Stürmisch & Einfühlsam: Alles hat seine Stunde
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"Stürmisch & Einfühlsam: Alles hat seine Stunde, auch Vertrauen"
von Hildegard Fendl und Siegfried Grillmeyer
in der Klosterkirche zu den Heiligen Peter und Paul zu Oberalteich am 02. September 2000

Lesungen: Kohelet 3, 1-15; Lukas 8, 22-25

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Liebe Eltern und Geschwister des Brautpaares,
liebe Verwandte und Freunde von Hildegard und Siegfried,

Dabei fing alles so gut an. Die Hochzeitsanzeige von Hildegard und Siegfried: zwei graziöse Segelboote. Und ein Text von Andreas Gryphius über die Seefahrt des Lebens. Als geistlicher Hafen, von dem aus Hildegard und Siegfried in ihre gemeinsame Zukunft segeln wollen, ist die Klosterkirche Oberalteich ausersehen. Der weltliche Hafen, in dem "Abschied" vor dem Segeltörn der beiden gefeiert wird, heißt zwar "Il Portico", das klingt aber fast wie "Il Porto".

Die Klosterkirche Oberalteich, den Aposteln Peter und Paul geweiht, spiegelt in ihrem üppigen Barock das bayerisch-katholische Lebensgefühl unseres Brautpaares: Musik von Händel, Mozart, Schubert und Mendelssohn, als Instrumente Flöte, Trompete und Orgel und Gesang, dazu Weihrauch und Volksgesang. Alle Sinne sollen zu ihrem Recht kommen, so ist es gute katholische Tradition. Der Geschmackssinn wird später al Portico, im alten Refektorium, bedient, scheinbar im Stil der Toskana-Fraktion, dabei ist der Pranzo Festivo an einem Festtag gute katholische Tradition in Klöstern, und nicht nur dort.

Ja, "alles hat seine Stunde", auch bei der Seefahrt des Lebens von Hildegard und Siegfried. Das Ideal findet sich bei Andreas Gryphius: "Welch ein Glück und welch ein Segen, einem anderen das Geschenk zu geben, nicht allein zu sein ein Stück bei der eigenen Seefahrt dieses Lebens, damit der Weg ist nicht vergebens." Und schon bricht im Lukas-Evangelium über dem See ein Wirbelsturm los, wie im wirklichen Leben: "Meister, Meister, wir gehen zugrunde!" Dabei fing alles so gut an.

Wir sind hineingenommen in die "Beziehungskiste" von Hildegard und Siegfried, die sich mit den beiden Booten identifizieren. Jeder bringt die Geschichte der Seefahrt seines Lebens in die Beziehung mit.

Der Seesturm aus dem Lukas-Evangelium, diese hochdramatische Situation. Und dazu die Lesung aus Kohelet, das als "Hoheslied der Skepsis" bezeichnet wird. Sind Sie, liebe Verwandte und Freude des Brautpaares, nicht ein wenig überrascht über diese Texte? Uns "solche" Worte zuzumuten, in denen auf den ersten Blick so nichts von Liebe und rührseliger Stimmung zu spüren ist, ist das nicht ein bisschen "übertrieben"? Erwarten wir doch alle bei einer Hochzeit Texte über den Wert von Liebe und Treue, noch dazu bei einer katholisch-bayerischen Trauung?

Für die Texte, müssen Sie, liebe Verwandte und Freunde, wissen, sind Hildegard und Siegfried verantwortlich. Das Brautpaar hat sie für ihre Brautmesse selbst ausgewählt, wie ebenso die Kirche, die Musik und den Prediger.

Liebe Hildegard, lieber Siegfried,

Ihr habt eine gute Wahl getroffen mit den Texten, meine ich. Denn Ihr bietet uns bei der kirchlichen Feier, in der Ihr Euch das Sakrament der Ehe spenden werdet, erst einmal "geistliches Vollkornbrot" an. Das passt besser auf ein Boot. Die süße Hochzeitstorte wartet vielleicht auf uns in der anschließenden Hochzeitsfeier al Portico. Ich will versuchen, die Zutaten des "geistlichen Vollkornbrotes" aus Euren Texten herauszuarbeiten, damit sie unser aller Texte werden an diesem Euren Hochzeitstag.

