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Dr. Benno Kuppler

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Zwei Menschlinge, zwei Kugelhälften und ihr Haus

Kirchliche Hochzeit von Tina Schäfer & Rainer Friedensohn
am 19. Juni 2004 in Fischbach

Predigt-Stichworte

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Texte:

bulletMatthäus 7, 21.24-29 [Ausschnitt aus der Bergpredigt]
bulletZwei Kugelhälften [Platon]


Vorbereitungen zur kirchlichen Hochzeit

„Montag, 24. November 2003 15:53
Tina und ich sind nun mehr als fünf Jahre zusammen, davon zwei Jahre verlobt. Im nächsten Jahr wollen uns nun schließlich das Jawort geben. Unsere Hochzeit würden wir gerne mit unserer Familie, Freunden und Bekannten in Nürnberg feiern.Hierzu suchen wir einen Geistlichen, der uns kennt und den wir kennen. Würdest Du den Weg nach Nürnberg noch einmal finden, da es unser beider große Bitte und Wunsch ist? In medias res: An einem der folgenden Wochenenden Sa., 12.06.2004 oder Sa., 19.06.2004 oder Sa., 26.06.2004.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Du unsere kirchliche Hochzeit durchführen würdest!“

„Dienstag, 25. November 2003 10:26
Eure Mail hat mich gefreut und ich habe meinen Kalender durchforstet: die folgenden Termine habe ich mir mal reserviert: Sa., 19.06.2004 oder Sa., 26.06.2004.
Allerdings ist der Satz "Wir würden uns sehr freuen, wenn Du unsere kirchliche Hochzeit durch führen würdest!" nicht ganz richtig: Denn das Sakrament der Ehe spendet Ihr Beiden Euch selbst, ich bin der kirchliche Notar zusammen mit zwei Trauzeugen!!!
Deshalb sollten wir uns mal treffen, um über die kirchliche Feier zu sprechen und was Ihr so alles vor Ort regeln müsst. Ich hänge Euch schon einmal einen Ablauf für die kirchliche Feier an.
Und unten findet Ihr einige Links rund um das Thema Hochzeit, zum "Schmökern".“

Gottesdienstvorbereitung

gemeinsam mit Tina und Rainer, die die Lesungen und Lieder ausgewählt haben und mir Gedanken zu den Texten geschrieben haben: Matthäus 7, 21.24-29 [Ausschnitt aus der Bergpredigt]
 und „Zwei Kugelhälften“.
Eure Trauzeugen und ich als Priester werden als „kirchliche Notare“ mitwirken. Die kirchliche
Trauung ist zugleich Sakrament und Rechtsakt: Ehe ist matrimonium ratum et consumatum.

Das Matthäus-Evangelium

Tina und Rainer haben sich den Text des heutigen Evangeliums selbst ausgewählt. Der Text ist knapp und präzise. Ohne Umschweife kommt er zum Thema und läßt Jesus sagen:

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„Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie...“

Da ist dann der Haken! Wir haben Seine Worte, auf die sich Jesus bezieht, gar nicht gehört in diesem Gottesdienst. Denn die Verse 24 - 29 aus dem 7. Kapitel des Matthäus-Evangeliums sind der Epilog, der Ausklang, einer langen Belehrung Jesu, die mit dem 5. Kapitel beginnt und deren Name uns allen geläufig ist: die Bergpredigt [5,1 - 7,29].

Die Bergpredigt beginnt so: „Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie.“

Bei Ihnen weckt es sicherlich Erinnerungen an die Inhalte dieser Lehre auf dem Berg, wenn ich Ihnen die Kapitelüberschriften benenne:

Die Seligpreisungen [5,3-12]; Vom Salz der Erde und vom Licht der Welt [5,13-16]; Vom Gesetz und von den Propheten [5,17-20]; Vom Töten und von der Versöhnung [5,21-26]; Vom Ehebruch [5,27-30]; Von der Ehescheidung [5,31-32]; Vom Schwören [5,33-37]; Von der Vergeltung [5,38-42]; Von der Liebe zu den Feinden [5,43-48]; Vom Almosen [6,1-4]; Vom Beten - Das Vaterunser [6,5-15]; Vom Fasten [6,16-18]; Von der falschen und der rechten Sorge [6,19-34]; Vom Richten [7,1-5]; Von der Entweihung des Heiligen [7,6]; Vom Vertrauen beimBeten [7,7-11]; Die Goldene Regel [7,12]; Von den zwei Wegen [7,13-14]; Von den falschen Propheten [7,15-23]; Vom Haus auf dem Felsen [7,24-27]; Die Wirkung der Bergpredigt [7,28-29].

