben wir aus dieser Zusage Jesu. Gehen
wir gemeinsam den Weg Jesu.
Amen.

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