Fast zweitausend Jahre sind die Texte schon alt und wir fühlen uns von ihren Worten im Jahr 2000 betroffen, weil sie Erfahrungen aussprechen, die auch uns nicht fremd sind: das Fragen und Suchen nach den Sinn des Lebens, die Angst ums Leben und die Sehnsucht nach Geglücktem.

Meiner Predigt habe ich den Titel "Stürmisch & Einfühlsam: Alles hat seine Stunde, auch Vertrauen" gegeben. Damit habe ich auch bereits einige Zutaten des "geistlichen Vollkornbrotes" benannt: Sturm, Sensibilität, Zeit und Vertrauen.

Und mit dem Vertrauen, so scheint es auf den ersten Blick, ist es bei den Jüngern im Boot nicht weit her. Haben Sie, liebe Schwestern und Brüder im Glauben, noch ihren Klageruf im Ohr?

"Meister, Meister, wir gehen zugrunde!" Angst geht um bei den Jüngern, Angst ums nackte Leben.

Dabei fing alles so gut an. Die Jünger waren ganz nahe bei Jesus. Sie saßen mit IHM im gleichen Boot. Und ER hat dann zum Aufbruch gedrängt. ER wollte mit seinen Jüngern alleine zusammen sein. Und wo kann man besser alleine sein, als im Boot auf dem See. Da stolpert einem niemand unangemeldet in die Wohnung.

Das Boot mit Jesus und seinen Jüngern bewegt sich auf dem See. "Während der Fahrt aber schlief er ein." Nein, müde vom Predigen oder dem anbrechenden Abend ist ER nicht. ER weiß sich sicher in dem Boot. Das lässt IHN schlafen. Wer im Boot am Ruder sitzt, ist uns nicht überliefert. Sicherlich werden sich die Jünger abgewechselt haben. Denn der See ist breit und groß, der See von Genezareth, der ihnen so vertraut ist. Der See ist ihre Lebenswelt, waren doch viele der Jünger von Beruf Fischer.

Und dann plötzlich der Wirbelsturm, dieser heftige Wind, den es auf diesem See immer wieder gibt. Die Wellen schlagen ins Boot, Wasser füllt das Schiff. Das sollten die Jünger alles gekannt haben. Es war nicht neu für sie, aber doch, etwas war anders als sonst: "Während der Fahrt aber schlief er ein", bei diesem Seegang und Sturm.

"Meister, Meister, wir gehen zugrunde!" Mit diesem klagenden, schreienden Vorwurf wecken sie Jesus aus seinem Schlafe auf. Angst geht um bei den Jüngern, Angst ums nackte Leben.

" Er stand auf, drohte dem Wind und den Wellen, und sie legten sich, und es trat Stille ein."

Jesus redet mit den Naturgewalten. ER hat Vollmacht über sie. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere von Ihnen an ähnliche Schilderungen von Wind und Wasser in der Bibel des Alten und Neuen Testamentes. Gott hat Gewalt über Wasser und Wind, wenn ER die Erde schafft. Gott erscheint im Wind dem Moses und lässt sein Volk durch das geteilte Wasser schreiten. Jesus spricht davon, dass nur der ins Himmelreich komme, der wiedergeboren ist aus dem Wasser und dem Geist, dem Wind Gottes.

Und zu den Jüngern gewandt sagt Jesus: "Wo ist euer Glaube?" Die Frage trifft die Jünger. Die Frage zielt auf die Mitte des Lebens, auch unseres Lebens.

Die Jünger versuchen nicht, sich gegenüber Jesus zu rechtfertigen. Aber sie sind ergriffen von Furcht, von Ehrfurcht Jesus gegenüber. Zueinander sagen sie fragend voll Schrecken und Staunen: "Was ist das für ein Mensch, dass sogar die Winde und das Wasser seinem Befehl gehorchen?" Von einer Antwort erfahren wir nichts!