Diese beiden letzten Abschnitte habe ich Ihnen und mir als Evangelium vorgetragen, auf Wunsch unseres Brautpaares.

Es folgen dann Wunderberichte über die Taten Jesu, des Messias [8,1 - 9,34] und wieder eine lange Rede: Die Aussendungsrede Jesu an seine Jünger [9,35 - 11].

Ich habe Ihnen diese geraffte Übersicht zugemutet, weil ohne diese der Paukenschlag am Beginn unseres Abschnittes nicht zu verstehen wäre.

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„Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie...“

Jesus setzt voraus, dass wir mit Ihm auf dem Berg waren, dass wir seine lange Belehrung gehört haben, dass wir jetzt den Berg hinab gehen und die Lehre in die Tat umsetzen. Es folgt die Parabel vom klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. Und schon ertönt der nächste Paukenschlag:

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„Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie...“

Jesus setzt voraus, dass wir mit Ihm auf dem Berg waren, dass wir seine lange Belehrung gehört haben, dass wir jetzt den Berg hinab gehen und die Lehre nicht in die Tat umsetzen. Es folgt die Parabel vom unvernünftigen Mann, der sein Haus auf Sand baute.

„Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie...“ und als Gegenüberstellung „Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie...“.

Was soll das bedeuten? Was soll das für unser Brautpaar bedeuten? Soll es etwas für jeden von uns bedeuten?

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„Als Jesus diese Rede beendet hatte, war die Menge sehr betroffen von seiner Lehre.“

Geht es Ihnen und mir nicht ähnlich? Schwingt da nicht etwas Bedrohliches mit in diesen Worten? Sind die Themen der Bergpredigt nicht doch eine Last, die zu schultern wir uns nicht zutrauen? Sind es überhaupt unsere Themen heute?

Jesus wirbt um uns, umwirbt uns und zeigt sich als großer Pädagoge. So stellt er an den Beginn die Seligpreisungen. „Selig, die ...“ Neunmal wiederholt Jesus diese Formel „selig, die...“ und nennt Haltungen, die einen Menschen selig machen:

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Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.

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Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.

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Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.

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Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.

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Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.

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Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.

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Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.

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Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.

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Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.“

Die Seligpreisungen klingen wie Glückwünsche an unser Brautpaar, aber auch an jeden von uns, der das Wort Jesu hört und danach handelt. Jesus stellt uns seinen Vater als den barmherzigen Vater vor, den Schöpfer unserer Welt, der sah, dass alles gut war. Deshalb steht Jesus in der Tradition seiner jüdischen Mitmenschen. Er kennt die Propheten und Lehrer der jüdischen Bibel, unseres Alten Testamentes. Er steht in der Glaubenstradition seines Volkes, das den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs verehrt. Er weiß um den Gott des Letzten Gerichtes, der sagt:

bullet

„Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.“

Deshalb lehrt und handelt Jesus. Das zieht sich als Motiv durch das gesamte Matthäus-Evangelium: Lehre und Handeln Jesu. Glaube und Tun der Menschen. Der Alltag ist die Phase der Bewährung. In der kleinen Münze des Alltags gilt es, den Glauben zur Tat werden zu lassen. Für Tina und Rainer, in Ihren und meinen Beziehungen, in unserem Leben in dieser Welt.

Und die Menge, die Jünger, Tina und Rainer, Sie und ich, wir alle sollen hören und handeln. Das ist der Auftrag Jesu an uns. Das ist der Auftrag Jesu, den er von seinem Vater erhalten hat. Seinen Willen zu tun. Deshalb lehrt er seine Jünger beten: „Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde.“

Wir werden dieses Gebet im Verlauf dieser Brautmesse gemeinsam sprechen vor dem Empfang der Heiligen Kommunion.

In immer neuen Bildern und Gleichnissen spricht Jesus zu uns, er variiert das Thema in seinem Leben und durch sein Leben, mit aller Konsequenz, bis zur letzten Konsequenz: Seinem Tod am Kreuz. Und Ostern ist das Fest der Bestätigung, dass Jesus den Willen seines Vaters erfüllt hat. Gott lässt seinen eingeboren Sohn auferstehen zu einem neuen Leben.

Deshalb kommt Jesus am Ende der Bergpredigt ohne Umschweife zum Thema:

bullet

„Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann.“

Es ist verbindliche Zusage an jeden von uns, dass unser Glaube und unser Handeln in Übereinstimmung zu bringen sind. Deshalb heilt Jesus Menschen von ihren Gebrechen, von seelischen und körperlichen Leiden. Er will uns zu standhaften Menschen machen, wenn wir dies auch wollen. Der Glaube an Jesus kann durch einen Wolkenbruch, durch die Wassermassen, und durch Stürme nicht erschüttert werden, wenn wir ihn auf festem Grund gesichert haben, auch wenn diese Gewalten uns Angst machen.

