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Dr. Benno Kuppler

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Sand, See & Sturm: Die Grundfrage nach Vertrauen
Hochzeit von Andrea und Karsten Fleckenstein
in Sankt Lioba zu Nürnberg am 26. August 2000

Lesungen: Spuren im Sand; Markus 4, 35-41

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Liebe Eltern und Geschwister des Brautpaares,
liebe Verwandte und Freunde von Andrea und Karsten,

waren Sie nicht ein wenig überrascht, als Sie die Texte hörten und das Bild des Liedblattes betrachteten: der Seesturm aus dem Markus-Evangelium, diese hochdramatische Situation, die ein Maler als Miniatur im Hitdaevangeliars des Klosters Meschede illustrierte. Fast zweitausend Jahre ist der Text schon alt und fast tausend Jahre später wird dieser Text ins Bild gesetzt und wir fühlen uns von Wort und Bild im Jahr 2000 betroffen, weil sie Erfahrungen aussprechen, die auch uns nicht fremd sind: Angst ums Leben.

Aber für eine Hochzeit uns "solche" Worte zuzumuten, in denen auf den ersten Blick so nichts von Liebe und rührseliger Stimmung zu spüren ist, ist das nicht ein bisschen "übertrieben"? Erwarten wir doch alle bei einer Hochzeit, noch dazu bei einer kirchlichen Trauung, Texte über den Wert von Liebe und Treue.

Dabei fing alles so "lieb" und "idyllisch" an. Die von Andrea und Karsten gestaltete Hochzeitsanzeige:. Ein gelbes Boot auf hellblauer See. Und das weiße Segel mit schwarzem Text: "Damit fing es an und nun sitzen wir im gleichen Boot." Versprach diese Einladung nicht eine romantische, gefühlvolle, ja sentimentale Hochzeit? Und dann diese Texte?

Auch für die Texte und das Bild, müssen Sie, liebe Verwandte und Freunde, wissen, sind Andrea und Karsten verantwortlich. Das Brautpaar hat sie für ihre Brautmesse selbst ausgewählt.

Liebe Andrea, lieber Karsten,

Ihr habt eine gute Wahl getroffen mit den Texten und dem Bild, meine ich. Denn Ihr bietet uns bei der kirchlichen Feier, in der Ihr Euch das Sakrament der Ehe spenden werdet, "geistliches Vollkornbrot" an. Die süße Hochzeitstorte wartet vielleicht auf uns in der anschließenden Hochzeitsfeier. Ich will versuchen, die Zutaten des "geistlichen Vollkornbrotes" aus Euren Texten herauszuarbeiten, damit sie unser aller Texte werden an diesem Euren Hochzeitstag.

Meiner Predigt habe ich den Titel "Sand, See & Sturm: Die Grundfrage nach Vertrauen" gegeben. Damit habe ich auch bereits vier Zutaten des "geistlichen Vollkornbrotes" benannt: Sand, See, Sturm und Vertrauen.

Und mit dem Vertrauen, so scheint es auf den ersten Blick, ist es bei den Jüngern im Boot nicht weit her. Haben Sie, liebe Schwestern und Brüder im Glauben, noch ihren Klageruf im Ohr?

"Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?" Angst geht um bei den Jüngern, Angst ums nackte Leben.

Dabei fing alles so gut an. Ein erfolgreicher Tag lag hinter den Jüngern und Jesus. ER hatte vom Boot das Volk aus belehrt, eine große Menschenmenge hatte IHM zugehört. Die Jünger waren ganz nahe bei Jesus gewesen. Sie saßen mit IHM im gleichen Boot. Und ER hat dann zum Aufbruch gedrängt. ER wollte mit seinen Jüngern alleine zusammen sein. Und wo kann man besser alleine sein, als im Boot auf dem See. Da stolpert einem niemand unangemeldet in die Wohnung. Die Menschen blieben am Ufer und verlieren sich in der Ferne. Einige Boote waren noch mit auf dem See, heißt es im Evangelium. Aber sie spielen keine Rolle mehr in der weiteren Geschichte. Nur das Boot mit Jesus und seinen Jüngern ist wichtig.

Dieses Boot bewegt sich auf dem See. Jesus schläft auf einem Kissen, das die Ruderer auf ihren Sitzen habe. Nein, müde vom Predigen oder dem anbrechenden Abend ist ER nicht. ER weiß sich sicher in dem Boot. Das lässt IHN schlafen. Wer im Boot am Ruder sitzt, ist uns nicht überliefert. Sicherlich werden sich die Jünger abgewechselt haben. Denn der See ist breit und groß, der See von Genezareth, der ihnen so vertraut ist. Der See ist ihre Lebenswelt, waren doch viele der Jünger von Beruf Fischer.