Die Jünger staunen noch über das Naturwunder Jesu. Noch glauben die Jünger nicht an Jesus, den Christus. Sie sind unterwegs auf einem Weg des Glaubens, der sie noch durch viele Stürme im Leben führen wird. Aber Jesus ist mit ihnen unterwegs. In Jesu Namen sind sie unterwegs. Zu jeder Stunde ihres Lebens.

Da sehe ich eine Verbindung zu dem Text aus Kohelet, dem "Hohenlied der Skepsis". "Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit" Und am Ende sagt der Prediger: "Jetzt erkannte ich: Alles, was Gott tut, geschieht in Ewigkeit. Man kann nichts hinzufügen und nichts abschneiden, und Gott hat bewirkt, dass die Menschen ihn fürchten."

Zwischen diese beiden Aussagen packt Kohelet, der Prediger, nun seine Lebenserfahrungen als Gegensatzpaare: knapp und klar, ohne Schnörkel und ohne Beschönigung, Erfahrungen aus dem Miteinander von Menschen:

bulleteine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen,
bulleteine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen,
bulleteine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen,
bulleteine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben,
bulleteine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen,
bulleteine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz,
bulleteine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden.

Aber sind es nur seine Erfahrungen? Finden Sie und ich mich mit unseren eigenen, oft widersprüchlichen Lebenserfahrungen nicht ebenso darin wieder? Hildegard und Siegfried haben "neben guten und schönen auch schwierige Zeiten zusammen erlebt", so sagten sie mir, und diese finden sie im Buch Kohelet ins Wort gesetzt.

Zur Zeit Kohelets herrschte als Lebensphilosophie vor: gutes Handeln führt zu Glück und langem Leben, schlechtes zu Unglück und frühem Tod. Diesem Entweder-Oder von Gut und Böse, setzt Kohelet ein theologisch-heilsgeschichtliches Prinzip entgegen: Gut und Böse können wir aus Gottes Hand annehmen, weil es in Gottes Heilsplan seinen Platz hat. Die "Furcht Gottes", die Ehrfurcht vor Gott, gibt die Richtschnur für unser Handeln. Mit den Jüngern dürfen wir im Blick auf Jesus, den Gottessohn, fragen: "Was ist das für ein Mensch, dass sogar die Winde und das Wasser seinem Befehl gehorchen?" Und Kohelet vermittelt uns die Erkenntnis seines Suchens: "Gott hat das alles zu seiner Zeit auf vollkommene Weise getan." Der Anklang an den Schöpfungsbericht im Buch Genesis ist gewollt: "Und Gott sah, dass alles gut war." Und doch plötzlich bricht über dem See des Lebens ein Wirbelsturm los. Auch das ist Wirklichkeit im Leben.

Wenn es dem Skeptiker Kohelet um die Auseinandersetzung von Entweder-Oder von Gut und Böse damals ging, um was geht es uns heute? Wie können wir das üppige barock-bayerisch-katholische Lebensgefühl versöhnen mit dem intellektuellen Skeptizismus einer Toskana-Fraktion, der auch in jedem von uns steckt? Wir dürfen unseren Gefühlen trauen, sie als wahr und echt annehmen. Zugleich ist eine ehrliche Reflexion, eine intellektuelle Auseinandersetzung mit diesen Gefühlen der einzige Weg, diese für uns zur Erfahrung werden zu lassen.

"Meister, Meister, wir gehen zugrunde!" Ist dieser Aufschrei Ausdruck von Angst? Ist das die Erfahrung von mangelndem Vertrauen? Sind das nicht Grunderfahrungen von Menschen?

Diese Frage dürfen wir, angeregt durch Hildegards und Siegfrieds Textauswahl, auch bei ihrer Hochzeit stellen. Zugegeben, es ist eine Frage, die wir uns selten zu stellen wagen, weil wir uns dann eingestehen müssten, dass wir unser Leben nicht im Griff haben, dass wir unsere Lebenswelt nicht unter Kontrolle haben. Und deshalb erwarten wir sie nicht bei einer Hochzeit. Aber es sind zentrale Fragen unseres Lebens, daher haben sie heute ihren Platz in diesem Gottesdienst.