Wie können wir diese Grund-Sicherung erreichen?

Wenn wir selbst Verantwortung für unser Leben übernehmen. Wenn wir uns an Werten orientieren. Wenn wir in unserem Leben Sinn entdecken. Wenn wir Menschen haben, denen wir vertrauen, und wenn wir Menschen sind, denen andere vertrauen. Mit seinen Parabeln vom klugen Mann und vom unvernünftigen Mann appelliert Jesus an unsere Vernunft. Jesus knüpft an die Weisheitsliteratur der jüdischen Bibel an. Jesus wirbt um uns. Er tut dies glaub-würdig, weil er seine Lehre durch sein eigenes Handeln bis in den Tod be-glaubigt.

Und da wären wir bei Tina und Rainer angekommen, bei ihrer Entscheidung, ihr Handeln vor Gott und den Menschen zu be-glaubigen, wenn sie sich gleich das Sakrament der Ehe spenden.

Hören wir noch einmal Jesus mit seinem Paukenschlag: „Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann.“ Da liegt die Herausforderung an Tina und Rainer, der sie sich stellen wollen, wenn sie jetzt eine christliche Ehe schließen. Aber es ist zugleich die Herausforderung an jeden von uns, der sich Christ nennt: „Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann.“

Wir sind eingeladen, Jesus zu hören, auch heute im Jahr Zweitausendundvier. Wir dürfen wie die Menge sehr betroffen von seiner Lehre sein. Wir können, wenn wir wollen, nach seiner Lehre handeln. Dann sind wir der kluge Mann der Parabel und uns gilt dann die Zusage Jesu:

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„Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut.“

Liebe Tina, lieber Rainer,

ich wünsche Euch den Mut, immer wieder neu nach Euren Fundamenten zu schauen, sie zu pflegen und zu hegen. Und wenn Ihr Risse oder Brüche entdeckt, sichert Eure Fundamente neu, indem ihr auf Jesu Wort hört. Das Sprechen über Eure Fundamente und deren Pflege könnt Ihr dann auch einmal Eure Kindern vermitteln. Vielleicht entdeckt Ihr so neu, dass die Bergpredigt Jesu Frohbotschaft sein will, für Euch und jeden von uns. Euch gilt heute besonders die Zusage Jesu:

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„Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut.“

Sie alle, die Mitfeiernden sind auch zur Mithilfe berufen.

Diese leisten Sie zuerst durch den Respekt, den sie der neuen Qualität des Zusammenlebens von Tina und Rainer zollen. Hilfe ist aber auch die liebevolle, nicht aufdringliche Anteilnahme am Gelingen der Beziehung. "Ihr und eure Ehe seid uns wichtig!"

Lernprozess Ehe

Partnerschaftliche Liebe ist nicht von Anfang an in der ganzen Fülle gegeben. Ehe ist ein Unterwegssein. Frau und Mann stehen dabei in einem schöpferischen Lernprozess. Tina und Rainer haben für sich das Bild der zwei Kugelhälften entdeckt. Die Hoffnung auf eine Vertiefung ihrer Liebesbeziehung ist die Kraft, die sie immer wieder neu beginnen läßt. Aus der anfänglichen, willentlichen Bereitschaft zu lebenslanger Gemeinsamkeit kann eine reife, schenkende Liebe werden, die nicht einengt, sondern befreit.

Auch nach der Hochzeit müssen die Eheleute etwas für ihre Ehe tun. Gottes Segen macht nicht automatisch alles gut. Auch wenn Gott, der Schöpfer unserer Welt, sah, dass alles gut war. So lesen wir in Genesis ein. Sechsmal sagt Gott dies, beim siebten Mal sagt er sogar: dass alles sehr gut war. Im ältesten Schöpfungsbericht [
Genesis 2]
 schafft Gott dem Adam, dem Menschling, und die Eva, den Menschling, weil Gott sah, dass es nicht gut war, dass der Menschling alleine war.

Deshalb noch eine Stichworte zum Lernprozess Ehe: Die eigene Entwicklung reife und verantwortungsvolle Menschen werden - eine Aufgabe im Leben suchen - den Glauben stärken - erkennen, was richtig und falsch ist.

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Lebensgemeinschaft mit dem Ehepartner
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wachsen in gegenseitiger Liebe - vertrauen zueinander haben und ehrlich sein - sich in schweren Zeiten helfen - gemeinsame Sexualität finden - sich treu bleiben - den Glauben gemeinsam leben.