Und dann plötzlich der Sturm, dieser heftige Wind, den es auf diesem See immer wieder gibt. Die Wellen schlagen ins Boot, Wasser füllt das Schiff. Das sollten die Jünger alles gekannt haben. Es war nicht neu für sie, aber doch, etwas war anders als sonst: "Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief" bei diesem Seegang und Sturm.

"Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?" Mit diesem klagenden, schreienden Vorwurf wecken sie Jesus aus seinem Schlafe auf. Angst geht um bei den Jüngern, Angst ums nackte Leben.

"Da stand ER auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still!"

Jesus redet mit den Naturgewalten, als seien sie menschliche Wesen. ER hat Vollmacht über sie. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere von Ihnen an ähnliche Schilderungen von Wind und Wasser in der Bibel des Alten und Neuen Testamentes. Gott hat Gewalt über Wasser und Wind, wenn ER die Erde schafft. Gott erscheint im Wind dem Moses und lässt sein Volk durch das geteilte Wasser schreiten. Jesus spricht davon, dass nur der ins Himmelreich komme, der wiedergeboren ist aus dem Wasser und dem Geist, dem Wind Gottes.

Und zu den Jüngern gewandt sagt Jesus: "Warum habt ihr solche Angst?" Warum seid ihr feige? "Habt ihr noch keinen Glauben?" Die Fragen treffen die Jünger. Die Fragen zielen auf den Kern des Lebens.

Die Jünger versuchen nicht, sich gegenüber Jesus zu rechtfertigen. Aber sie sind ergriffen von Furcht, von Ehrfurcht Jesus gegenüber. Zueinander sagen sie fragend: "Was ist das für ein Mensch, dass im sogar der Wind und der See gehorchen?" Von einer Antwort erfahren wir nichts!

Die Jünger staunen noch über das Naturwunder Jesu. Noch glauben die Jünger nicht an Jesus, den Christus. Sie sind unterwegs auf einem Weg des Glaubens, der sie noch durch viele Stürme im Leben führen wird. Aber Jesus ist mit ihnen unterwegs. In Jesu Namen sind sie unterwegs.

Und das will uns auch der Text "Spuren im Sand" mit anderen Bildern erzählen.

Auch hier der Vorwurf des Menschen an den Herrn: "Warum hast du mich verlassen, als ich dich so verzweifelt brauchte?" Das ist die Wahrnehmung des Menschen in seiner Not und Verzweiflung. Er fühlt sich im Stich gelassen, fühlt sich allein.

Und die Antwort des Herrn ist einfühlsam. ER deutet und erklärt die Situation des Menschen. ER, der Herr, hat ihn an die Hand genommen, ihm seine Zuwendung geschenkt. Und der Herr erklärt dem Menschen nun sein Handeln: Wo der Mensch nur ein Paar Spuren sieht, dort habe ich, der Herr, dich getragen. Die Not, die Verzweiflung muss der Mensch nicht alleine schultern, der Herr trägt den Menschen mit seiner konkreten Geschichte.

"Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?" und "Warum hast du mich verlassen, als ich dich so verzweifelt brauchte?", sind dies nicht auch Fragen von uns, Fragen von Andrea und Karsten, Fragen von Ihnen und mir?

Diese Fragen dürfen wir, angeregt durch Andreas und Karstens Textauswahl, auch bei der Hochzeit stellen. Zugegeben, es sind Fragen, die wir uns selten zu stellen wagen, weil wir uns dann eingestehen müssten, dass wir unser Leben nicht im Griff haben, dass wir unsere Lebenswelt nicht unter Kontrolle haben. Und deshalb erwarten wir sie nicht bei einer Hochzeit. Aber es sind zentrale Fragen unseres Lebens, daher haben sie heute ihren Platz in diesem Gottesdienst.

Angst ging um bei den Jüngern, Angst ums nackte Leben. Angst geht um bei uns, Angst ums nackte Leben. Nur möchten wir diese Angst nicht gerne zeigen, weil wir uns dann schwach fühlen, weil wir uns dann ausgeliefert fühlen. Und wer will schon gerne schwach und abhängig sein in unserer Gesellschaft?

Und wer denkt nicht tief in einer Ecke seines Herzens in dieser Stunde: "Wird alles gut gehen mit den Beiden, mit Andrea und Karsten?" Und zugleich wünscht jeder von uns mit ehrlichem Herzen Andrea und Karsten, dass sie glücklich miteinander leben werden. Kennen Sie und ich nicht aber Beispiele genug, wo eine Hochzeit, ein Versprechen - eingegangen aus Liebe und in der Zuversicht, dass sie ein Leben halten möge - dennoch gescheitert ist?