Angst ging um bei den Jüngern, Angst ums nackte Leben. Angst geht um bei uns, Angst ums nackte Leben. Nur möchten wir diese Angst nicht gerne zeigen, weil wir uns dann schwach fühlen, weil wir uns dann ausgeliefert fühlen. Und wer will schon gerne schwach und abhängig sein in unserer Gesellschaft? Und in einer Partnerschaft, einer Ehe?

Und wer denkt nicht tief in einer Ecke seines Herzens in dieser Stunde: Wird alles gut gehen mit den beiden, mit Hildegard und Siegfried beim Segeln in eine gemeinsame Zukunft? Und zugleich wünscht jeder von uns mit ehrlichem Herzen Hildegard und Siegfried, dass sie glücklich miteinander leben werden. Kennen Sie und ich nicht aber Beispiele genug, wo eine Hochzeit, ein Versprechen - eingegangen aus Liebe und in der Zuversicht, dass sie ein Leben halten möge - dennoch gescheitert ist?

Deshalb habe ich gesagt, dass Hildegard und Siegfried uns mit der Auswahl der Texte "geistliches Vollkornbrot" anbieten. Deshalb habe ich gesagt, dass Hildegard und Siegfried eine gute Wahl getroffen haben mit der Auswahl der Texte: Denn es geht um die Grundfrage nach Vertrauen, um die religiöse Erkenntnis: Gott sah, dass alles gut war!

Und das ist für eine Hochzeit ein zentrales Thema. Wenn unsere Texte das Thema Vertrauen nicht "idyllisch", nicht "romantisch" behandeln, dann liegt das am Thema selbst. "Vertrauen" ist an Hochzeiten, an Sonnentagen, im Erfolg des Lebens leicht als wichtige Haltung gegenüber dem Ehepartner, den Verwandten oder Kollegen zu benennen. Bei Sonnenschein fällt es nicht schwer, einem anderen Menschen zu vertrauen. Was geschieht aber, wenn Stürme sich ankündigen, wenn der Himmel mit dunklen Wolken verhängt ist, wenn Zweifel nagen, wenn Angst umgeht?

Haben wir nicht auch schon insgeheim Jesus, dem Herrn, jenen klagenden Vorwurf gemacht, von dem uns Lukas spricht: "Meister, Meister, wir gehen zugrunde!"

Brauchen wir in den Stürmen unseres Lebens, in den Stürmen des Lebens von Hildegard und Siegfried, nicht auch wie die Jünger unseren Herrn Jesus, der uns fragt: "Wo ist euer Glaube?" Oder freuen wir uns nicht, wenn wir mit Kohelet sagen können: "Ich hatte erkannt: Es gibt kein in allem Tun gründendes Glück, es sei denn, ein jeder freut sich, und so verschafft er sich Glück, während er noch lebt, ... das ein Geschenk Gottes ist."

Das Evangelium, die Frohbotschaft vom Seesturm will uns an diesem Hochzeitstag sagen: Angst ist keine christliche Tugend. Und zugleich will es uns erklären, warum wir trotz und in der Angst vertrauen dürfen, will werben um unseren Glauben, dass Gott es gut mit uns meint.

Lassen Sie mich noch einen Exkurs einschieben zu dem Boot der Jünger, gleichsam eine praktische Anwendung auf das Boot, in dem Hildegard und Siegfried mit Jesus sitzen.