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Eine Familie gründen
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offen sein für Kinder [= sich Kinder wünschen]
 - Kinder als Zeichen der Liebe Gottes und neues Leben annehmen - Verantwortung für Kinder übernehmen - Kinder als gute Menschen und Christen erziehen - Kinder, wenn sie erwachsen sind, ihr eigenes Leben leben lassen.

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Verantwortung in Kirche und Gesellschaft übernehmen.
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nicht nur für sich selbst leben und arbeiten - in der Gemeinde mitarbeiten - politisch interessiert sein - anderen Menschen helfen - mitarbeiten für eine bessere Kirche und eine bessere Welt.#

Jeder Punkt hat in einer bestimmten Zeit der Ehe mehr oder weniger Bedeutung. Das verändert sich im Lauf des Lebens.

Eure Geschichte der „Zwei Kugelhälften“, die von Platon ist, beschreibt das so:

„Nun müssen beide an ihrer halben Kugel arbeiten, schleifen und feilen. Nur langsam und in kleinen Schritten ebnet sich dieser kantige Bruch durch das Geben und Nehmen in der Liebe. Nach einiger Zeit, wenn sich beide Hälften abgeschliffen haben, lassen sie sich fast reibungslos zu einer Kugel formen. Aber eben nur fast, genau passen - wie am Anfang unserer Zeit - darf es nie, sonst verliert man seine Persönlichkeit und das was den Menschen an Eurer Seite ausmacht. Jedoch eines vergesst nie: Ihr sollt nicht an der anderen, sondern stets an der eigenen Hälfte feilen.“

Und Ihr habt zu dieser Geschichte geschrieben:

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„Wir feilen aneinander, aber jeder bei sich. Nach beinahe 6 Jahren haben wir die "passende" Stelle gefunden. Aber feilen an uns und das werden wir wohl unser Leben lang. Jeder an seiner Hälfte der Kugel.“

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„Wir versuchen jeden Tag dem anderen das zu geben, was er braucht. Dabei müssen wir an unserer eigenen Persönlichkeit feilen, insbesondere da wir zum Start die Herausforderung angenommen haben, auch im Berufsleben zusammen zu arbeiten.“

Gleich gebt Ihr Euch das Eheversprechen:

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„In Verantwortung vor Gott und vor Dir, und in Verantwortung vor unseren Familien, verspreche ich Dir, ..Namen., die Treue für immer. Ich weiß um meine Schwächen, doch im Vertrauen auf Gott wage ich diesen Schritt. Trage diesen Ring als Zeichen meines Versprechens.“

Ihr habt Euch diesen Test gewünscht, der genau das meint, was in der klassischen ritualisierten Sprache der Liturgie so lautet: "Ich verspreche dir die Treue in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod uns scheidet. Ich will dich lieben, achten und ehren alle Tage meines Lebens."

So wünsche ich Euch, aber sicherlich auch alle Mitfeiernden in der Kirche, dass Euer eigener Wunsch in Erfüllung geht, den Ihr mit der Wahl des Evangelium nach Matthäus begründet:

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„Eine Ehe, die in Vertrauen und in Glauben an Gott geschlossen und gelebt wird, ist wie ein Haus auf einem Felsen. Unerschütterlich.

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Eine Ehe, aber, die nicht im Vertrauen und nicht im Glauben an Gott gelebt wird, verliert seinen festen Stand, der Untergrund bricht weg, sie geht in die Brüche. Wie ein Haus, das auf Sand gebaut wird.“

Und Ihr hattet Ihr mich gefragt: „Genügt Dir diese Begründung?“

Meine Antwort habt Ihr aber nicht eingefordert. Zunächst will ich eine Gegenfrage stellen: Genügt Euch diese Begründung? Ich will Euch aber auch eine Antwort geben: Lebt als Paar so, dass Euch Eure Begründung immer wieder zum Maß Eurer Beziehung wird.

Liebe Tina, lieber Rainer,

Ihr seid auf sympathische Weise ein „altmodisches Paar“, das Werte zur Grundlage seiner Beziehung gemacht hat. Lasst Euch nicht irre machen auf Eurem gemeinsamen Weg.

Amen.

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bulletVaterunser:
bulletKreis um den Altar mit Brautpaar, Trauzeugen, Eltern und Geschwister.
bulletBrautsegen:
bulletEltern einladen, ihre Hände über dem Brautpaar ausstrecken.
bulletTrauzeugen:
bulleteinladen, die brennende Hochzeitskerze mit nach Hause zu nehmen für das Brautpaar.

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