Deshalb habe ich gesagt, dass Andrea und Karsten uns mit der Auswahl der Texte "geistliches Vollkornbrot" anbieten. Deshalb habe ich gesagt, dass Andrea und Karsten eine gute Wahl getroffen haben mit der Auswahl der Texte: Denn es geht um die Grundfrage nach Vertrauen.

Und das ist für eine Hochzeit ein zentrales Thema. Wenn unsere Texte das Thema Vertrauen nicht "idyllisch", nicht "romantisch" behandeln, dann liegt das am Thema selbst. "Vertrauen" ist an Hochzeiten, an Sonnentagen, im Erfolg des Lebens leicht als wichtige Haltung gegenüber dem Ehepartner, den Verwandten oder Kollegen zu benennen. Bei Sonnenschein fällt es nicht schwer, einem anderen Menschen zu vertrauen. Was geschieht aber, wenn Stürme sich ankündigen, wenn der Himmel mit dunklen Wolken verhängt ist, wenn Zweifel nagen, wenn Angst umgeht?

Haben wir nicht auch schon insgeheim Jesus, dem Herrn, jene Vorhaltungen gemacht, von denen uns die Texte erzählen: "Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?" und "Warum hast du mich verlassen, als ich dich so verzweifelt brauchte?"

Brauchen wir in den Stürmen unseres Lebens, in den Stürmen des Lebens von Andrea und Karsten, nicht auch wie die Jünger unseren Herrn Jesus, der uns fragt: "Warum habt ihr solche Angst?" Warum seid ihr feige? "Habt ihr noch keinen Glauben?" Oder freuen wir uns nicht auch über die Zuwendung des Herrn: "Ich nehme dich bei der Hand" und seine Deutung unserer Lebenserfahrung: "Wo du nur ein Paar Spuren siehst, dort habe ich, der Herr, dich getragen".

Das Evangelium, die Frohbotschaft vom Seesturm will uns an diesem Hochzeitstag sagen, Angst ist keine christliche Tugend. Und zugleich will es uns erklären, warum wir trotz und in der Angst vertrauen dürfen. Lassen Sie mich wiederholen:

Die Jünger im Evangelium hatten Angst - solche Angst, dass sie in Panik geraten. Ihre Angst ist nicht unbegründet, denn sie sind in Gefahr, in Lebensgefahr. Den Jüngern damals geht es wie vielen von uns heute: es gibt begründete Ängste. Deshalb schreien die Jünger: "Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?"

Aber die Jünger haben in ihrer Angst vergessen, dass ER, der Herr, bei ihnen im Boot ist. Sie sind hellwach vor Angst. Sie sind in Panik. ER, der Herr, aber schläft. Der Aufruhr der Elemente erschüttert nicht die Geborgenheit und Unberührtheit des Herrn. Das erhöht die Angst der Jünger. Mit vorwurfsvoller Stimme wecken sie IHN, den Herrn auf: "Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?"

Jesus wacht auf und bannt zunächst die Gefahr. Dann wendet ER sich den Jüngern zu. Mit seiner Doppelfrage macht der Herr den Jüngern den Grund ihres Verhaltens und die Ursache ihrer Angst bewusst. ER sagt: "Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?"

Jesus deckt den Grund für ihr Verhalten und ihre Angst auf: Den Jüngern fehlt der Glaube. Was meint Jesus damit? Was bedeutet hier Glaube?

Heinrich Schlier hat in seinem Kommentar zu dieser Stelle ausgeführt, was Glaube bedeutet: "Glaube ist hier, wie oft, das unerschütterliche Vertrauen zu Jesus, der in allen Nöten und Gefahren Hilfe bringt. Glaube ist die unbedingte Gewissheit, dass Jesus rettet - selbst wenn ER "schläft" und sich nicht um uns zu kümmern scheint. Glaube ist die volle Zuversicht, dass man mit Jesus zusammen nicht zugrunde geht."

Lassen Sie mich noch einen Einschub machen zu dem Boot der Jünger und den anderen Booten, gleichsam eine praktische Anwendung auf das Boot, in dem Andrea und Karsten mit Jesus sitzen, und uns, die wir in anderen Booten sind.

Im Evangelium haben wir gehört: "Einige Boote waren noch mit auf dem See." Und ich hatte gesagt, sie spielten keine Rolle mehr in der weiteren Geschichte. Aber für uns und das Brautpaar können diese Boote eine Rolle spielen. Den jedes der anderen Boote kann Ihr oder mein Boot sein, auch in ihm sitzt Jesus. Jeder von uns hat sein Lebensboot und in jedem dieser Boote sitzt Jesus. Wenn nun alle diese Boote auf dem See des Lebens fahren, sollten wir jedem Boot seinen Raum geben, den es benötigt. Wenn Stürme aufkommen, sollten wir uns an Jesus halten, jeder in seinem Boot. Und nur dann, wenn aus einem anderen Boote deutliche Hilferufe kommen, sollten wir diesem Boot zur Hilfe eilen. Deshalb sollten wir auch dem Boot von Andrea und Karsten nicht zu nahe kommen, sie müssen erst lernen, miteinander in einem Boot mit Jesus zu sitzen und ihre Lebensstürme mit seiner Hilfe zu stillen.