Auf dem See des Lebens, dem Meer der Welt ist nicht nur das Boot des Brautpaares auf Fahrt. Jeder von uns ist darauf mit seinem Lebensboot unterwegs und in jedem unserer Boote sitzt Jesus. Wenn nun alle diese Boote auf dem See des Lebens fahren, sollten wir jedem Boot den Raum geben, den es benötigt. Wenn Stürme aufkommen, sollte sich jeder von uns an Jesus halten, jeder in seinem Boot. Und nur dann, wenn aus einem anderen Boote deutliche Hilferufe kommen, sollten wir diesem Boot zu Hilfe eilen. Denn die Einschätzungen der Lebenssituationen können sehr unterschiedlich ausfallen. Fürsorge schlägt da leicht in Bevormundung um. Deshalb sollten wir auch dem Boot von Hildegard und Siegfried nicht zu nahe kommen. Sie müssen erst lernen, miteinander in einem Boot mit Jesus zu sitzen und ihre Lebensstürme mit seiner Fürsorge zu stillen.

Das Evangelium von der Stillung des Seesturms bietet sich für Hildegard und Siegfried als "hohe Schule des Glaubens" an, aber auch für uns alle. Der Hintergrund und die Situation sind austauschbar, weil jeder von uns seine eigenen "Stürme" im Leben kennt, vor denen er Angst hat, berechtigt oder auch unberechtigt. Alle Nöte, Bedrängnisse und Probleme dürfen wir vor dem Herrn zur Sprache bringen und sollten mit IHM darüber reden, wie dies die Jünger taten. Der Herr wird uns nach unserem Glauben fragen. ER wird uns zu einem vertrauenden Glauben einladen, zu einem Glauben, der sich gerade in den Stürmen und Bedrohungen des Lebens bewährt.

Und das wollen Hildegard und Siegfried heute zum Ausdruck bringen, wenn sie sich gleich selbst das Sakrament der Ehe spenden: 

bulletHildegard und Siegfried wissen sich von Jesus in das gleiche Boot eingeladen und fahren mit IHM auf dem See des Lebens.
bulletHildegard und Siegfried wissen, dass Jesus in ihrem Boot sitzt, auch wenn ER schläft.
bulletHildegard und Siegfried wissen, dass auch in ihrem Leben Stürme das Boot hin und her werfen werden.
bulletHildegard und Siegfried wissen, dass sie Angst haben werden im Boot auf dem See, weil sie sich alleine fühlen können.
bulletHildegard und Siegfried wissen, dass Jesus ihren Kleinglauben, ihre Feigheit tadeln wird.
bulletHildegard und Siegfried wissen aber auch um seine zärtliche Zuwendung, seine Fürsorge.
bulletHildegard und Siegfried wissen sich geborgen in seinen Händen und gegenseitig in ihren eigenen Armen.

Mit dem Titel "Stürmisch & Einfühlsam: Alles hat seine Stunde, auch Vertrauen" habe ich versucht, diese Eure Lebensthemen zusammenzufassen. Damit sind auch die Hauptzutaten des "geistlichen Vollkornbrotes" benannt: Sturm, Sensibilität, Zeit und Vertrauen. Dieses "geistliche Vollkornbrot" gilt es zu kauen, zu verdauen, damit es uns nährt im Alltag, nicht nur am Hochzeitstag. Es ist "geistliches Vollkornbrot" nicht nur für Hildegard und Siegfried, sondern für jeden von uns und für jeden Tag.

Für was ich viele Worte gebraucht habe, bringen Hildegard und Siegfried mit ihrem Trauspruch, den sie bei Andreas Gryphius in der "Seefahrt des Lebens" gefunden haben, knapp und griffig zum Ausdruck:

bullet"Welch ein Glück und welch ein Segen, einem anderen das Geschenk zu geben, nicht allein zu sein ein Stück bei der eigenen Seefahrt dieses Lebens, damit der Weg ist nicht vergebens."

Der Segen Gottes begleite Euch beide, liebe Hildegard, lieber Siegfried, auf Eurer gemeinsamen Bootsfahrt und bei Euren Wegen auf dem festen Land. Und wenn es einmal stürmisch wird und Ihr meint, Jesus sei Euch fern, dann schreit laut aus voller Kehle: "Meister, Meister, wir gehen zugrunde!" Und IHN kümmert es. Und ER wird sich Euch zuwenden. Und wann? "Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit." Und heut ist Hoch-Zeit! Und alles fängt so gut an! Amen.

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