Zwischen Wachsamkeit & Aufmerksamkeit
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Dr. Benno Kuppler

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Zwischen angespannter Wachsamkeit und entspannter Aufmerksamkeit.
Universitätskirche St. Ludwig, München am 12. August 2001

Lesungen: 19. Sonntag im Lesejahr C

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Predigtskizze

Vorbemerkung:

Lukas 12, 32 - 48

bulletAnhäufung von Redeabschnitten, die Lukas zusammengestellt hat und die ähnlich bei Matthäus vorkommen.
bulletEntscheidung für eine Meditation über den Vers 35 "Legt euren Gürtel nicht ab, und lasst eure Lampen brennen!"

Was bedeutet Vers 35 "Legt euren Gürtel nicht ab, und lasst eure Lampen brennen!"

bulletBereitschaft zur Arbeit [Gürtel nicht ablegen] und Wachsamkeit [Lampen brennen].
bulletWo machen Sie und ich solche Erfahrungen?

Zwei Unterscheidungen möchte ich einführen:

  1. Angespannte Wachsamkeit
  2. Entspannte Aufmerksamkeit

1. Angespannte Wachsamkeit in Arbeit und Schule/Universität

bulletGameboy für Kinder, Spannung Weg, weil Batterie leer
bulletStandby bei elektronischen Geräten: TV, Radio, Musikanlagen, PC, Handy
bulletimmer im Zustand der "Spannung", kostet Energie, nicht nur Strom, wenn wir dies auf den Menschen übertragen:
bulletArbeitsleben: Bedienung von Maschinen, Konkurrenzsituation zu Kollegen, Angst vor Fehlern, Angst vor Vorgesetzten, nicht mehr gebraucht werden
bulletSchule und Studium: Studienerfolg, Fülle des Materials, Versagensangst
bulletAutofahren: hohes Tempo, Unfallgefahr
bulletStresssituationen in Beziehungen
bulletStresssituationen in Zeitdruck

2. Entspannte Aufmerksamkeit in Freizeit

bulletMuße, bei Kinder die Selbstvergessenheit
bulletKunst und Kultur: darin steckt auch Kult
bulletGlauben und Religiosität
bulletliebende Aufmerksamt
bulletZeit füreinander haben
bulletZeit für Gott haben
bulletsich Zeit schenken lassen
bulletZeit gestalten = Ferienzeit

Ferienzeit

bulletbedeutet: keine angespannte Wachsamkeit, aber die Chance zur entspannten Aufmerksamkeit
bulletnicht eine Frage des großen Geldes, der weiten Reise, der ausgefallensten Abenteuer.
bulletFrage, wie ich mit mir selbst und den anderen umgehe. Dass ich spüre, wo mein Leben und ich alleine von der Arbeit bestimmt werden.
bulletoffen bin für Unerwartetes, für Erlebnisse und Ereignisse, die ich nicht vorausgeplant habe. Dass ich mehr Mensch werde, weil ich mich nicht selbst bewerte nur aufgrund der Leistungen meiner Arbeit.
bulleteine wichtige Zeit im Rhythmus des Lebens. Das ist eine geschenkte und eine verdiente Zeit. Ferien. Urlaub.
bulletChance, sich selbst von einer anderen Seite kennenzulernen. Und dazu brauche ich nicht das große Geld und muß nicht weit Weg fahren.
bulletKarl Valentin, der Münchner Komiker, drückte es einmal so aus: "Heute will ich mich besuchen, hoffentlich bin ich daheim."
bulletDaheimsein. Kaum sind Menschen im Urlaubsort angekommen, möchten sie schon wieder daheimsein. Warum fällt es schwer, sich am Urlaubsort, in einem Ferienclub daheim zu fühlen?
bulletin der Vorbereitung der Ferien Schritte übersehen: Welche Art von Ferien ist dieses Jahr für mich, für uns die richtige?
bulletwas tut mir, was tut uns jetzt gut im Urlaub?
bulletAnstrengung, zu einer anderen Form von Leistung, wenn ich ein Pflichtprogramm zu absolvieren habe.
bulletmit Leib und Seele bei sich selbst anzukommen, wieder einmal bei sich daheimzusein. Ferien zu Hause müssen deshalb nicht langweilig sein. Urlaub in der Ferne ist keine Garantie für Ferienfreude.
bulletErholung an Leib und Seele ist nicht im Preis der Pauschalreise eingeschlossen. Dafür sind sie selbst zuständig.
bulletAuf einer Spruchkarte las ich: "Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe." Also denn: singen sie und spielen sie miteinander! Daheim und anderswo.

Frohe und erholsame Ferien. Und gehen Sie entspannt und achtsam mich sich um. Dann brauchen Sie Ihren Gürtel nicht ablegen, und können Ihre Lampen brennen lassen! Gott sei mit Ihnen.

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