Das Evangelium von der Stillung des Seesturms bietet sich also für Andrea und Karsten als "hohe Schule des Glaubens" an, aber auch für uns alle. Der Hintergrund und die Situation sind austauschbar, weil jeder von uns seinen eigenen "Stürme" im Leben kennt, vor denen er Angst hat, berechtigt oder auch unberechtigt. Alle Nöte, Bedrängnisse und Probleme dürfen wir vor dem Herrn zur Sprache bringen und sollten mit IHM darüber reden, wie dies die Jünger taten. Der Herr wird uns nach unserem Glauben fragen. ER wird uns zu einem vertrauenden Glauben einladen, zu einem Glauben, der sich gerade in den Stürmen und Bedrohungen des Lebens bewährt.

Und das wollen Andrea und Karsten heute zum Ausdruck bringen, wenn sie sich gleich das Sakrament der Ehe spenden:

bulletAndrea und Karsten wissen sich von Jesus in das gleiche Boot eingeladen und fahren mit IHM auf dem See des Lebens.
bulletAndrea und Karsten wissen, dass Jesus in ihrem Boot sitzt, auch wenn ER schläft.
bulletAndrea und Karsten wissen, dass auch in ihrem Leben Stürme das Boot hin und her werfen werden.
bulletAndrea und Karsten wissen, dass sie Angst haben werden, nicht nur im Boot auf dem See sondern auch im Sand, auf festem Grund, weil sie sich alleine fühlen können.
bulletAndrea und Karsten wissen, dass Jesus ihren Kleinglauben, ihre Feigheit tadeln wird. Andrea und Karsten wissen aber auch um seine zärtliche Zuwendung.
bulletAndrea und Karsten wissen sich geborgen in seinen Händen, auf seinen Armen und gegenseitig in ihren eigenen Armen.

Mit dem Titel "Sand, See & Sturm: Die Grundfrage nach Vertrauen" habe ich versucht, diese Lebensthemen zusammenzufassen. Damit sind auch die vier Zutaten des "geistlichen Vollkornbrotes" benannt: Sand, See, Sturm und Vertrauen. Dieses "geistliche Vollkornbrotes" gilt es zu kauen, zu verdauen, damit es uns nährt im Alltag, nicht nur am Hochzeitstag. Es ist "geistliches Vollkornbrot" nicht nur für Andrea und Karsten, sondern für jeden von uns und für jeden Tag.

Für was ich viele Worte gebraucht habe, bringen Andrea und Karsten mit ihrem Trauspruch, den sie bei Edith Stein gefunden haben, knapp und griffig zum Ausdruck:

bullet"Ich weiß, dass ich jemanden in meiner Nähe habe, dem ich rückhaltlos vertrauen kann, und das ist etwas, was Ruhe und Kraft gibt."

Der Segen Gottes begleite Euch Beide, liebe Andrea, lieber Karsten, auf Eurer gemeinsamen Bootsfahrt und bei Euren Wegen im Sand, auf dem festen Land. Und wenn es einmal stürmisch wird und Ihr meint, Jesus sei Euch fern, dann schreit laut aus voller Kehle: "Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?" Und IHN kümmert es. Und ER wird jedem von Euch sagen: "Liebes Kind, nie lass ich dich allein, schon gar nicht in Zeiten der Not und Angst. Wo du nur ein Paar Spuren in dem Sand erkennst, sei gewiss: ich trage dich." Amen.

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Markus 4,35-41 Der Sturm auf dem See

Am Abend dieses Tages sagte er zu ihnen: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn.

Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass es sich mit Wasser zu füllen begann.

Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?

Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich, und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht, und sie sagten zueinander: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar der Wind und der See gehorchen?

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Spuren im Sand

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Von: Margaret Fishback Powers
Copyright ©1964 Margaret Fishback Powers. Copyright © der deutschen Übersetzung 1996 Brunnen Verlag Gießen. www.brunnen-verlag.de

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Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel
erstrahlten, Streiflichtern gleich,
Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.

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Als das letzte Bild an meinen Augen
vorübergezogen war, blickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte,
dass an vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.

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Besorgt fragte ich den Herrn:
„Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen,
auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich,
dass in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte?“

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Da antwortete er: „Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie allein lassen,
erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort, wo du nur eine Spur
gesehen hast,
da habe ich dich getragen.“

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Danke an den Brunnen-Verlag, dass ich das Gedicht hier veröffentlichen darf!

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